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03.05.2011

16:08 Uhr

Gericht kippt Abschlag

Apotheker müssen Niederlage einstecken

Im Streit mit den Gesetzlichen Krankenkassen zogen deutsche Apotheker nun den Kürzeren. Der sogenannte Apotheken-Abschlag wurde durch das Sozialgericht Berlin nach einer Klage der Kassen gekippt.

Der für die Apotheker günstige Abschlag für verschreibungspflichtige Medikamente wurde gekippt. Quelle: dpa

Der für die Apotheker günstige Abschlag für verschreibungspflichtige Medikamente wurde gekippt.

BerlinIm Streit mit den Krankenkassen über mehrere Hundert Millionen Euro an Vergütungen haben die Apotheker eine Niederlage erlitten. Das Sozialgericht Berlin kippte eine für die Pharmazeuten günstige Regelung des sogenannten Apotheken-Abschlags, gegen die die Krankenkassen geklagt hatten. Dies teilte das Gericht am Dienstag mit.

Die Apotheken-Vergütung läuft im Geschäft mit den Gesetzlichen Krankenkassen und ihren 70 Millionen Versicherten nach einem komplizierten System von Zu- und Abschlägen: Eigentlich bekommen die Apotheker je Medikamentenpackung 8,10 Euro und drei Prozent des Einkaufspreises. Doch müssen sie den Kassen gleichzeitig Rabatt geben, der das Honorar von 8,10 Euro schmälert.

Für die Jahre 2006 bis 2008 wurden per Gesetz 2,30 Euro „Abschlag“ festgelegt. Ab 2009 sollten Kassen und Apotheker den Wert selbst aushandeln. Da sie sich nicht einig wurden, urteilte eine Schiedsstelle. Ergebnis: Für 2009 sollten nur noch 1,75 Euro Abschlag gelten. Den Kassen war das zu wenig: Sie mussten den Apothekern damit nach eigenen Angaben 320 Millionen Euro mehr an Vergütung lassen und hatten entsprechend weniger im eigenen Budget. Letzten Endes zahlen das die Kassenmitglieder.

Abschlag zu stark gestutzt

Nun entschied das Gericht, die „Schiedsstelle für Arzneimittelversorgung und Arzneimittelabrechnung“ habe den für die Apotheker vorteilhaften Schiedsspruch falsch ermittelt. Sie habe einen Personalzuwachs in den Apotheken von 2,38 Prozent anerkannt und dies auf höheren Beratungsaufwand zurückgeführt. Entsprechend wurde mehr Vergütung für nötig gehalten. Nicht berücksichtigt habe die Schiedsstelle dagegen, dass der Umsatz verkaufter Packungen um 5,69 Prozent gestiegen sei, bemängelte das Gericht.

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