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31.08.2011

14:42 Uhr

Gemeinsamer Aufruf

Deutsche Superreiche wollen höhere Steuern zahlen

Die von US-Milliardär Warren Buffet losgetretene Debatte um höhere Steuern für Superreiche erreicht Deutschland. In einem Aufruf schließen sich mehrere prominente deutsche Multi-Millionäre der Forderung an.

Immer mehr Millionäre erklären sich selbst bereit zu höheren Steuern. ap

Immer mehr Millionäre erklären sich selbst bereit zu höheren Steuern.

Berlin/HamburgVier deutsche Millionäre haben sich in der Wochenzeitung „Die Zeit“ für eine höhere Besteuerung von Vermögenden ausgesprochen. „Ich hätte kein Problem, wenn der Spitzensteuersatz angehoben würde“, sagte der Hamburger Versandhändler Michael Otto. Das bringe viel mehr, als Diskussionen um eine Vermögensteuer wieder aufzuwärmen.

Auch Martin Kind, Hörgeräteunternehmer und Präsident des Fußballvereins Hannover 96, würde eine höhere Steuerbelastung akzeptieren - „verbunden mit der Verpflichtung des Staates, die Mehreinnahmen ausdrücklich zur Schuldentilgung zu verwenden.“

Der ehemalige Hamburger Versicherungsunternehmer Jürgen Hunke hält wiederum eine massive Erhöhung der Erbschaftsteuer für den vernünftigen Weg: „Ich rede dabei nicht von dem ersparten Haus, sondern von Menschen mit Hunderten Millionen Euro“, sagte Hunke.

Sänger Marius Müller-Westernhagen würde ebenfalls mehr Steuern abgeben. „Ein paar Prozentpunkte mehr Steuern machen Wohlhabende nicht arm“, erklärte er. „Es werden sogar alle reicher, wenn die Einnahmen konsequent zur Schuldentilgung genutzt werden und Zukunft statt Zinsen schaffen.“

Die Debatte um eine höhere Besteuerung von Super-Reichen geht auf eine Initiative des US-Milliardärs Warren Buffet zurück. Dieser hatte die Forderung für die USA in einem Gastbeitrag in der "New York Times" erhoben.

„Es ist an der Zeit für unsere Regierung, dass sie Ernst macht mit den gemeinsamen Opfern“, schrieb der 80-Jährige. Seine Freunde und er seien lange genug von einem milliardärsfreundlichen Kongress „verhätschelt“ worden.

Auch in Frankreich forderten mehrere Superreiche wie L'Oréal-Erbin Liliane Bettencourt einen Sonderbeitrag der Millionäre in der Schuldenkrise. „Wir sind uns bewusst, dass wir vom französischen Modell und vom europäischen Umfeld in vollem Maße profitiert haben. (...) Wir wollen dazu beitragen, es zu erhalten“, schrieben 16 Wirtschaftslenker und andere reiche Franzosen in einem Beitrag im Nachrichtenmagazin „Le Nouvel Observateur“ .

Für die vermögendsten Franzosen solle eine Sonderabgabe mit „vernünftigem Ausmaß“ eingeführt werden. Sie müsse so kalkuliert werden, dass es nicht zu unerwünschten Nebenwirkungen wie einer verstärkten Steuer- oder Kapitalflucht komme. Zu den Unterzeichnern des Aufrufs zählen neben L'Oréal-Erbin Bettencourt der Chef des französischen Öl-Konzerns Total, Christophe de Margerie, Frédéric Oudéa (Société Générale) sowie Philippe Varin (PSA Peugeot-Citroën).

Nicht mit dabei war allerdings der laut „Forbes“-Magazin reichste Franzose Bernard Arnault. Das Vermögen des 62-jährigen LVMH-Chefs wurde zuletzt auf mehr als 28 Milliarden Euro beziffert. Er ist damit noch wesentlich reicher als Liliane Bettencourt, die mit einem geschätzten Vermögen von mehr als 16 Milliarden Euro als reichste Frau Europas gilt.

Kommentare (19)

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Miss_Trauen

31.08.2011, 16:04 Uhr

Diese Leute können doch spenden. Warum tun sie das nicht? Es sind Heuchler. Denn letztendlich werden nicht die Superreichen zahlen, sondern ausschließlich der fleißige Mittelstand!

alessandro

31.08.2011, 16:05 Uhr

Die Verschuldung mit Zinseszinsen lässt sich auch nicht mehr durch eine höhere Reichensteuer bereinigen.
Nur weil 4 Millionäre mehr Steuern zahlen würden, heisst das nicht dass die restlichen 700.000 Millionäre in Dland das gerne machen würden und nicht abwandern in Steuerlich leichtere Gefilde.
Trozdem Respekt, dass diese Reichen freiwillig mehr abgeben würden!

Account gelöscht!

31.08.2011, 16:36 Uhr

Es gab schon einmal den Vorschlag von ein paar Schlaubergern, gern höhere Steuern zu zahlen.Die Welt hat dann dafür ein Konto eröffnet, EU 105.000,- kamen zusammen. Eu 100.000,- von einer Person!!! EU 5.000,- vom Rest. Herr Otto soll lieber seine Mitarbeiter besser bezahlen, dann hat er ei gutes Werk getan!!!

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