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26.11.2011

13:06 Uhr

Gemeinsame Erklärung

Deutsche Wirtschaft warnt vor Börsensteuer

Deutsche Wirtschaftsverbände wettern gegen die von der Bundesregierung geforderte, europaweite Finanztransaktionssteuer. Sie habe „negative Auswirkungen auf Unternehmen und Beschäftigte“, heißt es in einer Stellungnahme.

Die EU-Kommission hat Vorschläge für eine neue Finanztransaktionssteuer in der Europäischen Union beschlossen. dpa

Die EU-Kommission hat Vorschläge für eine neue Finanztransaktionssteuer in der Europäischen Union beschlossen.

BerlinDie deutsche Wirtschaft macht nach einem Bericht der Zeitungen der WAZ-Mediengruppe Front gegen die europaweite Einführung einer Finanztransaktionssteuer - diese wird auch von der Bundesregierung gefordert. In einer gemeinsamen Erklärung der maßgeblichen Wirtschaftsverbände heißt es, eine solche Steuer würde „negative Auswirkungen auf Unternehmen und Beschäftigte“ sowie letztlich Wachstumseinbußen zur Folge haben.

Die Wirtschaftsverbände argumentierten, die Gründe für die Steuer seien „nicht überzeugend“. Käme sie, würde das zu Belastungen in der Kreditversorgung führen. Finanzgeschäfte würden in „wenig regulierte Märkte“ umgelenkt. Da die Steuer zumindest zum Teil auf die Preise umgelegt würde, seien am Ende die Kunden - Unternehmen wie Bürger - die Leidtragenden. Gerade auch der Bereich Altersvorsorge wäre getroffen.

Anlass der Stellungnahme der Wirtschaftsverbände ist eine Anhörung zu diesem Thema im Bundestagsfinanzausschuss am kommenden Mittwoch. Die Erklärung, aus der die Zeitungen zitieren, ist unterzeichnet vom Industriebverband BDI, dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK), der Arbeitgebervereinigung BDA, dem Handwerksverband ZDH sowie den Handelsverbänden HDE und BGA, dem Bankenverband BdB sowie der Versicherungsorganisation GDV.

Die EU-Kommission hatte kürzlich einen Vorschlag zur Einführung einer Finanztransaktionssteuer in Europa vorgelegt. Danach sollen kommerzielle Aktien- und Anleihengeschäfte als Mindestsatz mit 0,1 Prozent und Derivategeschäfte mit 0,01 Prozent besteuert werden. Die EU-Kommission verspricht sich davon Einnahmen von rund 57 Milliarden Euro pro Jahr in der EU, die sie zum Teil auf Kommissionsebene halten will.

Auf lange Sicht erwartet die Kommission jedoch Wachstumseinbußen von bis zu 1,76 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung in Europa. Statistisch würde das geringere Steuereinnahmen in der EU von 80 Milliarden Euro und in Deutschland von zehn Milliarden Euro bedeuten.

Kommentare (31)

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Account gelöscht!

26.11.2011, 13:23 Uhr

Was hat man uns nicht alles erzählen wollen , Atomausstieg mach den Strom nicht teurer

Wir haben genug Strom um uns selber mit der nachgefragten menge zu versorgen .

Arbeitsplatzabbau wird es nicht geben .

Das gegenteil ist jeweils eingetreten , auch wenn nun alle behaupten werden das diese Abgabe keine Nachteile haben wird , die Realität sieht auch hier wieder anders aus !!!

Account gelöscht!

26.11.2011, 14:31 Uhr

Natürlich wird es sofort Betroffene geben ,die lauthals protestieren. Das ist doch immer so. Daher lässt sich die Hochfinanz nicht regulieren und der Bürger bezahlt die Rechnung. Dass die Hundts und Kannegieser und Ackermänner dagegen sind ist so klar wie, dass Griechenland und Italien und alle anderen Pleitekandidaten für Eurobonds stimmen.
Arbeitgeber und ihre Vertreter sind auch gegen Mindestlohn und für Zeitarbeit, denn sie profitieren davon. Das ist aber nicht neu und sollte niemand beunruhigen.
Aber die Politik muss Hosen anhaben und nicht zu allem 2 Jahre diskutieren. Wenn man getan hätte ,was getan werden sollte,hätten wir nicht schon wieder eine Bankenkrise.

Otto

26.11.2011, 14:34 Uhr

Lt. Wirtschaftsverbänden geht nicht:
Finanztransaktionssteuer
Erhöhung Spitzensteuersatz für Einkommen ab etwa TE 200
Bürgerversicherung
Schliessen der Steuerschlupflöcher
Es geht nur:
Erhöhung der Mehrwertsteuer
Angleichung der EK-Steuersätze von oben nach unten
Erhöhung der Kranken/Pflege/Rentenbeiträge und Arbeitslosenversicherung
Reduzierung der Hartz 4 Sätze
Reduzierung der Stromleitungskosten für Großabnehmer und Umlegung auf die Privathaushalte
Sanierungspflicht für alle Wohngebäude - nicht jedoch der im Eigentum des Landes BW stehenden Gebäude
Nur dann ist eine Wirtschaftswachstum möglich. Wie sieht der Charakter bei solchen Forderungen aus?

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