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28.10.2011

14:45 Uhr

Gesetzgebung

Deutsche sollen Müll noch genauer sortieren

Der Bundestag hat grünes Licht für die Wertstofftonne gegeben. Dann müssen die Deutschen ihren Müll noch genauer sortieren. Bundesländer, Privatwirtschaft und der BUND sind allerdings unzufrieden mit der Entscheidung.

Eine orangefarbenen Wertstofftonnen der Berliner Stadtreinigung. dpa

Eine orangefarbenen Wertstofftonnen der Berliner Stadtreinigung.

BerlinDie Deutschen sollen spätestens in etwa drei Jahren ihren Müll noch genauer sortieren. Der Bundestag verabschiedete am Freitag mit den Stimmen von Union und FDP das neue Kreislaufwirtschaftsgesetz, das die Einführung der sogenannten Wertstofftonne bis 2015 vorsieht. Dann müssen flächendeckend Biomüll, Papier-, Metall-, Kunststoff- und Glasabfälle getrennt gesammelt werden. „Das wird dazu führen, dass noch einmal sieben Kilogramm Wertstoffe und Rohstoffe pro Einwohner und Jahr getrennt erfasst und der Wiederverwertung und dem Recycling zugeführt werden“, sagte Bundesumweltminister Norbert Röttgen. Sowohl Wirtschafts- als auch Umweltverbände zeigten sich von der Novelle enttäuscht. SPD, Linkspartei und Grüne stimmten gegen sie.

Ziel des neuen Abfallgesetzes ist es, dass bis 2020 65 Prozent aller Siedlungsabfälle recycelt und 70 Prozent aller Bauabfälle wiederverwertet werden. Geprüft werden soll, ob die Verwertungsquote für Bauschutt noch weiter gesteigert werden kann. Im Entwurf ist auch festgelegt, welche Eigenschaften Müll aufweisen muss, um für Verbrennungsanlagen geeignet zu sein.

Der Gesetzentwurf folge den drei Grundsätzen Abfallvermeidung, Wiederverwertung und Recycling, sagte Röttgen. Die Oppositionsparteien sahen dagegen eine Chance für mehr Umweltschutz vertan. So erklärte die Grünen-Abgeordnete Dorothea Steiner, schon jetzt würden 64 Prozent des Siedlungsabfalls recycelt. Mit dem Ziel einer Steigerung um einen Prozentpunkt mache sich Röttgen unglaubwürdig.

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

28.10.2011, 15:06 Uhr

Eigentlich sollte der Verbraucher den Müll nicht sortieren müssen, sondern den Müll an die Unternehmen vrekaufen können, denn den großen Reibach machen die Müllunternehmen mit unserem Müll, der weiterverkauft wird! Warum sollte ich denen auch das Sortieren noch zusätzlich abnehmen? Damit deren Gewinne noch größer werden und sie sich das Personal sparen können? Langsam reichts doch wohl!

Account gelöscht!

28.10.2011, 15:09 Uhr

Die geistige Umnachtung und Realitätsblindheit unserer Politiker nimmt immer skurrilere Formen. Längst ist zweifelhaft, ob durch Bürger getrennter Müll überhaupt noch in die Zeit passt. Denn die Trennergebnisse sind mäßig, der Aufwand der vielfältigen Abfuhr und Sortiererei groß, die Alternativen der automatischen und maschinellen Trennung deutlich besser. Zudem lässt es sich in vielen Wohngebieten kaum noch realisieren, noch eine weitere Tonne dauerhaft vorzuhalten. Es fehlt schlicht der Platz, in Mietshäusern ohne Garten sind die Mülltonnen im Hausgang zudem eine hygienische Katastrophe.

nichtstrenner

28.10.2011, 15:22 Uhr

Alles in eine Tonne.
Jetzt erst recht.

Wäre es nicht bürgerfreundlicher und vernünftig, die Hundertausende fett alimentierter Hartz-4-ler in Sortiercentern das alles aus einer Tonne zentral sortieren zu lassen ?

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