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12.08.2014

16:55 Uhr

Gefahr in sozialen Netzwerken

Rechtsextreme haschen Jugendliche im Internet

Sie haben perfide Strategien entwickelt, um junge Personen in ihrer Alltagsrealität abzuholen: Rechtsextreme wenden sich in sozialen Medien gezielt an Jugendliche. Ihre Propaganda ist dabei nicht immer offensichtlich.

Nicht immer sind ihre Netz-Botschaften offen nationalistisch – ihre Inhalte bleiben es dennoch: Neonazis nutzen gezielt Netzdienste wie Twitter, hier der mittlerweile gesperrte Account der Gruppe Besseres Hannover. dpa

Nicht immer sind ihre Netz-Botschaften offen nationalistisch – ihre Inhalte bleiben es dennoch: Neonazis nutzen gezielt Netzdienste wie Twitter, hier der mittlerweile gesperrte Account der Gruppe Besseres Hannover.

BerlinDeutsche Rechtsextreme verbreiten ihre Propaganda immer gezielter in sozialen Netzwerken. Neonazis erzielten vor allem mit rassistischem Humor eine große Reichweite bei Jugendlichen, schrieb die Organisation Jugendschutz.net in ihrem Jahresbericht „Rechtsextremismus Online“. „Einerseits werden Jugendliche geködert mit modernen, poppigen, fetzigen Kampagnen bei Facebook, YouTube und Co. Und gleichzeitig erleben wir, dass es immer mehr blanken Hass gibt“, sagte Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD ) am Dienstag bei der Vorstellung des Berichts in Berlin.

Neben geschmacklosen Witzen würden vor allem extremistische Parolen zu aktuellen Themen wie dem Gaza-Krieg im Internet tausendfach - und häufig unbedacht - geliked oder geteilt, sagte Stefan Glaser von Jugendschutz.net. „Das Social Net führt dazu, dass sich solche Inhalte schneeballartig verbreiten.“ Damit könnten rassistische Botschaften auch Jugendliche außerhalb des rechtsextremen Spektrums erreichen.

„Der zweite Trend ist, dass wir feststellen, dass sich offener Hass immer häufiger Bahn bricht“, sagte Glaser. Unverschleierte und grausame Bilder, Videos oder Texte in Netzwerken und auf Websites stießen auf enorme Zustimmung - so zum Beispiel offene Hetze gegen Sinti und Roma sowie Gewaltvideos gegen Homosexuelle. Laut Bericht stieg die Gesamtzahl der gesetzeswidrigen Botschaften 2013 auf einen neuen Höchststand von 1842. Im Jahr 2012 waren es noch 1673 Fälle.

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Ein großes Problem bei der Strafverfolgung und Löschung der Inhalte ist, dass ein Großteil auf ausländischen Servern lagert. Zwar laufe die Zusammenarbeit mit Plattformen wie YouTube, Facebook und Twitter gut und gemeldete Einträge würden schnell gelöscht oder zumindest in Deutschland gesperrt. Rechtsextreme in anderen Netzwerken müssten dagegen kaum Konsequenzen für Hetze befürchten, beklagte Glaser.

„Ich fordere alle Provider auf, die gesetzlichen Möglichkeiten zu nutzen“, sagte Ministerin Schwesig, die die unverzügliche Löschung von fremdenfeindlichen Einträgen verlangte. Es sei jeder Einzelne aufgefordert, sich Hassbotschaften im Internet entgegen zu stellen und diese zu melden. Wegklicken reiche nicht.

Von

dpa

Kommentare (7)

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Herr Günther Schemutat

12.08.2014, 20:04 Uhr

Rechtsextreme sind Leute die Schwule,Rollstuhlfahrer und harmlose Ausländer auflauern. Sie sind weder Deutsch noch sind sie würdig dieses Land zu verteidigen und sind politisch gebildet wie Jugendliche eben nach 5 oder 12 Jahren Schule:Null

Ein rechter Deutscher sieht die Gefahren wo sie wirklich sind, bekämpft diese Gefahr mit rechtlich staatlichen Mitteln und rechtlichen Mitteln die das Völkerrecht festgelegt hat.

Die Nummer ist zu groß und Rechtsextreme sind den radikalen Muslimischen Brüdern in keinster Weise gewachsen. Die setzen ihre Ziele so durch mit allen Mitteln von Gewalt bis Rechtsmitteln.

Dagegen treten Rechtsextreme einen Ameisenhaufen platt und geben sich die Fünf.


Herr Adre Klarmann

13.08.2014, 08:46 Uhr

Es gibt keine Gefahr in "Sozialen Netzwerken"

Es gibt eine Gefahr für die Bevölkerung, aber keine in den Sozialen Netzwerken. Die Gefahr geht von den Antidemokraten innerhalb der herrschenden Eliten einschließlich von Stefan Glaser und Manuela Schwesig aus. Leute, die ihre Macht über Staatsfinanzen und Staatsbehörden nutzen, um Andersdenkende zu verfolgen, jedwede rechte Opposition zu unterdrücken.

Sie, die selbst ihren Hass gegen Deutsche, Russlanddeutsche und europäische Migranten immer deutlicher extremer zur Schau stellen, sehen im Internet und seinen Meinungsäußerungsmöglichkeiten eine Gefahr für sich selbst und ihre Macht.
Die vermeintlichen "Rechtsextremisten" entpuppen sich in den meisten Fällen dann auch als Parteien und Personen, deren "Verbrechen" darin besteht die Interessen der Deutschen und der vielen Millionen europäischen Migranten stark machen, und deren "Hass" einzig der ist, die objektive Wahrheit auszusprechen über die Folgen der etablierten Politik. Die demographische Verdrängung die ginantische finanzielle Belastung durch die angeblichen "Bereicher" , die rassistische Gewalt nicht-europäischer Migranten gegen Deutsche u. Europäer - an Schulen, auf Bushaltestellen oder auf der Straße.

Sie sind "Rechtsextremisten" aus Sicht von wirklichen Extremisten, der wirklichen Hass-Ideologien wie Schwesig und Co auch deshalb, weil sie sich für die Deutschen und Europäer nicht hassen und sich für ihre Belange einsetzen.

Herr Adre Klarmann

13.08.2014, 08:53 Uhr

@Herr net shadow

Wundert mich nicht, auf dem rechten blind hat sich auch im Neuland nicht geändert, nackte Busen zu verfolgen und der "Rechteindustrie" zur Blüte zu verhelfen ist und war wichtiger.

Sie verstehen da was ganz gehörig falsch. Es gibt keinen Straftatbestand "Rechtsextremismus" -- auch wenn Organisationen wie "Jugendschutznet", und die radikal linken Aktivisten, die sie engagieren, gerne so tun als ob.

Es gibt noch nicht mal eine halbwegs konsensfähige Definition was "Rechtsextremismus" ist. Das ist nichts weiter als ein Kampfbegriff - verwendet und in der Regel auch definiert von kulturellen Linken - um damit alles zu belegen, was ihnen nicht in den Kram passt.

Viele Linke verstehen unter Rechtsextremismus nämlich so ziemlich alles, was rechts vom linken Flügel der SPD steht, und sprechen daher auch gerne vom "Extremismus der Mitte".

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