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05.09.2011

19:59 Uhr

Gegen lange Wartezeiten beim Arzt

Lob und Kritik für Bahrs Vorstoß

Ein Vorschlag von Gesundheitsminister Daniel Bahr, nach dem eine „angemessene und zeitnahe“ Behandlung von Kassenpatienten durch Fachärzte garantiert werden soll, ist gemischt aufgenommen wurden.

Gesundheitsminister Daniel Bahr im Sprechzimmer einer Berliner Arztpraxis. dapd

Gesundheitsminister Daniel Bahr im Sprechzimmer einer Berliner Arztpraxis.

BerlinKrankenkassen und Ärzte sollen gemeinsam eine „angemessene und zeitnahe“ Behandlung von Kassenpatienten durch Fachärzte garantieren. Das sieht ein Vorschlag von Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP), der gesetzlich verankert werden soll.

Ärztevertreter wehrten sich am Montag gegen angebliche Pläne, wonach Ärzte wegen zu langer Wartezeiten Honorarkürzungen hinnehmen müssten. „Die Versorgung der Patienten wird doch nicht dadurch besser, dass den Ärzten auch noch die Honorare gekürzt werden“, kritisierte der Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery. Ein Sprecher des Gesundheitsministers stellte jedoch klar, dass es keine gesetzlich vorgeschriebenen Sanktionen geben werde.

Nach dem Willen Bahrs sollen die Kassenärztliche Vereinigungen die „angemessene und zeitnahe“ Versorgung mit Fachärzten sicherstellen. Das Ministerium will eine entsprechende Formulierung im Sozialgesetzbuch V einfügen lassen.

Ärzte und Krankenkassen sollen zudem regeln, „welche Zeiten im Regelfall und im Ausnahmefall noch eine zeitnahe fachärztliche Versorgung darstellen“. Auch könnten die Kassenärztlichen Vereinigungen den Notdienst „durch die Kooperationen und eine organisatorische Verknüpfung mit Krankenhäusern sicherstellen“. Ob es Sanktionen gibt und in welcher Höhe diese liegen sollen, müsste ebenfalls die ärztliche Selbstverwaltung regeln, erläuterte der Sprecher.

Hintergrund der Pläne ist die Kritik von Versicherten an zu langen Wartezeiten, insbesondere beim Übergang von der haus- zur fachärztlichen Versorgung. Eine Studie des BKK Bundesverbandes zufolge betrage die Wartezeit für Kassenpatienten durchschnittlich 20 Tage, für Privatversicherte hingegen zwölf Tage.

Für Ärger bei den Ärzten sorgte darüber hinaus eine Umfrage der AOK, wonach die langen Wartezeiten von Kassenpatienten vor allem auf zu geringe Arbeitsstunden zurückzuführen sind. Demnach entfallen bei Fachärzten 39 Stunden pro Woche auf die Behandlung von gesetzlich Versicherten, bei Hausärzten sind es 47 Stunden. Kalkulationsgrundlage der Vergütungsvereinbarungen zwischen den Kassenärztlichen Vereinigungen und den Krankenkassen seien jedoch 51 Stunden pro Woche, die von den Krankenkassen auch bezahlt worden seien.

Kommentare (1)

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Pendler

05.09.2011, 20:28 Uhr

wie man sieht, überall wo der Staat und die yxz-Vereinigung eingreift, ist das Chaos da.

Warum muss man da 1-2 Stunden warten?

In der Wirtschaft hält man sich auch an Terminabsprachen. Und es klappt.

Gerecht wäre es, wenn man 100 € / Stunde Wartezeit bekommt.

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