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03.12.2011

10:07 Uhr

Gefallener CSU-Star

Mehrheit traut Guttenberg Parteigründung zu

Karl-Theodor zu Guttenberg steht vor einem zweiten politischen Frühling - zumindest, wenn es nach Umfragen geht. Unions-Kollegen glauben jedoch nicht an einen CSU-Phönix. Zu Guttenberg solle lieber klug werden.

Karl-Theodor zu Guttenberg inszeniert seinen politischen Neubeginn. dpa

Karl-Theodor zu Guttenberg inszeniert seinen politischen Neubeginn.

Berlin/Halle/Baden-BadenDer ehemalige Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) ist nach Ansicht vieler Bürger für die Neugründung einer konservativen Partei am besten geeignet. 30 Prozent trauen ihm einen solchen Schritt zu, wie eine am Samstag veröffentlichte Umfrage von TNS Emnid im Auftrag von „Focus“ ergab.

Deutlich hinter dem über eine Plagiatsaffäre gestürzten CSU-Politiker liegt mit 20 Prozent der ehemalige CDU-Politiker Friedrich Merz, den seit seinem Rückzug aus der Politik immer wieder Gerüchte um eine Parteigründung begleiten. Ex-BDI-Chef Hans-Olaf Henkel, der selbst entsprechende Spekulationen genährt hatte, halten dagegen nur acht Prozent der Befragten für geeignet, den CSU-Rebell Peter Gauweiler sechs Prozent. Befragt wurden 1.000 repräsentativ ausgewählte Bundesbürger.

Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) hat gelassen auf das Wiederauftauchen seines Amtsvorgängers zu Guttenberg reagiert. „Wir sollten Karl-Theodor zu Guttenberg und seine momentanen Aktivitäten nicht so wichtig nehmen“, sagte der CDU-Politiker der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ und fügte hinzu: „Das gilt für alle: für ihn selbst, für die Politiker, aber auch für die Medien. Damit wäre allen am meisten gedient, auch ihm.“

Guttenberg schreibt in einem kürzlich erschienenen, mehr als 200 Seiten starken Interview-Buch, de Maizière habe 95 Prozent von seinen, Guttenbergs, Reformplänen für die Bundeswehr übernommen. Darauf angesprochen sagte der Verteidigungsminister: „Ich habe die Antwort auf die Frage, was ich an Reformplänen vorgefunden habe, schon zu Beginn meiner Amtszeit verweigert. Dabei bleibt es.“

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat dem ehemaligen Verteidigungsminister zu seinem 40. Geburtstag am 5. Dezember Klugheit gewünscht. „Er wird 40. Ich wünsche ihm alles Gute. Wenn er Schwabe wäre, dann würde er jetzt klug“, sagte er der in Halle erscheinenden „Mitteldeutschen Zeitung“ (Online-Ausgabe). Die Zeit ab dem 40. Geburtstag gilt als „Schwabenalter“, da der Schwabe angeblich erst mit 40 Jahren vernünftig wird. Schäuble spielte mit seiner Äußerung auf Guttenbergs jüngste Interviewäußerungen in dem Buch „Vorerst gescheitert“ an.

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In den Bestsellerlisten liegt zu Guttenbergs neues Buch „Vorerst gescheitert“ entgegen dem Titel weit vorn. Der Gesprächsband rangiert diese Woche nahezu gleichauf mit der autorisierten Biografie von Apple-Gründer Steve Jobs an der Spitze der Sachbuchverkäufe, wie aus der am Freitag veröffentlichten Marktstatistik von Media Control hervorgeht. Jobs' Lebensgeschichte ist demnach seit rund einem Monat das meist verkaufte Sachbuch in Deutschland. Berücksichtigt wurden die Verkaufszahlen von etwa 3.500 Buchhändlern.

Nach Angaben des Herder-Verlags wurden inzwischen 80.000 Exemplare des Buchs, indem Guttenberg mit „Zeit“-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo debattiert, an die Händler ausgeliefert. Weitere 35.000 Ausgaben würden derzeit nachgedruckt, sagte ein Sprecher.

Kommentare (15)

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03.12.2011, 10:13 Uhr

Eine Partei zwischen CDU und NPD wird dringend gebraucht.

Eine neue konservative Zentrale, die nicht immer gegen alles ist, aber die Merkel Druck von konservativer Seite machen kann. Die macht einfach was sie will und CSU und FDP kann man nicht mehr Ernst nehmen als Gegenkraft.

Die Lösung mit den bilateralen Veträgen zur STabilitäts-Union ist allerding gut von Merkel, soll sie mal ganz Brüssel gleich entlassen und auflösen. DIe kriegen dort ihr Geld für nichts. DIe werden fürs Klappehalten bezahlt (Barroso, van Rompuy, Juncker und das EU-Parlament).

Mazi

03.12.2011, 10:33 Uhr

Das kann ich mir gut vorstellen.

Die im engeren Kreis etablierten Parteien (CDU, CSU, SPD, GRÜNEN und FDP) sind heillos verbrannt. Die Spielchen gegeneinander vor den Medien sind bekannt und als es um Elementares für oder gegen das Volk ging, hielten sie wie Pech und Schwefelalle zusammen. Sie haben einvernehmlich für das Paket des EU-Rettungsschirm und gegen das Volk entschieden. Das mag der eine so und der andere so finden.

Die Kritik richtet sich dagegen, dass sie sich von Lobbyisten nicht aber von Fachleuten haben beraten lassen, ja abhängig gemacht haben. Weder ein ehemaliger Bundesbankpräsident Weber noch das EZB-Vorstandsmitglied Starck wurden gehört. Beide haben ja im Vorfeld gehörig gewettert und sogar persönliche Konsequenzen gezogen.

Die Kritik geht also dahin, dass hier eine Laienspieltruppe "Finanzgott" spielen wollte, ohne Ahnung zu haben. Im Fernsehen konnten wir Interviews sehen, die dokumentierten, dass Abgeordnete zur Wahl schritten, die gar nicht wussten, um was es geht. Wenn jetzt eine Entscheidung mit einer zusaätzlichen Verschuldung in der Größenordnung von hunderten von Milliarden Euro dem Volk aufgebürdet wurden, dann kann man derartige Entscheidungen nicht mehr ernst nehmen. Das Vertrauensverhältnis ist gestört, wenn nicht zerstört.

All abendlich können wir in den Nachrichten sehen, dass selbst die Abgeordneten nicht mehr an die Schauspielerei glauben und erst gar nicht mehr zum Parlament gehen.

Deshalb wäre es gut, wenn hier ein Neuanfang stattfinden und die verbrannte Erde entsorgt (nicht versorgt!) würde. Die Linken oder die Piraten sind zwar Alternativen, befürchte aber, dass sie nicht die besten Alternativen sind.

Der Versuch wäre es wert!

EUout

03.12.2011, 11:05 Uhr

Eine demokratische Partei gegen diesen EU-Moloch ist - GERNE

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