Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

21.08.2014

12:20 Uhr

Gegen Kindermangel

AfD will Volksentscheid über Abtreibungen

In Deutschland sind Abtreibungen innerhalb der ersten zwölf Wochen der Schwangerschaft legal, wenn die Frau vorher richtig beraten wurde. Der AfD findet die Regelung zu lasch und sieht sie als Grund für Kindermangel.

Die Spitzenkandidatin der AfD für die Landtagswahl in Sachsen, Frauke Petry, setzt sich für schärfere Abtreibungsregeln ein. dpa

Die Spitzenkandidatin der AfD für die Landtagswahl in Sachsen, Frauke Petry, setzt sich für schärfere Abtreibungsregeln ein.

OsnabrückDie Alternative für Deutschland (AfD) erwägt eine Volksabstimmung zur Verschärfung der Abtreibungsgesetze. Durch einen solchen Schritt könnte dem Kindermangel in Deutschland entgegengewirkt werden, sagte AfD-Bundessprecherin Frauke Petry der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Donnerstagsausgabe). „Die deutsche Politik hat eine Eigenverantwortung, das Überleben des eigenen Volkes, der eigenen Nation sicherzustellen“, sagte Petry, die Spitzenkandidatin der AfD für die Landtagswahl in Sachsen ist. Wünschenswert sei, dass eine deutsche Familie drei Kinder habe.

Viele Mitglieder der Partei seien mit der derzeitigen Abtreibungsregelung im Paragrafen 218 nicht zufrieden, sagte Petry, die selbst vierfache Mutter ist. Dem Gesetz zufolge sind Abtreibungen in den ersten zwölf Wochen der Schwangerschaft straffrei, wenn die Frau eine vorschriftsmäßige Beratung vorweist.

Fakten zur Anti-Euro-Bewegung „Alternative für Deutschland“

Parteigründer

Zu den Gründern der Partei gehören neben dem Hamburger Wirtschaftsprofessor Bernd Lucke unter anderem der langjährige FAZ-Feuilletonist Konrad Adam und der ehemalige hessische Staatssekretär Alexander Gauland.

Nein zum Euro

Die AfD fordert die Auflösung des Euro-Währungsgebietes und die Wiedereinführung nationaler Währungen.

Bundestagswahl

Zur Bundestagswahl im September 2013 ist die neugegründete Partei erstmals angetreten. Bei der Europawahl im Mai 2014 erzielte sie sieben Prozent und zog mit sieben Abgeordneten ins EU-Parlament ein.

Bei der Wahl in Sachsen am 31. August hat die AfD gute Chancen, erstmals in einen deutschen Landtag einzuziehen. Auch bei den Wahlen in Thüringen und Brandenburg Mitte September hat sie Umfragen zufolge Aussichten auf ein Überspringen der Fünf-Prozent-Hürde.

Von

afp

Kommentare (13)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Thomas Schmidt

21.08.2014, 12:56 Uhr

viele deutsche Wähler haben die AfD gewählt aufgrund ihrer klaren Position zum Euro und zu wirtschaftspolitischen Themen. Es scheint aber so, dass in dieser Partei immer mehr Wirrköpfe Einfluss gewinnen. Mit solchen oder anderen fundamentalistischen Forderungen und Personen wie Frau von Storch in einflussreichen Positionen ist diese Partei definitiv unwählbar. Da ist dann wirklich kaum noch ein Unterschied zu den "Bibeltreuen Christen". Und es ist schwer vorstellbar, dass Leute wie Hans-Olaf Henkel, die einen guten Ruf zu verlieren haben, für sowas noch lange ihren Namen hergeben. Die AfD hätte tatsächlich eine gute Chance gehabt, die Rolle der FDP als wirklich liberale Partei in Deutschland dauerhaft zu übernehmen. Aber so definitiv nicht.

Frau Helga Trauen

21.08.2014, 13:06 Uhr

Langsam sollte jeder bemerken, was die AfD für ein (...) ist: Wirtschaftspolitisch mit der Reminiszenz an die Bundesbank Keynesianer, die das Geldsystem nicht verstanden haben. Dann religiös verbrämt in widerlichster, illiberaler Weise mit normativen Aussagen, wie Menschen zu leben haben. Da wird mir nur schlecht - am besten wieder die 3K wie in den 50er Jahren. (...) Eine Alternative, die Deutschland dringend braucht, sieht anders aus. Wenn ich die Pleitepetry nur sehe, wird mir schlecht. Die sollte noch mehr beten gehen und den anderen Frauen vorschreiben, wie sie zu leben haben.
Dazu noch die Befürwortung der Russlandsanktionen durch die Vorstandsclique. Widerlicher geht es nicht. Ich bin einfach nur angeekelt von dieser Partei. Von den anderen Parteien freilich auch!

Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

Herr Jens Großer

21.08.2014, 13:26 Uhr

Nicht die AfD fordert dies sondern Petry. Das ist ihre persönliche Meinung wie sie dies auch betont hat. Das ist schon ein Unterschied!

Zum Thema: Ich habe zwar Respekt vor ihrer persönlichen Einstellung aber das Thema Abtreibung ist einfach zu persönlich und sollte auch nur die Betroffenen (solange es im rechtlichen Rahmen bleibt) interessieren und nicht den Staat oder Politiker.
Außerdem gibt es weitaus wichtigere Themen über die es Volksabstimmungen geben müsste!

@ Helga Trauen

Beleidigungen ersetzen keine Argumente!

Auch wenn ich in Ihren Augen "konservativ von vorgestern" bin, wähle ich trotzdem die AfD!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×