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16.01.2007

14:48 Uhr

Gerüchte um Geliebte

Intrigantenstadl: Seehofer strauchelt

Mit den Gerüchten um den möglichen Stoiber-Nachfolger Horst Seehofer hat der Kampf um die Macht in Bayern und der CSU eine neue Dimension bekommen. Geradezu verzweifelt wird vor einer „Schlammschlacht“ gewarnt und die undichte Stelle in der Partei gesucht. Gegner hat Seehofer jedenfalls genug. CSU-Landtagsabgeordnete äußerten einen ungeheuerlichen Verdacht.

Unter Druck: Verbraucherminister Horst Seehofer (CSU). Foto: dpa dpa

Unter Druck: Verbraucherminister Horst Seehofer (CSU). Foto: dpa

HB BERLIN. Horst Seehofer ist zunächst einmal auf Tauchstation gegangen. Am Dienstag sagte der Bundeslandwirtschaftsminister alle Termine in Berlin ab. Im Kabinett ließ er sich von seinem Staatssekretär vertreten. Als die Ministerrunde am Morgen im Kanzleramt zusammentrat, war die „Bild“-Zeitung längst an allen Kiosken zu kaufen. „Minister Seehofer - Baby mit heimlicher Geliebten!“ prangte in fetten Lettern auf der Titelseite.

Damit hat der Kampf um die Macht in Bayern und der CSU eine neue Dimension bekommen. Der stellvertretende CSU-Chef Seehofer gilt als Favorit für den Parteivorsitz, sollte Edmund Stoiber das Amt abgeben. Der Bericht platzte mitten in die entscheidende Phase des Erbfolgekriegs um den bayerischen Ministerpräsidenten. Viele CSU-Politiker reagierten bestürzt - nicht nur in Kreuth, wo die CSU-Landtagsfraktion in einer Marathonsitzung um eine Lösung rang.

Geradezu verzweifelt wird seither in der CSU vor einer „Schlammschlacht“ gewarnt. Die zentrale Frage, die alle beschäftigt, lautet: Woher kommen die Indiskretionen, und wem sollen sie nutzen? Die Münchner Staatskanzlei, in der so genannten Spitzelaffäre um die Fürther Landrätin Gabriele Pauli ohnehin unter Druck geraten, ist händeringend bemüht, jeden Verdacht von sich zu weisen.

Stoiber verurteilte die Gerüchte schon am Montag, als die „Bild“-Zeitung zum ersten Mal über die angebliche außereheliche Affäre Seehofers berichtet hatte, in scharfer Form und stellte sich klar hinter Seehofer. Wie blank die Nerven liegen, zeigte sich am Abend, nachdem ein Rundfunksender berichtet hatte, die Indiskretionen könnten „aus dem Umfeld der Staatskanzlei“ kommen. Diese verbreitete daraufhin eine Erklärung der „Bild“-Zeitung, wonach die Regierungszentrale nicht die Urheberin sein.

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