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06.01.2013

16:28 Uhr

Gehaltsunterschiede

Bei Beamten droht die Zwei-Klassen-Gesellschaft

Der Beamtenbund fordert mehr Geld - nicht nur für die eine Million Angestellten in den Ländern. Auch die Beamtenbezüge sollen erhöht und ein weiteres Auseinanderdriften in den Länder gestoppt werden.

Die Bezahlung von Beamten unterscheidet sich in den Ländern stark voneinander. dpa

Die Bezahlung von Beamten unterscheidet sich in den Ländern stark voneinander.

KölnDie Gehälter der Beamten in den 16 Bundesländern driften nach einer Analyse des Beamtenbundes (dbb) seit der Föderalismusreform von 2006 immer weiter auseinander. So bekommt ein junger Staatsanwalt oder Studienrat im Süden der Republik inzwischen schon bei der Einstellung fast 400 Euro im Monat mehr als etwa in Berlin oder Brandenburg.

Beamtenbundschef Klaus Dauderstädt forderte in einem dpa-Gespräch eine Korrektur der Föderalismusreform. Auch beim Weihnachts- und Urlaubsgeld sowie den Arbeitszeiten würden die Unterschiede zwischen den Bundesländern immer größer.

Der Beamtenbund kommt an diesem Montag in Köln zu seiner Jahrestagung zusammen. Im Mittelpunkt steht dabei die ab Ende Januar anstehende Tarifrunde für die rund eine Million Angestellten in den Ländern - etwa Krankenschwestern, Polizisten und Verwaltungspersonal. Der Beamtenbund fordert zusammen mit der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi für die Tarifbeschäftigten Einkommensverbesserungen von 6,5 Prozent.

Das Ergebnis müsse „zeit- und inhaltsgleich“ auch auf die Landesbeamten übertragen werden, forderte Dauderstädt. „Wir müssen eine Zwei-Klassen-Gesellschaft im öffentlichen Dienst verhindern.“ Ärmeren Bundesländern falle es immer schwerer, gute Steuerbeamte, Staatsanwälte, Lehrer oder Polizisten für den Staatsdienst zu gewinnen - und sie dauerhaft als Mitarbeiter zu halten. „Besonders in der Steuerverwaltung ist die Abwerbung durch die Wirtschaft extrem“, sagte der dbb-Chef.

Der dbb fordert auch eine einheitliche Bezahlung von Lehrern. „Blockieren die Arbeitgeber hier weiterhin, dann wird es bei den Verhandlungen in der Einkommensrunde 2013 ein munteres Tänzchen geben“, warnte der Tarif-Verhandlungsführer des dbb, Willi Russ, im Magazin „Focus“. „Dass ein Mathematiklehrer in Dresden bis zu 1000 Euro weniger bekommt als sein Kollege in München, ist nicht hinnehmbar.“ Lehrer seien die einzige Berufsgruppe im öffentlichen Dienst ohne ein Tarif-Eingruppierungsrecht.

Von

dpa

Kommentare (14)

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Status_quo_ante

06.01.2013, 17:03 Uhr

Unterschiedliche Besoldungsniveaus bei Bund, Ländern und Kommunen hat es in den Gründerjahren der BRD bereits gegeben. Die Politik wollte mit der Föderalismusreform ja unbedingt zurück zu diesem ursprünglichen Status, den man bereits überwunden hatte. Jetzt belebt Konkurrenz halt das Geschäft und die schlechter bezahlenden Gebietskörperschaften müssen sich eben darauf einstellen, dass leistungsfähiges und weniger ortsgebundenes Personal halt eher mal die Kurve kratzt, um anderswo mehr zu verdienen. Ist doch in der Privatwirtschaft überall so. Die weniger zahlungskräftigen Länder können ja durch Verbesserung der allgemeinen Arbeitsbedingungen reagieren.

fenfir

06.01.2013, 17:21 Uhr

Wie sieht das den in der Freihen Wirtschaft aus?
Da verdient man auch in jedem Bundesland unterschiedlich.
Sogar von Firma zu Firma.
Und dann auch noch von Festangestellt zu Leiharbeit.

Aber das wollen die Beamten bestimmt nicht höhren.
Und bei gleichem Lohn wollen sie bestimmt nicht
den von den Neuen Bundesländern Bundesweit.

Account gelöscht!

06.01.2013, 17:30 Uhr

Ist alles hinnehmbar. Staatsdiener, die ihr Zelt in Dresden aufschlagen, zahlen weniger Miete als in München und brauchen deshalb auch weniger Geld zur Erhaltung ihrer Lebensqualität. Die Besoldungsunterschiede haben ihre Daseinsberechtigung und erfüllen somit ihren Zweck. Die Berufs- und Standortwahl ist eine freie Willensentscheidung des Bürgers. Alles nur eine Frage der Wahl des richtigen Standortes. Wer als Betroffener jammert und meckert, sollte sich beruflich verändern und seinen geografischen Standpunkt wechseln – mit allen Konsequenzen! Wer das nicht kann bzw. nicht möchte, hat eben Pech. C'est la vie.

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