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30.06.2015

17:36 Uhr

Germanwings-Absturz und die Folgen

Dobrindt macht sich für mehr Kontrolle von Piloten stark

Ein mutmaßlich depressiver Copilot brachte Ende März eine Germanwings-Maschine zum Absturz. Alle 150 Menschen an Board kamen dabei ums Leben. Der Bundesverkehrsminister macht sich für mehr Kontrollen der Piloten stark.

Germanwings-Katastrophe

Staatsanwalt: „Vor dem Absturz war er bei 41 unterschiedlichen Ärzten“

Germanwings-Katastrophe: Staatsanwalt: „Vor dem Absturz war er bei 41 unterschiedlichen Ärzten“

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BerlinEngmaschigere Kontrollen, mehr Sensibilität für psychische Probleme und ein besserer Informationsfluss: So lauten die Empfehlungen einer von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) eingesetzten Taskforce zur Flugsicherheit, nachdem ein mutmaßlich depressiver Copilot Ende März eine Germanwings-Maschine zum Absturz gebracht hatte.

Den Mechanismus der Cockpit-Türen stellt der am Dienstag in Berlin vorgestellte Zwischenbericht nicht in Frage. Germanwings unterbreitete den Angehörigen der Unglücksopfer ein Schadenersatzangebot, das deren Anwälte aber zurückwiesen.

Die Chronologie der Germanwings-Katastrophe

6:48 Uhr

Der Morgen beginnt mit einem Flug von Düsseldorf nach Barcelona. An Bord der Maschine reisen 122 Passagiere nach Spanien. Nach der Landung an der Mittelmeerküste werden keine Probleme bekannt.

10:01 Uhr

Die Maschine startet auf dem Flughafen in Barcelona 26 Minuten später als geplant zurück in Richtung Deutschland.

10:45 Uhr

Der Airbus A320 hat nach Angaben von Germanwings seine reguläre Flughöhe erreicht. Französische Medien berichten später, das Wetter sei gut gewesen.

10:46 Uhr

Die Maschine geht nach Angaben der Fluggesellschaft für 8 Minuten in einen Sinkflug, der nicht mit der Flugsicherung abgesprochen ist. Dem Online-Dienst Flightradar24 zufolge sank die Maschine dabei mit einer Geschwindigkeit von 3000 bis 4000 Fuß - etwa 900 bis 1200 Meter - pro Minute, vergleichbar mit einem Landeanflug.

10:47 Uhr

Aus dem Flugzeug wird nach ersten Angaben des französischen Verkehrsstaatssekretärs ein Notsignal gesendet, weil sich die Maschine in einer „unnormalen Situation“ befunden habe. Die französische Flugkontrolle teilt später aber mit, es habe keinen Notruf gegeben.

10:53 Uhr

Die Radarverbindung bricht auf 6000 Fuß Höhe (ca. 1800 Metern) ab. Die Maschine ist im Estrop-Massiv rund 100 Kilometer nordwestlich von Nizza abgestürzt.

11:30 Uhr

Etwa zu diesem Zeitpunkt erhält der Flughafen Düsseldorf nach Angaben eines Sprechers die Information, dass die Maschine vom Radar verschwunden ist. Ein Krisenstab wird eingesetzt.

11:55 Uhr

Die Maschine hätte in Düsseldorf landen sollen. Angehörige und Freunde der Opfer werden in Düsseldorf und Barcelona betreut und am Flughafen in einen geschützten Bereich gebracht.

13:00 Uhr

Das Luftfahrtbundesamt teilt mit, es sei ein Krisenstab gebildet worden.

„Depressionen sind weit verbreitet und in den meisten Fällen gut heilbar“, sagte Dobrindt. Deshalb kommt der unter Leitung des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) erarbeitete Bericht zu dem Schluss, dass die für die Erteilung der Flugtauglichkeit zuständigen Ärzte verstärkt für psycho-soziale Störungen sensibilisiert werden sollen.

Ferner empfiehlt die Taskforce, neue Methoden zur Kontrolle von Drogen-, Alkohol- und Medikamentenmissbrauch zu prüfen. Zudem solle das Luftfahrt-Bundesamt (LBA) die mögliche Einführung stichprobenartiger Zufallskontrollen von Piloten nach US-Vorbild analysieren, sagte Dobrindt.

Zu den weiteren Empfehlungen der Taskforce zählt die verpflichtende Einrichtung von Anlaufstellen auf europäischer Ebene. An diese innerhalb der Fluggesellschaften angesiedelten Anlaufstellen können sich Piloten und Crewmitglieder wenden, wenn sie bei sich selbst oder ihren Kollegen Auffälligkeiten beobachten.

Außerdem fordert die Taskforce, den Informationsfluss zwischen Medizinern, Aufsichtsbehörden und Fluggesellschaften zu vereinfachen. Dieser werde teilweise durch die ärztliche Schweigepflicht und Datenschutzrechte unnötig erschwert, heißt es in dem Bericht.

Kommentare (2)

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Herr Wolfgang Trantow

30.06.2015, 19:09 Uhr

Alle verantwortlichen Personen müssen überwacht werden, die die marode Infrastruktur in Deutschland zu verantworten haben. Der Zusammenbruch wurde von diesen Personen vorsätzlich herbei geführt!

Herr mathias müller

01.07.2015, 19:44 Uhr

Dobrindt will Verhältnisse wie im Einzelhandel :
- Mitarbeiter überwachen
- Anschwärzen
Man will menschliche Wracks schaffen, damit noch mehr Fehler gemacht werden.

Ich rate von künftigen Flügen ab !!!
Oder Herrn Dobrindt als Testperson IMMER mitfliegen lassen.

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