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08.09.2016

06:47 Uhr

Generation Mitte

Die Angst der Leistungsträger

Sie gelten als die Stützpfeiler der deutschen Gesellschaft: Die Menschen zwischen 30 und 59 Jahren. Eigentlich sind sie mit ihrem Leben ganz zufrieden. Doch in die Zukunft blicken sie mit einem eher mulmigem Gefühl.

Die Sorgen der mittleren Generation in Deutschland wachsen an. Reuters

Zufrieden, aber skeptisch

Die Sorgen der mittleren Generation in Deutschland wachsen an.

BerlinAngst vor Kriminalität, Altersarmut und sozialer Spaltung: Die mittlere Generation in Deutschland blickt trotz materieller Sicherheit zunehmend skeptisch in die Zukunft. Das geht aus einer Umfrage des Allensbach-Instituts im Auftrag der deutschen Versicherungswirtschaft hervor, die der „Passauer Neuen Presse“ vorliegt. Die Ergebnisse werden an diesem Donnerstag in Berlin vorgestellt.

„Die 30- bis 59-Jährigen bewerten persönliche Lebensqualität und wirtschaftliche Lage weiterhin positiv, blicken aber mit Skepsis auf die Lage und Entwicklung in Deutschland“, zitiert das Blatt aus der Analyse. „Trotz einer weiterhin guten persönlichen Bilanz sind die Sorgen der „Generation Mitte“ im Vergleich zum Vorjahr deutlich gewachsen.“

Für die Umfrage wurden im ersten Halbjahr 2016 mehr als 1000 Männer und Frauen aus dieser Altersgruppe befragt. Zwar bezeichneten 75 Prozent ihre Lebensqualität als gut oder sehr gut, heißt es in dem Bericht. Dennoch sähen nur noch 43 Prozent dem kommenden Jahr mit Hoffnungen entgegen. 2015 waren es 57 Prozent. Dagegen seien 42 Prozent eher skeptisch, 2015 waren es nur 30 Prozent.

Diesen Stellenwert hat die Arbeit im Leben der Deutschen

39 Prozent

Eine repräsentative Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung im Auftrag der Bertelsmann Stiftung zeigt, was den Deutschen im Leben am wichtigsten ist. An erster Stelle stehen bei den Befragten Familie und Partnerschaft mit 39 von 100 Punkten.

Quelle: Studie „Bedeutung der Arbeit

34 Prozent

Arbeit hat eine hohe Bedeutung im Leben der Deutschen. Mit 34 von 100 möglichen Punkten rangiert sie auf Platz zwei. Selbst ein hoher Geldgewinn wäre nur für jeden fünften Arbeitnehmer ein Grund, aus dem Berufsleben auszusteigen. Und selbst wenn das Arbeitslosengeld sehr hoch wäre, würden fast drei Viertel der Deutschen demnach lieber zur Arbeit gehen als Transferleistungen beziehen.

20 Prozent

An dritter Stelle nannten die Deutschen ihre Freizeit. Wenig verwunderlich war der Wert bei der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen mit 23 Punkten etwas höher, doch auch für die Jungen sind Familie und Job wichtiger als der Kinobesuch.

7 Prozent

Ein gesellschaftliches Engagement rangiert bei allen Altersgruppen am Ende der Bedeutungsskala. Männern ist das Engagement jedoch ein bisschen wichtiger als Frauen. Sie vergaben 8 von 100 Punkten, Frauen nur 6.

Die Angst vor wachsender Kriminalität und die Sorge vor Altersarmut stehen den Angaben zufolge im Mittelpunkt. Auch wachsende soziale Unterschiede und Zuwanderung würden zunehmend kritisch gesehen. 60 Prozent fürchteten, im Alter Abstriche machen zu müssen - Tendenz steigend. 44 Prozent hätten Sorge, dass ihr Einkommen in den nächsten Jahren nicht mehr ausreichen könnte. Dabei hätten vier von zehn Befragten angegeben, dass ihre wirtschaftliche Lage in den vergangenen fünf Jahren besser geworden sei.

Auch beim Thema Innere Sicherheit wächst die Skepsis. 68 Prozent hätten den Eindruck, dass die Zahl der Verbrechen in Deutschland allgemein zunehme, heißt es in dem Bericht. 35 Prozent befürchten, Opfer eines Einbruchs oder Diebstahls zu werden - acht Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zahl derer, die Angst davor haben, Opfer eines Terroranschlages oder eines anderen Gewaltverbrechens zu werden, habe sich mehr als verdoppelt. Etwa jeder Vierte befürchte dies nun.

Verändert haben sich der Umfrage zufolge auch die Einstellungen der „Generation Mitte“ zur Zuwanderung: Sei von 2004 bis 2014 noch immer mehr Offenheit für Zuwanderung erkennbar gewesen, würden nun die Risiken stärker gesehen, berichtet die „Passauer Neue Presse“. Die Skepsis über die Integrationschancen von Flüchtlingen sei groß. 67 Prozent hielten diese für „weniger oder gar nicht gut“, 21 Prozent für gut, nur ein Prozent für sehr gut.

Von

dpa

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