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07.11.2016

00:01 Uhr

Gauck-Nachfolge

Union drängt SPD zu Verzicht auf eigenen Kandidaten

Nach einem Treffen ohne Durchbruch wollen die Parteispitzen am Sonntag eine Entscheidung über die Gauck-Nachfolge erzielen. Laut Medien wollen CDU und CSU, dass die SPD auf eine Steinmeier-Kandidatur verzichtet.

Medien: Wenn es nach der Union geht, sollte die SPD auf eine Kandidatur von Frank-Walter Steinmeier verzichten. dpa

Steinmeier

Medien: Wenn es nach der Union geht, sollte die SPD auf eine Kandidatur von Frank-Walter Steinmeier verzichten.

BerlinBei der Suche nach einem neuen Bundespräsidenten drängen CDU und CSU den Koalitionspartner SPD zu einem Verzicht auf einen eigenen Kandidaten. Bei dem Spitzengespräch zu diesem Thema am Sonntag im Bundeskanzleramt hätten CDU-Chefin Angela Merkel und der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer eine entsprechende Aufforderung an SPD-Chef Sigmar Gabriel gerichtet, schreibt die "Bild"-Zeitung. Die SPD solle auf eine Kandidatur von Außenminister Frank-Walter Steinmeier verzichten.

Merkel und Seehofer haben den Angaben zufolge Gabriel gebeten, auf Steinmeiers Kandidatur zu verzichten, bevor neue Namen diskutiert werden. Der SPD-Chef habe dies aber abgelehnt, berichtet die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf Regierungskreise. Gabriel hatte Steinmeier unlängst als Kandidat für die Nachfolge von Bundespräsident Joachim Gauck öffentlich ins Gespräch gebracht und damit die Union unter Druck gesetzt.

Das sind die möglichen Gauck-Nachfolger

Norbert Lammert

Norbert Lammert (67): Seit 2005 ist der CDU-Mann aus Bochum Präsident des Bundestages, der Umzug ins Schloss Bellevue wäre ein naheliegender Karriereschritt. Lammert gilt als wortmächtig und intellektuell brillant, was er andere auch gerne spüren lässt.

Ursula von der Leyen (

Ursula von der Leyen (57): Ihr Name fällt immer, wenn es um Spitzenämter geht, auch als künftige Kanzlerin ist die CDU-Frau im Gespräch. Schon 2010 war die amtierende Verteidigungsministerin als mögliche Kandidatin für das Präsidenten-Amt im Gespräch.

Volker Bouffier

Volker Bouffier (64): Früher eher dem rechten Flügel der CDU zugeordnet, führt er seit 2014 relativ geräuschlos und erfolgreich die schwarz-grüne Landesregierung in Hessen. Ein Signal für Schwarz-Grün auch im Bund also.

Frank-Walter Steinmeier 

Frank-Walter Steinmeier (60): Beinahe so etwas wie der natürliche Kandidat für das höchste Amt im Staate. Beliebt bei den Bürgern, angesehen über Parteigrenzen hinweg, diplomatisch erfahren. Aber hat ein SPD-Mann diesmal überhaupt eine Chance?

Martin Schulz

Martin Schulz (60): Der Präsident des Europaparlaments wird immer wieder genannt, wenn die SPD nach Kandidaten für Spitzenämter sucht. Doch abgesehen von der Schwierigkeit, eine Mehrheit zu finden: Kanzlerin Angela Merkel gilt nicht als Schulz-Fan.

Annegret Kramp-Karrenbauer

Annegret Kramp-Karrenbauer (53): Die CDU-Ministerpräsidentin aus dem Saarland genießt Ansehen auch bei der SPD und den Grünen. Sie ist linker und jünger als andere CDU-Kandidaten, und sie ist eine Frau.  

Winfried Kretschmann

Winfried Kretschmann (68): Der grüne Ministerpräsident aus Baden-Württemberg ist nicht nur in seiner Heimat populär. Sein landesväterlicher Habitus könnte auch für die Rolle des Bundespräsidenten passen. Wenn sich Union und SPD nicht einigen können, wäre er ein Kompromiss.

Bei dem Spitzentreffen der großen Koalition zur Suche eines Gauck-Nachfolgers am Sonntag wurde kein Durchbruch erzielt. "Es gibt keine Verständigung", erfuhr die Nachrichtenagentur AFP nach den Beratungen von Merkel, Seehofer und Gabriel aus Teilnehmerkreisen. Am kommenden Sonntag solle aber ein weiteres Treffen stattfinden und dann auch eine Entscheidung - "wie auch immer sie aussehen mag", hieß es aus den Teilnehmerkreisen. Gabriel sagte seinerseits nach dem rund 90-minütigen Gespräch den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland: "Eine Einigung ist weiterhin nicht ausgeschlossen."

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