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01.12.2011

12:32 Uhr

Gesetz verabschiedet

Bahr verspricht Landärzte nicht nur im Heimatfilm

Die Koalition hat das Versorgungsstrukturgesetz durch den Bundestag gebracht. Damit soll der Ärztemangel auf dem Land bekämpft werden. Von der Opposition kommt Kritik. Die Überversorgung in bestimmten Regionen bleibe.

Landarzt Jürn von Stünzner praktiziert im brandenburgischen Briesen. dpa

Landarzt Jürn von Stünzner praktiziert im brandenburgischen Briesen.

BerlinDer Ärztemangel auf dem Land soll mit besseren Arbeitsbedingungen und finanziellen Anreizen für die Mediziner bekämpft werden. Der Bundestag verabschiedete dazu am Donnerstag mit den Stimmen der Koalition das sogenannte Versorgungsstrukturgesetz. Wer in unterversorgten Regionen praktiziert, kann künftig mehr verdienen. Normalerweise müssen Mediziner Honorarabschläge hinnehmen, wenn in ihrer Praxis eine bestimmte Zahl an Behandlungen überschritten wird. Davon sind Ärzte auf dem Land künftig ausgenommen. Die Koalition reagiert damit auf den zunehmenden Mangel an Haus- und Fachärzten in vielen Regionen Deutschlands.

Um im Gegenzug die Überversorgung vor allem in Ballungsräumen zu verringern, sieht das Gesetz finanzielle Anreize für Praxisschließungen vor. Die Kassenärztlichen Vereinigungen erhalten zudem die Möglichkeit, Praxen in überversorgten Gebieten aufzukaufen und nicht wieder zu besetzen. Das Gesetz soll zum 1. Januar 2012 in Kraft treten.

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) sagte in der abschließenden Debatte, dies sei „ein gutes Gesetz“, das endlich die Probleme anpacke. „Wir sorgen dafür, dass die Menschen den Landarzt nicht nur aus der idyllischen Vorabendserie kennen“, sagte Bahr.

Heftige Kritik kam dagegen von der Opposition. Zwar sei es richtig, Ärzten auf dem Land mehr Honorar zu geben. Auf der anderen Seite werde aber nichts getan, um die Überversorgung in bestimmten Regionen abzubauen, sagte die SPD-Gesundheitsexpertin Elke Ferner. Die gesundheitspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Martina Bunge, sagte, das Landarzt-Gesetz sei „alles andere als ein großer Wurf“. Auch der Grünen-Experte Harald Terpe nannte das Gesetz „unzureichend“.

Kommentare (1)

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01.12.2011, 14:10 Uhr

Es ist nur ein Zuckerle für die Landärzte. Und für die Beitragszahler bleibt nur die Erhöhung der Krankenkassenbeiträge. Eine bessere Lobby Arbeit kann man als sogenannter Politiker nicht verrichten.
Danke

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