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30.09.2015

17:43 Uhr

Generation Merkel, Teil 8

Merkel – die graue Pantherin

VonMatthias Streit

Deutschland steckt mittendrin im Generationenkonflikt. Daran ist auch die Kanzlerin schuld. Denn sie hat es schlichtweg versäumt, für eine gerechte Lastenverteilung zu sorgen. Im Gegenteil.

Angela Merkel hat die Sorgen der Jungen völlig aus den Augen verloren. Kein Thema bringt das besser auf den Punkt als die Rente.

Angela Merkel

Angela Merkel hat die Sorgen der Jungen völlig aus den Augen verloren. Kein Thema bringt das besser auf den Punkt als die Rente.

„Es ist wichtig, dass wir keinen Krieg der Generationen bekommen.“ Mit diesen Worten stand Angela Merkel 2003 zwar plakativ, aber entschlossen für die Generationenverständigung ein. Heute, zwölf Jahre und eine Regierungsdekade Kanzlerin Merkels später, hat ihr öffentlicher Enthusiasmus für die Generationengerechtigkeit nachgelassen. Stattdessen stecken wir mittendrin im Generationenkonflikt. Daran ist auch die Kanzlerin schuld. Sie hat es schlichtweg versäumt, für eine gerechte Lastenverteilung zu sorgen. Im Gegenteil: Sie hat die Sorgen der Jungen völlig aus den Augen verloren. Kein Thema bringt das besser auf den Punkt als die Rente.

Die Provokation kommt ungewollt. Und zwar immer dann, wenn unsere Eltern über die noch lange verbleibende Arbeitszeit und die niedrige Rente im wohlverdienten Ruhestand jammern. Klar haben Sie Grund dazu. Sie bekommen sicher einmal weniger als heutige Rentner. Doch in jungen Ohren klingt das wie blanker Hohn. Denn in den kommenden Jahrzehnten werden immer weniger Arbeitnehmer für immer mehr alte Menschen in die Rentenkasse einzahlen. Kamen 1991 noch vier Arbeitstätige für einen Rentner auf, werden es 2030 nur noch zwei sein. Das heißt: Jeder junge Mensch muss künftig deutlich mehr zahlen.

Zehn Dinge über Merkel, die Sie garantiert nicht wussten

ÄNGSTE

Merkel meidet Hunde, vor allem die des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Der schenkte ihr deshalb einen Stoffhund.

HUMOR

Sie hat Spaß an Ironie, auch Selbstironie. Kann sich ausschütten vor Lachen. Hat immer einen Witz auf Lager.

LÄNDER

Sie begeistert sich für Amerika, schüttelt über die Geheimdienst- und Spionageaffäre aber den Kopf.

LERNEN

Merkel kann zuhören, saugt Gespräche auf wie ein Schwamm.

MÄNNER

An Männern mag sie schöne Augen.

SPRACHEN

Französisch fasziniert sie, sie kann die Sprache aber nicht verstehen. Dafür spricht sie Russisch und kann Putin verstehen.

STÄRKEN

„Kamelartige Fähigkeiten“ Kraft zu speichern, um Gipfel- Nächte und Koalitionsverhandlungen besser als andere durchzustehen.

TALENT

Merkel kann Prominente imitieren.

VORBILDER

Marie Curie, die 1911 den Chemie-Nobelpreis bekam, wegen ihres Durchhaltevermögens. Und Sisyphus, der trotz aller Rückschläge den Stein immer wieder den Berg hoch rollt.

VORLIEBEN

Ihren Kaffee trinkt sie schwarz.

Quelle

dpa

Statt sich um die Sorgen der jungen Generation zu kümmern, verprellt die Regierung sie mit Wahlgeschenken für die Altvorderen. Zwar hebt Merkel erst noch das Renteneintrittsalter auf 67 Jahre an. Dann aber privilegiert sie einige wenige Jahrgänge mit der Frühverrentung ab 63. Geschätzte Kosten: Über 13 Milliarden Euro. Ja, die Rente mit 63 war eine Idee der  SPD. Doch Merkel hat sie mitgetragen. Hinzu kommt noch die Mütterrente – diesmal aber wirklich aus dem Hause CDU – die bis 2030 jährlich weitere 6,5 Milliarden Euro verschlingt. Selbst bei den jüngeren in  der Union, wie etwa dem 35-jährigen Jens Spahn, sorgt das für reichlich Unmut.

Nachvollziehbar ist dieses Vor-Zurück-Spiel ganz sicher nicht. Und erst recht nicht, wenn man die in Zukunft zwangsläufig steigenden Beiträge zur Rentenversicherung bedenkt. Mit solchen Strategien läuft Merkel allenfalls den Grauen Panthern die Stammwählerschaft ab. Junge Wähler stößt sie damit vor den Kopf.

Matthias Streit ist Volontär in der Verlagsgruppe Handelsblatt.

Matthias Streit

Matthias Streit ist Volontär in der Verlagsgruppe Handelsblatt.

Wir sind in punkto Altersvorsorge ohnehin völlig verunsichert. Dabei sollte uns das Hin und Her bei der Rente verdeutlichen: Wir sind mehr als unsere Eltern in der Verantwortung, für die Zeit nach dem Berufsleben selbst vorzusorgen. Doch die Jungen zweifeln, ob sich riestern überhaupt lohnt. Wir wissen nicht, welches Investment bei anhalten Niedrigzinsen tatsächlich Rendite erzielt.

Das hat Konsequenzen, wie eine Studie von Infratest belegt: 2014 sorgten ein Drittel weniger Menschen privat vor als noch 2009. Wir erhoffen uns zwar einerseits kaum noch etwas von der staatlichen Rente. Andererseits reagieren wir nur, indem wir das Problem verdrängen. Den Vorwurf, wir würden selbst zu wenig für Alter sparen, müssen wir uns durchaus gefallen lassen.

Kommentare (19)

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Adolf Schickelgruber

30.09.2015, 17:58 Uhr

Das heißt: Jeder junge Mensch muss künftig deutlich mehr zahlen."
Ganz meine Taktik,
Blödsinn wiederholen bis es das Volk glaubt.

Account gelöscht!

30.09.2015, 17:58 Uhr

Deutschland steckt mittendrin im Generationenkonflikt.

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Nicht kritisieren sondern schon einmal als Deutsche (r) mit dem lernen von Fremdsprachen beginnen.

WEIL:

Der Altersheim könnte im Ausland sein wegen den dortigen billigeren preis.

Die Pflegekraft könnte schnell erst aus dem ausland gekommen sein weil nur so bezahlbar.

Der Zahnarzt oder Hausarzt könnte aus dem Ausland kommen und zu ihnen sagen :

" Tschuldigung bin erst gekommen nach Deutschland. "

Und auch im Alltag werden schon bald viele Unternehmer sich den Neuankömmlinge bedienen wo der Kunde eventuell um den Auftrag zu erteilen zuerst einen Dolmetscher benötigt...aber der Unternehmer rentabel durch billig kräfte geworden ist.

INTELLIGENZ als EUROPÄER WANDERT IN ANDERE KONTINENTE AUS...

und nach Europa kommen lauter Fachkräfte ?

Warum ist der Aufschwung in Europa noch nicht da?
Und warum hat die EZB auch versagt mit seine Geld Verbrennungsanlage in höhe von 1 Billion Euro ?

EUROPA ENTWICKELT SICH BIS INS JAHR 2023 ZURÜCK IN DIE STEINZEIT ?

UND WAHLEN SIND NUR EINE ILLUSION DASS ES DANACH BESSER WIRD !!!



Frau Margrit Steer

30.09.2015, 17:58 Uhr

Man kann von Frau Merkel nicht verlangen oder erwarte, dass sie heute noch weiß, was sie 2003 gesagt hat.
Merkel ist ein Wedehals, es geht ihr ausserdem ausschließlich um die Macht und sonst gar nichts.
Merkel würde mit dem Teufel paktieren, wenn der ihr die Macht sichert.
Hinzu kommt, dass immer merkbarer ist, dass Merkel schlicht und einfach von Politik Null Ahnung hat und alles mitmacht, was andere wollen, wie die frühzeitige Rente.. Hauptsache sie bleibt Kanzlerin
Die Mütterente, also die 3 Punkte, müßten aus Steurgeldern bezhalt wden. Kider sind eine gesamtgesesschaftliche Aufgabe
Aber wie gesagt, von Merkel kannman gute Politik nicht erwarten.

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