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19.02.2012

13:49 Uhr

Gespräche in Berlin

Neuer Bundespräsident verzweifelt gesucht

Verfassungsgerichtspräsident Voßkuhle hat abgesagt. Auch Bundestagspräsident Lammert will nicht. In Berlin geht die Suche nach einem neuen Staatsoberhaupt weiter. Und diese Suche gestaltet sich schwieriger als gedacht.

Schloss Bellevue: Wer zieht hier bald ein? AFP

Schloss Bellevue: Wer zieht hier bald ein?

BerlinDie schwierige Suche nach einem Konsenskandidaten für das Amt des Bundespräsidenten geht weiter. Nach der Absage von Verfassungsgerichtspräsident Andreas Voßkuhle sind die Spitzen von Union und FDP an diesem Sonntag erneut im Kanzleramt zusammen gekommen, um einen Nachfolger für das zurückgetretene Staatsoberhaupt Christian Wulff zu finden.

Die SPD warnt die Koalition davor, einen Kandidaten zu präsentieren und ihr nur die Wahl zu lassen, zuzustimmen oder abzulehnen. In diesem Fall werde die SPD einen eigenen Bewerber ins Rennen schicken. Gesucht wird ein Kandidat, der parteiübergreifend akzeptiert wird und eine breite Mehrheit in der Bundesversammlung findet.

Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel forderte Kanzlerin Angela Merkel in der „Bild am Sonntag“ auf, ohne Vorfestlegung in die Gespräche mit der Opposition zu gehen. „Wir machen nicht mit, wenn wir nach der Methode „Friss Vogel oder stirb“ einen Kandidaten vorgesetzt bekommen.“ Zugleich machte er klar: „Wenn Frau Merkel und die CDU/CSU/FDP-Koalition keine ernsthaften Gespräche mit uns und den anderen Parteien im Bundestag führt, wären wir in der Pflicht, einen besseren Gegenvorschlag zu machen. Ich hoffe nicht, dass es dazu kommt.“

Gabriel bekräftigte, dass Joachim Gauck der Favorit der SPD für das höchste Staatsamt bleibe. „Er täte unserem Land gut und hätte großes Vertrauen bei den Bürgern.“ Das bestätigt auch eine aktuelle Emnid-Umfrage für die „Bild am Sonntag“. 54 Prozent der Befragten wünschen sich den früheren DDR-Bürgerrechtler als Bundespräsident. An zweiter Stelle folgten mit jeweils 34 Prozent Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) und SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier.

Offen ist zunächst, ob es an diesem Sonntag bereits ein Treffen der Koalitionsspitzen mit SPD und Grünen geben wird. CSU-Chef Horst Seehofer hofft auf eine schnelle Einigung. Er sagte am Samstag nach einer Präsidiumssitzung der CSU, er nehme an, dass die Suche beim Treffen der Koalition „eine Schlussdynamik erhält“.

Geteilte Reaktionen in Berlin auf Wulff-Rücktritt

Video: Geteilte Reaktionen in Berlin auf Wulff-Rücktritt

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Allerdings gestaltet sich die Suche schwieriger als gedacht. Merkels erster Anlauf für einen Konsenskandidaten scheiterte. Alle Beteiligten hatten sich nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa in Berlin darauf
geeinigt, als Nachfolger für Wulff den Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts, Andreas Voßkuhle, vorzuschlagen. Der 48-Jährige lehnte aber nach kurzer Bedenkzeit ab. Auch Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) steht nicht zur Verfügung, wie Seehofer in München berichtete. Lammert habe offenbar von Anfang an keine Präferenz für dieses Amt gehabt, sagte er.

Kommentare (28)

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19.02.2012, 10:04 Uhr

DIe Tickets für 5 Jahre Erlebnis-Flüge liegen bereit und die Schecks 20.000 EUR bis zum Lebensende sind unterschrieben. Wer will noch mal Deutschlands Mascottchen spielen ??

Thomas-Melber-Stuttgart

19.02.2012, 10:18 Uhr

Wo kann man als "Normalbürger" seine Kandidatur einreichen?

Alaaf

19.02.2012, 10:22 Uhr

Wir müssen ein Zeichen setzen , wir brauchen jetzt eine
praktizierende Lesbe mit Migrationshintergrund und den Einsatz für bedrohte Wanderratten.Weiterhin sollte diese Person sich nicht scheuen bei öffentlichen Auftritten einen Schador zu tragen und sich idealerweise zusätzlich für weitere Subventionen Israels aussprechen.

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