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20.05.2016

14:48 Uhr

Gerichtsurteil

Brütereien dürfen töten

Kükenbrüter töten jedes Jahr Millionen männliche Embryonen. Damit verstoßen sie nicht gegen das Tierschutzgesetz, wie ein Oberverwaltungsgericht jetzt urteilte. Die NRW-Regierung hatte das Kükentöten verbieten wollen.

In der Legehennenzucht sind männliche Embryos überflüssig. Deswegen werden jedes Jahr Millionen von ihnen getötet. dpa

Männliche Küken

In der Legehennenzucht sind männliche Embryos überflüssig. Deswegen werden jedes Jahr Millionen von ihnen getötet.

MünsterDie umstrittene Praxis, männliche Küken nach dem Schlüpfen zu töten, verstößt nicht gegen das Tierschutzgesetz. Das hat das Oberverwaltungsgericht Münster am Freitag entschieden. Das OVG bestätigte damit mehrere Urteile von Verwaltungsgerichten in Nordrhein-Westfalen gegen einen Erlass der rot-grünen Landesregierung von 2013. Damit setzten sich zwei Brütereien auch in zweiter Instanz mit einer Klage gegen ein behördliches Verbot der Kükentötung in Nordrhein-Westfalen durch.

Das Tierschutzgesetz erlaube das Töten von Tieren, wenn dafür ein vernünftiger Grund vorliege, teilte das Gerichtmit. In dem Fall müssten „ethische Gesichtspunkte des Tierschutzes und menschliche Nutzungsinteressen“ gegeneinander abgewogen werden, betonte das Gericht - ohne dass einem der Belange ein strikter Vorrang zukomme.

Die Aufzucht männlicher Küken der Legelinien stehe im Widerspruch zum erreichten Stand der Hühnerzucht und den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, hoben die Richter hervor. Technische Verfahren, um nur noch Eier mit weiblicher DNA auszubrüten, seien noch nicht praxistauglich. Zudem sei die Aufzucht der ausgebrüteten männlichen Küken aus einer Legehennenrasse für die Brütereien mit einem unverhältnismäßigen Aufwand verbunden.

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Würden diese Küken aufgezogen, seien sie von den Brütereien praktisch nicht zu vermarkten, gab das Gericht zu bedenken. Ausgewachsene Hähne der Legehennenrassen seien allenfalls ein Produkt für eine kleine Absatznische. Die Tötung der Küken sei daher „Teil der Verfahren zur Versorgung der Bevölkerung mit Eiern und Fleisch“.

Eine an wirtschaftlichen Aspekten ausgerichtete Gestaltung dieser Verfahren sei für die Brütereien als Erzeuger der Küken unvermeidbar. Hiervon seien auch die für den Tierschutz verantwortlichen staatlichen Stellen über Jahrzehnte hinweg einvernehmlich mit den Brütereien ausgegangen.

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