Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

07.04.2003

13:23 Uhr

Geschenke und Kritik

Schröders Geburtstag zwischen Robotern

Für Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) gab es zu seinem 59. Geburtstag auf der Hannover Messe Industrie nicht nur Geschenke. Zwar konnte er sich am Montag gleich zu Beginn seines traditionellen Messerundgangs über eine Torte und ein herzliches Ständchen zwischen Montage-Robotern freuen.

HB/dpa HANNOVER. Doch nachdem er die Kerzen ausgepustet hatte, bekam der Kanzler während des zweistündigen Besuchs nicht nur Glückwünsche von den Industriellen zu hören.

Mit einer Liste von Vorschlägen forderte der Chef des Kupplungs- Herstellers KTR (Rheine) Schröder auf, mittelständische Betriebe von bürokratischen Vorschriften zu entlasten. Als Beispiel nannte er Hindernisse, eine Halbtagskraft zu beschäftigen. „Wir reden über die Punkte, die sie aufgeschrieben haben“, versprach der Kanzler. Die Liste nahm er eher launisch in Empfang: Mit den Worten „Ich nehm das mal mit, aber jetzt krieg ich die Kupplung“ wandte er sich lieber einer technischen Neuheit zu.

Ob Robotik, Windenergie oder Netzwerke - an den Messeständen zeigte der Kanzler Interesse am Detail. Locker auf ein Maschinenteil gelehnt, ließ er sich Servomotoren, Steuerungstechnik oder den Beruf des Mechatronikers erklären. Oft kam Schröder auf Arbeitsmarkt und Ausbildungsplätze zu sprechen und bemühte sich, Zuversicht zu vermitteln. „Die eigentliche Innovation ist, dass Sie noch nie in der Firmengeschichte jemanden entlassen haben. Das ist ein tolles Geburtstagsgeschenk“, lobte Schröder einen Maschinenbauer.

„Die Bereitschaft, sich in den Betrieben um Ausbildung zu kümmern, ist nach meinem Eindruck da. Sie muss nur unterstützt werden“, sagte Schröder zum Abschluss seines Rundgangs. Ihm sei deutlich gemacht worden, dass besonders die mittelständischen Unternehmen Facharbeiter bräuchten. Sie müssten diese jedoch selbst ausbilden. „Nicht der Staat ist in der Lage, genug betriebliche Ausbildungsplätze bereit zu stellen. Das muss im ureigensten Interesse die Wirtschaft selber tun“, sagte Schröder.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×