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14.12.2012

12:41 Uhr

Gesetzesänderung

Neue Regeln gegen den Stromausfall

VonDana Heide

Ab 2013 haften die Verbraucher mit, wenn Betreiber mit dem Netzausbau nicht schnell genug vorankommen. Und Kraftwerksbetreiber können zum Weiterbetrieb unrentabler Kraftwerke gezwungen werden.

Getty Images

DüsseldorfEs wird teurer für die Steuerzahler. Heute sind zwei neue Gesetze im Bundesrat durchgewunken worden, die zur Sicherung der Stromversorgung dienen sollen.

Nach dem Bundestag billigte am Freitag auch der Bundesrat das Gesetz, mit dem festgelegt wird, dass Entschädigungen für fehlende Anschlüsse von Windparks vor der Küste künftig zu einem Teil auf den Strompreis umgelegt werden. Die Netzbetreiber haften demnach je nach Grad ihres Verschuldens bei Verzögerungen mit einem Höchstbetrag von 110 Millionen Euro. Danach haftet der Verbraucher über den Strompreis.

Ziel der Maßnahme ist es, Investitionen in Windparks auf hoher See zu sichern - denn ohne Anbindung an das Stromnetz können die Betreiber der Anlagen nicht die staatlich garantierte Einspeisevergütung in Anspruch nehmen.

Die zweite neue Regelung, die beschlossen wurde, betrifft die sogenannte Kraftwerksreserve. So sollen Kraftwerksbetreiber dazu gezwungen werden, bestimmte systemrelevante Kraftwerke am Netz zu halten, um die Stromversorgung auch in Zeiten von Windflaute und bewölktem Himmel stabil zu halten.

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Verbraucher und Industrie müssen 2013 für Strom deutlich mehr bezahlen.

Eine dritte Regelung, die bereits in anderen europäischen Ländern in Kraft ist, wurde gestern im Bundestag auf den Weg gebracht. Demnach sollen die Betriebe dafür Geld erhalten, wenn sie für eine gewisse Zeit auf Stromkonsum verzichten, also ihre Produktion abschalten.

Dabei sollen sie sowohl für die Abschaltung an sich Geld erhalten, als auch schon für die Bereitschaft dazu. Diese solle nun mit maximal 20.000 Euro pro Jahr und Megawatt vergütet werden. Die Abschaltleistung beträgt pro Monat bis zu 3000 Megawatt, sie soll über eine Internetplattform ausgeschrieben werden. Große Stromverbraucher könnten den Netzbetreibern anbieten, für maximal 15 Minuten in Sekundenschnelle vom Netz zu gehen.

Denn durch den Bau von immer mehr Windparks und Solaranlagen schwankt die Stromerzeugung mehr. Wenn der Wind stark weht, kommt es vor, dass mehr Strom produziert, als verbraucht wird. Es gibt aber auch den umgekehrten Fall. Dann nämlich, wenn statt einer starken Brise nur ein laues Lüftchen weht oder viele Wolken die Sonne verdecken. In solchen Fällen werden große Stromverbraucher, wie etwa Aluminiumhütten, nun dafür bezahlt, dass sie ihre Produktion vorübergehend ausschalten, um die Stromlücke zu schließen.

Die Kosten für die Abschaltprämien liegen nach Angaben der Bundesregierung bei maximal 348 Millionen Euro im Jahr. Das entspricht einer Mehrbelastung von höchstens 4,18 Euro für den durchschnittlichen Haushalt. „Tatsächlich zu erwarten sind allerdings Kostenbelastungen, die einen Teil dessen betragen und zwischen ein und zwei Euro jährlich liegen dürften“, erklärte die Bundesregierung. 

Befürworter argumentieren, unterm Strich seien solche Regelungen billiger als ein Netzausbau, für den letztlich die Verbraucher ebenfalls zahlen müssen. Die Linksfraktion kritisierte dagegen, es sei nicht nachzuvollziehen, dass den Unternehmen große Summen zur Verfügung gestellt würden, auch wenn sie den Strom gar nicht abschalten müssten. 

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Andere hingegen bekommen Geld dafür, dass sie nicht Abschalten - und zwar die Kraftwerksbetreiber. Für sie lohnt sich der Betrieb vieler Kraftwerke nicht mehr, da der Preis des Stroms durch das stark gestiegene Angebot im Zuge des Ausbaus der erneuerbaren Energien gesunken ist. Doch manche dieser Kraftwerke werden zur Gewährleistung der kontinuierlichen Stromversorgung noch gebraucht.

Welche das sind, soll in den nächsten Monaten ermittelt werden. Bis März 2013 erstellen die Übertragungsnetzbetreiber gemeinsam mit der Bundesnetzagentur eine Liste systemrelevanter Kraftwerke. Stehen diese wegen geringer Betriebsstunden vor der Abschaltung, kann gegen eine Prämienzahlung der Weiterbetrieb verfügt werden. Die Kraftwerke müssen Stilllegungspläne mit zwölf Monaten Vorlauf anzeigen.

Offshore-Windenergieleistung 2011 weltweit

Platz 1: Vereinigtes Königreich

Offshore-Nennleistung 2011: 1.525 Megawatt

2. Platz: Dänemark

Offshore-Nennleistung 2011: 858 Megawatt

3. Platz: Niederlande

Offshore-Nennleistung 2011: 249 Megawatt

4. Platz: China

Offshore-Nennleistung 2011: 222 Megawatt

5. Platz: Deutschland

Offshore-Nennleistung 2011: 215 Megawatt

6. Platz: Belgien

Offshore-Nennleistung 2011: 195 Megawatt

7. Platz: Schweden

Offshore-Nennleistung 2011: 164 Megawatt

8. Platz: Finnland

Offshore-Nennleistung 2011: 30 Megawatt

9. Platz: Japan

Offshore-Nennleistung 2011: 25,3 Megawatt

10. Platz: Irland

Offshore-Nennleistung 2011: 25 Megawatt

Kommentare (16)

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HofmannM

14.12.2012, 12:58 Uhr

Hallo deutscher Bürger, Hallo Stromendverbraucher...AUFWACHEN!!!!
Wer unter diesen Gesichtspunkten immer noch die Energiewende und die Erneuerbaren Energien für gut befindet, der sollte sich langsam mal fragen, wieviel er sich in Zukunft noch leisten kann, wenn der Strom und damit das Leben immer teuerer wird?!
Diese Politisch inszinierte Stromverteurung durch eine ethisch angehauchte grüne Kanzlerin Merkel wird den Wohlstand stück für stück für EUCH DEUTSCHE BÜRGER vernichten!!
Die Bundestagsparteien sind schon längst zum deutschen Volksverräter Nummer 1 verkommen!!!
Die machen mit Ihren Gesetzen das Leben für uns Bürger nicht besser sondern führen uns gerade wegs in eine Mangelwirtschaft!!!

vandale

14.12.2012, 13:12 Uhr

Wind- und Sonnenstrom wird gem. der Launen des Wetters erzeugt und schwankt zwischen 0 und 100% der Nennleistung. Der Oekostrom geniesst gesetzlichen Vorrang. Andererseits müssen die Oekostromerzeuger keine Veantwortung für die Versorgungssicherheit und die Netzstabilität übernehmen.

Seit dem Jahr 2000 nimmt die Oekostromerzeugung stark zu. Die Betreiber moderner Grosskraftwerke müssen die Anlagen hoch- und herunterfahren. Dadurch erzielen die Kraftwerke eine geringere Auslastung, haben einen niedrigeren Wirkungsgrad, bzw. höhere Brennstoffkosten und die Reparaturkosten steigen. Dies wurde den Versorgern bislang nicht vergütet, bzw. von diesen getragen. Mittlerweile ist die Oekostromerzeugung soweit angestiegen dass der weitere Betrieb bei immer weniger Kraftwerken lohnt.

Die Regierung wird nicht umhin kommen die Bereitstellung der Kraftwerke zu vergüten. Diese Vergütung wird, sofern der Ausbau der Oekostromerzeugung anhält im Jahr 2020 einen ordentlichen 2-stelligen Milliardenbetrag ausmachen.

Der Anschluss der Meereswindmühlen wird vom Netzbetreiber geleistet. Allein der Netzanschluss der umweltschädlichen Windmühlen kostet soviel wie Braunkohlenstrom, oder umweltfreundlicher Strom aus Kernkraftwerken. Netzbetreiber in Norddeutschland sind hier sehr benachteiligt und überfordert. Andererseits ist es ziemlich egal welche Art von Vergütungsmodell man wählt, letztlich ist es immer der Verbraucher der für die Gedankenblitze der Politiker bezahlt.

Eine Religion hat nun mal seinen Preis. Die Oekoreligion mit ihren Endzeitkatastrophen wie Waldsterben, CO2 Klimahölle und dem Gebot Strom mit im Mittelalter bekannten Verfahren wie der Vrbrennung von Lebensmitteln, Wind und Sonne zu erzeugen ist teurer als der Islam.

Vandale

Vicario

14.12.2012, 13:13 Uhr

Nomenklatura SPD,CDU,FDP,GRÜNE,LINKE ABSCHALTEN !!!!

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