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29.05.2015

04:37 Uhr

Geburtenrückgang

Deutschland kriegt weltweit die wenigsten Kinder

Einer Studie zufolge ist Deutschland in punkto Geburtenrate auf den letzten Platz in der Welt gerutscht. BDO und HWWI sehen deshalb Nachteile auf den Wirtschaftsstandort zukommen - präsentieren aber mögliche Lösungen.

Der Geburtenrückgang in Deutschland könnte einer Studie zufolge einen Schatten auf die Wirtschaft werfen. dpa

Mutter und Kind

Der Geburtenrückgang in Deutschland könnte einer Studie zufolge einen Schatten auf die Wirtschaft werfen.

HamburgDie weltweit niedrigste Geburtenrate wird nach einer Studie zum Standortproblem für Deutschland. Hier werden nicht länger nur europaweit, sondern nun auch weltweit die wenigsten Kinder geboren, heißt es in der Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO und des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI).

Danach wurden in den vergangenen fünf Jahren im Durchschnitt 8,2 Kinder je 1000 Einwohner geboren. Das liegt unter dem Niveau des bisherigen Schlusslichts Japan von 8,4 Kindern je 1000 Einwohner.

Unter den EU-Ländern schneiden nur Portugal (9,0) und Italien (9,3) ähnlich schlecht ab. Die anderen großen EU-Länder haben dagegen deutlich höhere Geburtenraten; Frankreich und Großbritannien kommen im gleichen Zeitraum auf durchschnittlich 12,7 Geburten je 1000 Einwohner. Die höchsten Geburtenraten weisen die afrikanischen Länder auf, allen voran der Niger mit 50 Geburten je 1000 Einwohner.

Aus der Entwicklung hierzulande ergeben sich nach Ansicht von HWWI-Direktor Prof. Henning Vöpel erhebliche Nachteile und Konsequenzen für die Attraktivität und Leistungsfähigkeit Deutschlands als Wirtschaftsstandort. Die Altersgruppe der Erwerbsfähigen von 20 bis 65 Jahren werde von aktuell 61 Prozent bis 2030 auf 54 Prozent schrumpfen.

„In keinem anderen Industrieland verschlechtert sich dieser Trend trotz des Zustroms an jungen Arbeitsimmigranten so stark wie in Deutschland“, sagte Vöpel. Als unmittelbare Folge drohten in Deutschland höhere Lohnnebenkosten, mittelbar Mangel an Fachkräften.

„Ohne starke Arbeitsmärkte als zentralen Standortfaktor kann Deutschland seinen wirtschaftlichen Vorsprung auf Dauer nicht aufrechterhalten“, sagte BDO-Vorstand Arno Probst. „Die Zuwanderung junger Fachkräfte erscheint vor diesem Hintergrund als unverzichtbares Stabilisierungsinstrument.“ Auch die Erwerbsarbeit der Frauen müsse verstärkt gefördert werden, um die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit zu sichern.

Deutschland schrumpft: weltweit niedrigste Geburtenrate

Video: Deutschland schrumpft: weltweit niedrigste Geburtenrate

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Von

dpa

Kommentare (39)

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Herr Fred Meisenkaiser

29.05.2015, 07:46 Uhr

Deutschland ist ausschliesslich auf die Wirtschaft ausgerichtet. Alles wird dem Mammon untergeordnet. Die Menschen haben sich nach der Wirtschaft zu richten, nicht umgekehrt.
Und da haben Familie und gar Kinder keinen Platz!

Herr Phillip Schneider

29.05.2015, 08:02 Uhr

Ist schon okay. Dann importieren wir noch mehr Menschen. Das ist doch auch bis jetzt so gemacht wurden und anscheinend findet es in der breiten Masse des stumpfen Volkes ja auch Zuspruch. Die "Bereicherungen" haben alle 4-6 Kinder und sind schon wieder schwanger, während die deutschen Familien maximal 1-2 Kinder im Durchschnitt haben. Ich muss kein Matheprofessor sein um mir auszurechnen, wie das hier in 20 Jahren aussehen wird.
Aber das ist ja anscheinend von den meisten Deutschen so gewollt. So selbstzerstörerisch war bestimmt kein Volk vor uns.

Herr Niccolo Machiavelli

29.05.2015, 08:26 Uhr

Wir könnten froh sein, dank der niedrigen Geburtenrate wieder mehr Luft um uns zu haben, mehr Lebensraum, mehr Natur, weniger Flächen- und Ressourcenverbrauch usw.

Doch es zähtl nur die "Unwirtschaft", so muss man die Zerstörung der Lebnsräume durch die törichte und zerstörerische Konsum- und Profithaltung nennen. Denn wirtschaftlich ist dies gerade nicht.

Worauf die Studie zielt, ist klar.

(...)

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