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04.04.2006

14:25 Uhr

Gerichtsbeschluss

Bund darf befreiter Geisel keine Rechnung schreiben

Susanne Osthoffs Entführung im Irak hat die Diskussion um die Kostenübernahme für die Befreiung neu aufkeimen lassen. Zwischenzeitlich hatte es geheißen, sie sollte den Einsatz der deutschen Ermittler zahlen. In einem anderen, älteren Fall hat ein Gericht dem Ansinnen nun erstmal einen Riegel vorgeschoben.

HB BERLIN. Das Auswärtige Amt darf nach einem Urteil des Verwaltungsgerichts Berlin im Ausland entführten Bundesbürgern die Kosten ihrer Befreiung nicht in Rechnung stellen. Das Konsulargesetz gebe für eine Kostenerstattung keine Rechtsgrundlage her, urteilte die 14. Kammer des zentral für alle deutschen Konsularangelegenheiten zuständigen Gerichts am Dienstag.

Die Richter entschieden damit zu Gunsten der Physiotherapeutin Reinhilt Weigel, die im Jahr 2003 nach zehnwöchiger Geiselhaft in Kolumbien freigelassen worden war. Die 33-Jährige sollte 12 640 Euro für einen Hubschrauberflug bezahlen, mit dem sie damals aus dem Dschungel geholt worden war. Den Hubschraubereinsatz hatten die Entführer zur Bedingung für die Freilassung gemacht. Ob sich das Auswärtige Amt die Kosten möglicherweise auf zivilrechtlichem Weg von der Physiotherapeutin zurückholen kann, ließ das Verwaltungsgericht offen.

Noch immer befinden sich die beiden deutschen Ingenieure René Bräunlich und Thomas Nitzschke in der Gewalt irakischer Entführer. Sie waren am 24. Januar auf dem Weg zur Arbeit im irakischen Beidschi entführt worden. Sie wollten im Auftrag des Anlagenbauers Cryotec in einer Raffinerie eine Anlage zur Herstellung von Stickstoff aufbauen und an die Iraker übergeben.

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