Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.07.2011

00:00 Uhr

Gastkommentar

Eine Steuersenkung ist gerecht

VonChristian Lindner und Volker Wissing

In einem Kommentar hatte Handelsblatt-Chefredakteur Gabor Steingart gegen Steuersenkungen argumentiert und die FDP um ihre Meinung gebeten. Zwei hochrangige FDP-Politiker antworten, warum eine Entlastung geboten sei.

Christian Lindner ist Generalsekretär der FDP. Quelle: APN

Christian Lindner ist Generalsekretär der FDP.

BerlinSehr geehrter Herr Steingart, die Grundsatzentscheidung der Koalition über eine Entlastung der Mittelschicht von Steuern und Sozialabgaben haben Sie dieser Tage zum Anlass für einen Brief an die Mitglieder der FDP-Bundestagsfraktion genommen. Sie schreiben darin: „Die Haltung des Handelsblatts hierzu ist kritisch bis ablehnend, weil diese Steuersenkung durch neue Kredite finanziert werden soll.“

Handelsblatt-Titel, 28.6.2011: Mittelstand gegen Merkel

Deshalb erlauben wir uns, Ihnen im Gegenzug zu Ihrem Brief drei Argumente für die Entscheidung der Koalition vorzutragen.

1. Die Entlastung der Mittelschicht ist eine Frage der Gerechtigkeit. Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer - vom Facharbeiter über die Krankenschwester und den Polizeibeamten bis hin zum Vertriebsingenieur - haben den Aufschwung erarbeitet. Sie haben Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit durch Lohnzurückhaltung in den letzten Jahren gesteigert. Von den jetzt vereinbarten Gehaltserhöhungen profitiert der Finanzminister aber stärker als der einzelne Beschäftigte, da durch die ,kalte Progression' - sagen wir es klar: durch eine automatische, politisch nicht neu zu beschließende, schleichende Steuererhöhung - etwa 54 Prozent des zusätzlichen Lohns in öffentliche Kassen fließen.

Im Zusammenwirken mit der Inflation drohen der Mittelschicht sogar reale Kaufkraftverluste. Diese Entwicklung widerspricht unserem Verständnis von sozialer und von Leistungsgerechtigkeit. Deshalb arbeiten wir an einer Steuerentlastung, der Reduzierung der ,kalten Progression' und der Beiträge für die Sozialversicherungen.

2. Die Entlastung ist eine Investition in die Konjunktur. Das Wachstum wird durch eine Stärkung der Kaufkraft stabilisiert, ein Entzug von Kaufkraft zum Beispiel durch die ,kalte Progression' würde die Binnennachfrage dagegen schwächen. Dr. Alfred Boss vom Institut für Weltwirtschaft in Kiel teilt unsere makroökonomische Einschätzung zur Entlastung: "Wenn man den Steuertarif nicht regelmäßig anpasst, werden die Leistungs- und die Investitionsanreize geschwächt - das kostet uns wirtschaftliche Dynamik."

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

OrakelVonBerlin

08.07.2011, 18:46 Uhr

Na wenn die FDP da mal nicht aufpassen muss, dass es nicht zu einer "kalten Progression" bei der nächsten Wahl kommt, was ihren Stimmenanteil betrifft. Wenn 6% plötzlich 4% werden, weil einen die "kalte Progression" der Wähler erwischt hat, dann ist man draußen.

Selten soviel konzeptionloses Geschwafel von einem Politiker gelesen. Wenn er wenigstens ein paar Fakten genannt hätte. Aber einweg gar nichts. NICHTS!

Die FDP atomisiert sich weg!

Mit diesem "Konzept" werden höchstens Milliardenschulden für künftige Generationen angelegt. Das weiß doch jede schwäbische Hausfrau, seit der Umschuldung des Erblastentilgungsfonds von Merkel und Seehofer.

Und das was die FDP da vorhat, ist doch viel zu kompliziert. Ausschüsse bilden, selbstgefällig schwafeln und Stuergelder bei der Erarbeitung eines Konzepts verprasseln. Das kommt dabei raus.

Warum senkt sie nicht einfach die Kosten im Gesundheitssektor? Warum senkt sie nicht die Mehrwertsteuer um 1%?

Nur das kein Missverständnis aufkommt. Ich bin strikt gegen Steuersenkungen und für diszipliniertes Sparen zugunsten folgender Generationen!

Raffgeier

08.07.2011, 18:55 Uhr

Die Wirtschaft wird sich in Kürze wieder abkühlen.

USA kommt nicht in Gang. China hat sich zu stark aufgeheizt und Europa schlittert ins wirtschaftliche Desaster und Chaos.

Da will die FDP doch tatsächlich Steuern senken. Jeder der einigermaßen rechnen kann, bildet ein Polster für magere Jahre. Nur die FDP hat davon noch nichts gehört.

Vielleicht schauen die mal in die Natur. Ein kleiner Nager namems "Hamster" macht es jedes Jahr vor!

Das nennt man Evolution. Für die FDP wäre es allerdings ein Revolution!

Byebye FDP!

Opa_Schlau

08.07.2011, 19:31 Uhr

Sehr geehrter Herr Generalsekretär der FDP,

es war einmal, da hat die FDP noch ein Kreuzchen von mir bekommen. Noch nie hat eine Partei derart versagt, wie es die FDP mit ihren permanenten, unfinanzierbaren Versprechungen und Realisierungen von Vorschlägen. Nichts, aber auch wirklich überhaupt nichts scheint durchdacht zu sein.

Wann wollen Sie endlich zu arbeiten anfangen und nicht durchsichtigen Wahlkampf betreiben. Auf die FDP fällt in Deutschland so schnell niemand mehr herein. Wenn Sie nicht bald etwas zukunftorientiertes zu bieten haben, dann bekommen nicht nur meine Stimme nicht mehr, sondern die vieler junger, ältere und die des Mittelstands auch nicht mehr.

In der Politik bekommt jeder, der noch grün hinter den Ohren ist seine Chance. Sie verspielen Ihre gerade mit Ihren Berufskollegen. Aber vieleicht haben Sie genau das verdient!

Gehen Sie mal eine Dekade in die Opposition und machen Sie eine Verschnaufpause zum Sammeln von Erfahrungen!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×