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30.12.2013

13:46 Uhr

Gesetzesvorhaben

CSU will Prostitution unter 21 verbieten

Prostituierte sollen mindestens 21 Jahre alt sein, sich bei den Behörden anmelden und regelmäßig zum Gesundheitsamt gehen müssen - so will es die CSU. Ein völliges Verbot wäre aus ihrer Sicht aber der „falsche Weg“.

Die CSU plädiert für „eine neue, umfassende Regulierung der Prostitution und der Prostitutionsstätten in Deutschland durch ein eigenes Gesetz“. dpa

Die CSU plädiert für „eine neue, umfassende Regulierung der Prostitution und der Prostitutionsstätten in Deutschland durch ein eigenes Gesetz“.

München/BerlinDie CSU will die Prostitution von Frauen unter 21 verbieten lassen. „Das gesetzliche Alter für die Ausübung der Prostitution ist auf 21 Jahre heraufzusetzen“, heißt es im Entwurf eines Papiers, das die CSU-Landesgruppe auf ihrer traditionellen Klausur Anfang Januar in Wildbad Kreuth beschließen will. Als Begründung wird genannt, dass vermehrt junge, unerfahrene Frauen Opfer von Menschenhandel und Zwangsprostitution würden.

Für Prostituierte soll es nach dem Willen der CSU-Landesgruppe eine Pflicht zur Anmeldung bei den Behörden geben. „Diese würde die Arbeit der zuständigen Polizei- und Ordnungsbehörden erheblich erleichtern. Es wäre deutlich leichter, zwischen legaler Prostitution und illegaler Zwangsausbeutung zu unterscheiden“, heißt es zur Begründung. Zudem sollen Prostituierte künftig zu regelmäßigen Untersuchungen durch das Gesundheitsamt verpflichtet werden. Über das Papier hatte zuerst die „Passauer Neue Presse“ berichtet.

Die CSU plädiert für „eine neue, umfassende Regulierung der Prostitution und der Prostitutionsstätten in Deutschland durch ein eigenes Gesetz“. Das sei längst überfällig. Das geltende Recht schütze schon lange nicht mehr die Prostituierten, argumentiert die Partei. Zuhälter, Kriminelle und Bordellbetreiber hätten dies ausgenutzt und Deutschland zum „Bordell Europas“ gemacht. Eine gewünschte Gegenmaßnahme: Beim Verdacht der Zuhälterei möchte die CSU-Landesgruppe eine Telekommunikationsüberwachung ermöglichen.

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Ein Komplettverbot der Prostitution lehnt die CSU ab. „Es würde letztlich nur zu einer Verlagerung der Prostitution in die Illegalität und zu einer weiteren Abschottung des Milieus führen“, heißt es in dem Entwurf des Papiers. Zuhälter und Kriminelle würden damit weiter gestärkt, die Rechte der Prostituierten weiter geschwächt. Man müsse vielmehr klare Grenzen zwischen illegaler und legaler Prostitution ziehen.

Von

dpa

Kommentare (7)

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Hannes

30.12.2013, 14:37 Uhr

Natürlich wäre ein völliges Verbot der "falsche Weg"!
Wer kann auch unseren Volksvertretern zumuten daß sie Ihre sauer verdiente Kohle nach einem harten Arbeitstag alten verbrauchten Fregatten zwischen die abgegriffenen Titten schieben?
Da muß Frischfleisch her! Immerhin man gönnt sich ja sonst nichts!

uri125

30.12.2013, 14:45 Uhr

Die Diskussion um das Prostituierten Gesetzt ist eine Farce, solange in den Grosstätten minderjährige auf dem Babystrich angeboten werden, wie z.B. in Berlin, dort sollen auch schon Freier aus der Regierungsmeile gesehen worden sein. Das alte Gesetz war nicht durchdacht und liess Zuhälter und Betreiber von Bordellen, als serioese Geschäftsleute aussehen und agieren. Hier wäre eine Änderung seit langem fällig.

Souveraen

30.12.2013, 15:11 Uhr

Vielleicht sollte ausnahmsweise mal beim Islam abgekupfert werden und die Standesämter ermächtigt werden, zeitlich befristete Eheverträge über z.B. nur 1 Stunde durchzuwinken und schwupp, gibt es keine Prostitution mehr...

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