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25.05.2011

11:42 Uhr

Gesetz gegen Kinderpornos

Nur noch löschen, nicht mehr sperren

Löschen statt Sperren: Das Bundeskabinett hat die Netzsperren endgültig abgeschafft. Das Problem der Kinderpornos im Netz will man nur noch an der Wurzel bekämpfen. Zudem wurde eine neue Visa-Warndatei beschlossen.

Um Kinderpornos zu bekämpfen, will die Bundesregierung das Problem künftig an der Wurzel packen. Quelle: dpa

Um Kinderpornos zu bekämpfen, will die Bundesregierung das Problem künftig an der Wurzel packen.

BerlinDie Bundesregierung hat sich endgültig von den umstrittenen Sperren für kinderpornografische Inhalte im Internet verabschiedet. Das Kabinett brachte am Mittwoch ein Gesetz auf den Weg, mit dem das schon ausgesetzte Sperrgesetz aufgehoben werden soll. Künftig sollen die Seiten gelöscht statt gesperrt werden. Zudem beschloss das Kabinett die Einrichtung einer zentralen Visa-Warndatei, um Missbrauch bei der Visa-Vergabe zu verhindern. Auf beide Punkte hatten sich die Spitzen von Union und FDP im April verständigt.

Die noch von der schwarz-roten Vorgängerregierung beschlossenen Sperren im Internet waren von Anfang an umstritten. Kritiker des Sperrgesetzes hatten eine Zensur befürchtet und argumentiert, dass Netzsperren leicht zu umgehen und deshalb nicht wirksam seien. Zudem würde damit den Verbreitern von Kinderpornografie nicht - wie etwa beim Löschen der Seiten - das Handwerk gelegt. Eine Petition gegen das Sperregesetz erzielte über 130.000 Unterschriften. Die Regierung verweist nun auf die Erfolge, die beim Löschen von Kinderpornos erzielt worden seien. Sperren seien nicht mehr nötig.

Neue Visa-Warndatei

In der Visa-Warndatei sollen alle Menschen erfasst werden, die im Zusammenhang mit Straftaten verurteilt wurden, die für eine Visa-Vergabe relevant sind. Darunter fallen zum Beispiel Menschenhandel und Schwarzarbeit. In diesen Fällen soll ein Visum verweigert werden.

Zudem sollen alle Menschen, die bei einem Visa-Antrag involviert sind - im wesentlichen Antragsteller und Einlader - bei einem konkreten Verdacht mit einer Anti-Terror-Datei abgeglichen werden. Damit wollen die Behörden mögliche Terroristen und Gewalttäter frühzeitig erkennen.

Sicherheitsbehörden sollen dabei jedoch grundsätzlich keinen direkten Zugriff auf die Datei haben. Vielmehr sollen die Visa-Daten an eine Stelle im Bundesverwaltungsamt geschickt werden, die sie dann abgleicht. Gibt es Treffer, übermittelt die Stelle die Daten an die Sicherheitsbehörden. Ansonsten müssen die Daten gelöscht werden.

Die Pläne zur Einrichtung einer Visa-Warndatei gehen noch auf den Untersuchungsausschuss des Bundestags zurück, der 2005 wegen Visa-Missbrauchs in der Ukraine ermittelte.

Von

dpa

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