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24.07.2014

07:26 Uhr

Generalsekretär Tauber

CDU will Wechsler zur AfD „nicht geschenkt“ zurück

„Meilenweit weg von der Union“ – so schätzt CDU-Generalsekretär Peter Tauber die Position der Alternative für Deutschland (AfD) ein. Unions-Mitgliedern, die zur Eurogegner-Partei wechseln, trauert er nicht nach.

Unmissverständliches Bekenntnis für Europa – und gegen die Alternative für Deutschland: Generalsekretär Peter Tauber. dpa

Unmissverständliches Bekenntnis für Europa – und gegen die Alternative für Deutschland: Generalsekretär Peter Tauber.

BerlinDer CDU-Generalsekretär Peter Tauber würde die zur rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD) abgewanderten Parteimitglieder „nicht geschenkt“ zurücknehmen wollen. „Ich habe den Eindruck: Dort, wo AfDler von uns kommen, will sie von uns keiner geschenkt zurück“, sagte Tauber der „Berliner Zeitung“ (Donnerstagsausgabe) und distanzierte sich damit deutlich von der AfD. Es handele sich bei den zur AfD gewechselten Menschen vielfach um Leute, „die wenig diskussionsfähig waren, die immer alles besser wussten“. „Die müssen dann eben eine neue Heimat finden“, sagte Tauber.

Wer die AfD anführt

Bernd Lucke, Sprecher

Bernd Lucke ist Professor für Makroökonomie an der Universität Hamburg, 2004 war er Berater der Weltbank. Lucke sieht sich als „Christdemokrat, der von seiner Partei verlassen wurde“ und so verließ er nach 33 Jahren Mitgliedschaft die CDU, in die er mit 16 eintrat. Er fordert eine geordnete Auflösung des Euro-Zwangsverbandes. Eine Option sei die Einführung von Parallelwährungen. Dafür müsste Deutschland eine Änderung der Verträge erzwingen.

Konrad Adam, Sprecher

Der ehemalige FAZ-Redakteur vertrat schon 2003 die Meinung, dass die fehlende Einheit von Staatsvolk und Staat die EU geradewegs zur Despotie führen müsse. Denn die bürokratische Zentrale in Brüssel ziehe mehr und mehr Kompetenzen an sich, die nicht durch Volkszustimmung legitimiert seien. 2005 bezeichnet er die europäischen Politiker als „zeitgerecht regierende Tyrannen“, die sich von dem „Glauben an den Legitimationsbedarf jeglicher Herrschaft“ losgesagt hätten.

Frauke Petry, Sprecherin

Frauke Petry wurde am 1. Juni 1975 geboren. Sie ist Mitglied des Sächsischen Gleichstellungsbeirats und Landesbeauftragte für Sachsen des Vereins zur Unterstützung der Wahlalternative 2013. Außerdem ist sie Trägerin des Bundesverdienstordens.

Alexander Gauland, stellvertretender Sprecher

Gauland war bis 2011 Mitglied der CDU und in den 1980er Jahren Staatssekretär in der hessischen Staatskanzlei unter Ministerpräsident Walter Wallmann. Gauland beklagt den Verlust des Konservativen in der CDU und ist ein vehementer Gegner des „Brüsseler Großstaats“. Er war schon immer ein Euro-Skeptiker. Für ihn ist Europa ein „Kontinent der Nationen“ ohne gemeinsame europäische Kultur. Die Einführung des Euro sieht er vornehmlich
dem Interesse der anderen Staaten geschuldet, ein zu starkes Erstarken Deutschlands zu verhindern.

Der CDU-Generalsekretär zeigte sich überzeugt, dass Konservative in seiner Partei weiter gut aufgehoben sind. „Die AfD ist nicht konservativ, sie ist reaktionär“, sagte Tauber, dessen Partei sich bereits wiederholt von der eurokritischen Konkurrenz distanziert hat. Diese führe rückwärtsgewandte Angstdebatten: „Alles was sie europapolitisch fordert, ist meilenweit weg von der Union.“ Tauber äußerte die Erwartung, dass sich die AfD nicht langfristig als Partei halten werde. „Ich glaube, dass sie auf Dauer den Weg der Piraten gehen und verschwinden wird“, sagte der CDU-Generalsekretär, der kürzlich bereits eine schwarz-grüne Koalition im Bund in Aussicht gestellt hatte.

Von

afp

Kommentare (47)

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Frau Helga Trauen

24.07.2014, 08:09 Uhr

Ich mag die AfD mit ihrem Programm aus den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts zwar überhaupt nicht - die wollen ja nur die 3K und Erhard reanimieren - aber der CDU-Fritze quakt wie früher die Ostzonalen über die Flüchtlinge in den Westen. Der CDU-Fritze ist Apologet der EUSSR - er versteht die Zusammenhänge aber wohl selbst nicht! Ich werde weder die Blockparteien noch die rückwärtsgewandte AfD wählen - die wollen auch nur an den Trog!

Frau Dagmar Kohlrausch

24.07.2014, 08:18 Uhr

"Es handele sich bei den zur AfD gewechselten Menschen vielfach um Leute, „die wenig diskussionsfähig waren, die immer alles besser wussten“

Nun, kann es nicht auch sein, dass sie es tatsächlich besser wissen, Herr Tauber? Dieser Weg immer mehr EU führt, zumindest für die Bürger, in eine Sackgasse. Und was macht man in einer Sackgasse? Man wendet, fährt zurück und sucht sich einen neuen Weg.

Account gelöscht!

24.07.2014, 08:37 Uhr

Die Panik in der Union muss ja schon groß sein, wenn der Tauber von der Union so gegen die AfD propagieren muss.
Auf jeden Fall sind alle Unions-Konservativen und Marktwirtschaftlichen Personen in der AfD willkommen.
Die Abwanderungswelle von der Union zur AfD hält weiter an und das ist auch gut so.

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