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06.01.2007

17:22 Uhr

Gesamtmetall dämpft Erwartungen

Rürup warnt vor zu hohen Tarifabschlüssen

Der Vorsitzende des Sachverständigenrats der Bundesregierung, Bert Rürup, hat die Tarifvertragsparteien vor zu hohen Lohnabschlüssen gewarnt.

HB HAMBURG. Angesichts der bevorstehenden Lohnrunden in zahlreichen Branchen sagte Rürup dem „Spiegel“: „Wenn man in der Summe der Abschlüsse über den beschäftigungsneutralen Verteilungsspielraum von derzeit etwa drei Prozent hinausgeht, dämpft das die Konjunktur und den Beschäftigungsaufbau.“ Gewerkschaften einzelner Branchen haben bereits Forderungen jenseits der sechs Prozent formuliert. Auch der Vorsitzende der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), Hubertus Schmoldt, hat kurz vor Beginn der Chemie-Tarifrunde 2007 Forderungen nach sechs Prozent mehr Lohn nicht zurückgewiesen.

Zwar zeigt Rürup „volles Verständnis dafür“, dass die Beschäftigten angesichts der guten Ertragslage vieler Unternehmen jetzt mehr Geld wollen. Doch das solle möglichst mit „durchaus satten Einmalzahlungen“ oder „befristeten ertragsabhängigen Zuschlägen“ geregelt werden. Gleichwohl erwartet der Ökonom und Wirtschaftsweise zumindest in der Metallindustrie einen hohen Lohnzuwachs: „Ich schließe nicht aus, dass in der Metallbranche eine rechnerische Vier vor dem Komma stehen wird.“

Der Vorsitzende des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, Martin Kannegiesser, erteilte einem derart hohen Abschluss im „Spiegel“ eine Absage: „Wir hatten im vergangenen Jahr bereits einen hervorragenden Abschluss“, sagte Kannegiesser. Damals einigten sich IG Metall und Gesamtmetall auf drei Prozent mehr Lohn. „Mit jedem Ergebnis, das das letzte übertrifft, erweisen wir uns einen Bärendienst“, sagte Kannegiesser. Im Gespräch mit der „Frankfurter Rundschau“ (Samstag) warnte er: „Wir dürfen auf keinen Fall unsere internationale Wettbewerbsfähigkeit durch einen zu hohen Abschluss aufs Spiel setzen“.

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