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06.09.2011

14:15 Uhr

Geburtenzahl steigt

Elterngeld wird immer beliebter

Gute Nachricht für die Befürworter des Elterngelds: Im ersten Quartal 2010 haben mehr Mütter und Väter die staatliche Leistung bezogen - und gleichzeitig sind die Geburtenzahlen gestiegen.

Ein Vater in Elternzeit mit seiner drei Monate alten Tocher: Fast jeder vierte Vater (24,4 Prozent) der im ersten Quartal 2010 geborenen Kinder hat Elterngeld bezogen. dpa

Ein Vater in Elternzeit mit seiner drei Monate alten Tocher: Fast jeder vierte Vater (24,4 Prozent) der im ersten Quartal 2010 geborenen Kinder hat Elterngeld bezogen.

WiesbadenImmer mehr Eltern beziehen Elterngeld. Vor allem Väter nehmen vermehrt die staatliche Leistung in Anspruch. Das geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamts hervor.

Im ersten Quartal 2010 bezogen 2,5 Prozent mehr Eltern die staatlichen Leistungen als im Vorjahreszeitraum. Im Jahresvergleich stieg gleichzeitig die Zahl der geborenen Kinder um 1,3 Prozent. Knapp jeder vierte Vater hat demnach von Januar bis März 2010 Elterngeld bezogen. Die Quote lag 1,4 Prozentpunkte höher als im Vorjahr. Bei den Müttern betrug der Anteil konstant 96 Prozent.

Die Statistiker berechnen rückwirkend die beendeten Elterngeldzahlungen und beziehen sich deswegen auf 2010. Sie treffen keine Aussagen über aktuelle Elterngeldzahlungen.

Die Statistik gibt den Befürwortern des Elterngelds Auftrieb. Der gleichzeitige Anstieg von Leistungsempfängern und Geburten bekräftigt ihr Argument, die Familienplanung werde mit den Staatsmilliarden attraktiver. „Gerade das Elterngeld hat bewirkt, dass sich Paare Zeit für Kinder nehmen können, ohne dass sie sich deshalb finanzielle Sorgen machen müssen“, sagte Dorothee Bär, familienpolitische Sprecherin der Unionsfraktion im Bundestag. Auch aus den Reihen der Opposition kam Zustimmung. „Das Elterngeld hat sich als familienpolitisches Instrument bewährt“, sagte Katja Dörner, Sprecherin für Familienpolitik bei den Grünen.

Die koalitionsinternen Debatten über die Abschaffung der Leistung müssten aufhören. Das Elterngeld hatte für Diskussionen in der Koalition gesorgt. Noch auf ihrem Bundesparteitag im Mai hatte die FDP gefordert, das Instrument abzuschaffen und stattdessen in die Kinderbetreuung zu investieren. Das Elterngeld habe seine Ziele verfehlt, hieß es. Inzwischen äußert sich die Partei nicht mehr in dieser Richtung.

Die damalige Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte das Elterngeld Anfang 2007 auch gegen Widerstände in den eigenen Reihen eingeführt. Eltern erhalten seitdem bis zu 14 Monate lang Geld vom Staat für Neugeborene als Lohnersatz. Dieser beträgt 65 Prozent des Nettogehalts. Der Höchstsatz liegt bei 1800 Euro, das Minimum bei 300. Auf eine Auszeit vom Beruf haben Mütter und Väter einen Rechtsanspruch.

Von

rtr

Kommentare (2)

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alessandro

06.09.2011, 14:29 Uhr

Wenn man sich anschaut welche soziale Schichten gerne Kinder auf die Welt setzen dann steht der neuen Dienstleistungs Gesellschaft in Deutschland nichts mehr im Weg.
Die Working Class hat leider keine Zeit sich auf die Kinderaufzucht zu konzentrieren.
Beliebtes Sprichwort: Kinder machen ist einfach sie zu erziehen schon schwieriger.

bommel

06.09.2011, 16:19 Uhr

solange es keine investitionen in bildung usw. gibt, solange wird sich meine haltung zum elterngeld auch nicht verbessern.

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