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14.01.2004

17:40 Uhr

Gespräche in Berlin und Brandenburg fortgesetzt

Metall-Tarifrunde vertagt

Die zweite Tarifrunde für die rund 700 000 Beschäftigten der bayerischen Metall- und Elektroindustrie ist am Mittwoch ohne Annäherung vertagt worden. Die Gespräche sollen am 26. Januar wiederum in München fortgesetzt werden, teilten Arbeitgeber und Gewerkschaft mit.

HB MÜNCHEN. Auch die zweite Runde für die 21 000 Arbeitnehmer in tarifgebundenen Firmen der Thüringer Metall- und Elektroindustrie ist am selben Tag in Erfurt ohne Arbeitgeberangebot auf den 4. Februar vertagt worden. Unterdessen wurden die Tarifgespräche für die 37 000 Branchenbeschäftigten in Berlin und Brandenburg fortgesetzt.

Umstritten war in der zweiten Runde Bayerns insbesondere die Forderung der Unternehmen nach flexibleren und längeren Arbeitszeiten. Die Arbeitgeber forderten nach eigenen Angaben erneut eine Öffnungsklausel, die es erlaubt, die Arbeitszeit sowie die Bezahlung in einem Korridor zwischen 35 und 40 Stunden festzulegen. „Wir brauchen die Möglichkeit einer längeren Arbeitszeit“, sagte Verhandlungsführer Heinz Greiffenberger. So könne für die Betriebe eine echte Kostenentlastung erreicht werden, ohne das Einkommen der Beschäftigten anzutasten. Dabei gehe es nicht um eine pauschale Rückkehr zur 40-Stunden-Woche für alle ohne Lohnausgleich, sondern um individuelle Lösungen je nach Lage des Betriebs vor Ort.

Bayerns IG Metall-Chef Werner Neugebauer wies die Forderungen zurück. „Das killt nicht nur Tausende von Jobs und schafft neue Arbeitslosigkeit, sondern plündert gleichzeitig die Sozialkassen.“ Bei einer Verlängerung der Wochenarbeitszeit würden allein bei Audi in Ingolstadt auf einen Schlag 4 500 Beschäftigte ohne Arbeit. „Dazu reichen wir niemals die Hand.“ Neugebauer erneuerte zudem die Gewerkschaftsforderung nach vier Prozent mehr Geld für die Beschäftigten. Eine solche Erhöhung sei voll erfüllbar, da der Lohnkostenanteil in der Branche bei unter 20 Prozent liege. In der dritten Runde wollen die Arbeitgeber voraussichtlich ihr erstes konkretes Angebot vorlegen. Bisher hatten sie lediglich erklärt, die Einkommenserhöhungen müssten unter dem Produktivitätszuwachs von 1,4 Prozent liegen.

In Thüringen hätten die Arbeitgeber die Auseinandersetzung um betriebliche Öffnungsklauseln bei der Arbeitszeit verschärft, sagte IG Metall-Sprecher Hartwig Oertel. Um den Standortvorteil der Branche in Ostdeutschland zu sichern, hätten sie erstmals betriebliche Arbeitszeitregelungen von mehr als 40 Wochenstunden gefordert. Die reguläre Wochenarbeitszeit in den neuen Ländern beträgt derzeit 38 Stunden. Der Verhandlungsführer des Metall-Arbeitgeberverbandes, Wilhelm Kaufmann, plädierte außerdem für eine Vertragslaufzeit von mehr als zwölf Monaten.

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