Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.09.2014

08:49 Uhr

Geldpolitiker

EZB fordert Steuersenkungen in Deutschland

„Investitionen fördern und die Steuerbelastung der Arbeitnehmer reduzieren“: Der aktuelle und der ehemalige EZB-Direktor wenden sich in einem Schreiben an die Bundesregierung. Sie fordern eine Entlastung der Bürger.

Strenge Zurechtweisung von der EZB: Deutschland soll sein Steuerkonzept anpassen. dpa

Strenge Zurechtweisung von der EZB: Deutschland soll sein Steuerkonzept anpassen.

FrankfurtDie Europäische Zentralbank (EZB) hat die Bundesregierung aufgefordert, die deutschen Arbeitnehmer durch eine Steuersenkung zu entlasten und damit die Konjunktur in der Eurozone insgesamt zu beleben. Deutschland könne „seine vorhandenen Spielräume nutzen, um Investitionen zu fördern und die Steuerbelastung der Arbeitnehmer zu reduzieren“, schreibt EZB-Direktor Benoit Coeuré in einem Gastbeitrag für die „Berliner Zeitung“ (Freitag).

Den Text verfasste der Geldpolitiker gemeinsam mit Jörg Asmussen (SPD), früher ebenfalls EZB-Direktor und heute Staatssekretär im Bundesarbeitsministerium. Darin werben die beiden Finanzexperten dafür, Steuersenkungen in Deutschland als einen Beitrag zur Überwindung der Euro-Krise zu begreifen. „Das würde die Nachhaltigkeit der Staatsfinanzen nicht gefährden und das Land fit für die kommenden Herausforderungen machen.“

Start der Haushaltsberatungen

Schäuble hält an Konsolidierung fest

Start der Haushaltsberatungen: Schäuble hält an Konsolidierung fest

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Die Europäische Zentralbank könne die Probleme des Euroraumes nicht allein lösen, schreiben Coeuré und Asmussen. „Was Europa jetzt braucht, ist eine umfassende Strategie, die die Schwächen auf der Angebots- und auf der Nachfrageseite in den einzelnen Ländern angeht, und zwar mithilfe einer soliden Mischung aus geldpolitischen, haushaltspolitischen und strukturellen Maßnahmen.“ Asmussen, bis Ende 2013 der deutscher Vertreter im mächtigen sechsköpfigen Direktorium der Notenbank, drücke in dem Gastbeitrag seine persönliche Meinung und nicht die der Bundesregierung aus.

Kommentare (8)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Markus Gerle

19.09.2014, 10:54 Uhr

Hey, endlich mal ein Vorschlag der EZB, mit dem ich mich anfreunden kann. Eine ersatzlose Streichung des Solis und eine zumindest leichte Anpassung der Steuerprogression an die Inflation wären schon mal ein Anfang. Aber da wird wohl nichts draus.

Herr Jürgen Dannenberg

19.09.2014, 11:22 Uhr

Die EZB fordert Steuersenkung in Deutschland. Was für eine Anmaßung. Der Club Med sollte seinen Sauladen einmal ausmisten bevor er Ratschläge erteilen darf.
Steuersenkungen mögen ja immer ins richtig Horn stoßen aber "mann" sollte uns das überlassen. Wir könnten ja der Versuchung wieder fallen das endlich die Cub Med Staaten ihre Salden begleichen.

Drittes Auge

19.09.2014, 11:59 Uhr

Grundsätzlich wären Steuersenkungen sicher wünschenswert. Aber wenn die Herren Gelddrucker nicht im gleichen Atemzug sagen, wie diese gegenzufinanzieren seien, heißt ihr Vorschlag praktisch neue Schulden zu machen. Im Angesicht von Schuldenbergen, die schon jetzt realwertig nicht zurückgezahlt werden können, ist ihr Vorschlag letztlich ein Aufruf zum Kreditbetrug. Um mit Betrug reich zu werden, dazu brauchen wir wiederum aber keine hochbezahlten "Experten", da reicht ein Milchmädchen und seine Rechnung.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×