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16.01.2011

10:22 Uhr

Gesundheit

Union erarbeitet Plan für bessere medizinische Versorgung

Das hört sich gut an: Weniger Vier-Bett-Zimmer, kürzere Wartezeiten, Ärztemangel beheben: Die Union hat eine Papier erarbeitet, wodurch die medizinische Versorgung in Deutschland verbessert werden soll. Streit ist programmiert.

Patienten in Krankenhäuser sollen nicht mehr in Vier-Bett-Zimmern liegen. Quelle: ap

Patienten in Krankenhäuser sollen nicht mehr in Vier-Bett-Zimmern liegen.

HB BERLIN. CDU und CSU wollen mit einem Bündel an Maßnahmen die medizinische Versorgung in Deutschland verbessern. Ein Papier von Gesundheitspolitikern der Union sieht unter anderem vor, die Vier-Bett-Zimmer in Krankenhäusern abzuschaffen. Kliniken, die diese künftig noch anbieten, sollen eine geringere Vergütung erhalten. Zudem sollen Krankenkassen und Ärzte dafür sorgen, dass Patienten nicht länger als drei Wochen auf einen Termin beim Facharzt warten müssen. Um gefährliche Infektionen durch Krankenhauskeime einzudämmen, will die Union den Kliniken mehr Transparenz verordnen, damit die Einrichtungen um die niedrigste Infektionsrate konkurrieren.

Der Reuters vorliegende Katalog dient als Grundlage für eine Klausur der CDU/CSU-Gesundheitsexperten am Montag. Er enthält auch Vorschläge, um dem Ärztemangel in ländlichen Regionen zu bekämpfen. Kleinräumigere und flexiblere Planungsbezirke sollen für eine effizientere Verteilung der Praxen sorgen. Auch soll bei der Planung künftig zwischen der allgemeinen Versorgung mit Haus-, Kinder- und Frauenärzten und allgemeinen Fachärzten unterschieden werden können.

Die bisherigen Planungsbezirke gelten als zu groß. In einer größeren Kreisstadt oder einzelnen Stadtteilen herrscht oft ein Überangebot an Medizinern, während es in kleinen Nachbarorten oder anderen Stadteilen zu wenig Ärzte gibt. Gesteuert werden soll die neue Verteilung nach den Vorstellungen der Union durch regionale Versorgungsausschüsse. Unter ihrer Regie sollen auch die Notdienstbezirke in ländlichen Regionen neu organisiert werden, wodurch sich die Zahl der Bereitschaftsdienste für den einzelnen Arzt reduziert.

Auch soll die Vergütung die unterschiedlichen Ausgangslagen für die Ärzte stärker abbilden. In unterversorgten Gebieten soll die Mengensteuerung abgeschafft werden. Dies führt dazu, dass Leistungen immer zum vollen Preis erstattet werden. Derzeit wird das Arzthonorar ab einer bestimmten Anzahl von Patienten reduziert. Davon betroffen sind vor allem Ärzte in ländlichen Regionen, die meist einen hohen Zulauf haben. Auch sollen die Kooperationen zwischen Kliniken und Arztpraxen verbessert und die Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) gestärkt werden.

Kommentare (3)

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Hirte

16.01.2011, 13:16 Uhr

Schon wieder eine "Gesundheitsreform"?
Also Klartext: Die nächste beitragserhöhung steht an!
CDU und FDP sind wieder dabei, die Klientel ihrer Spender zu bedienen. Der Steuerzahler muss eh die Zeche zahlen.
Es wird höchste Zeit, das der Wähler diesem Spuck ein Ende machen kann.

Margrit Steer

16.01.2011, 14:25 Uhr

CDU-Gesundheitsexperten?????????

Ja wer ist denn nun mal wieder in dieser Kommission und vor allem wer sind denn die Experten?
Da darf dann aber gelacht werden.
Wenn die shcon was machen, dann heißt das beitragserhöhung und sonst gar nichts. Und vor allem noch mehr das Solidarsystem zerstören.
Das einzig Sinnvolle dürfte sein, dass 1er-Abi endlich mal ein wenig nach hinten zu rücken.
Derjenige der sein Abi mit Mathe und Sport macht und mit einer 1 abschließt, ist nicht der bessere Arzt, er ist wohl aber der arrogantere Arzt. Meist zu finden bei Röntgenologen und Orthopäden. Denn die verdienen am meisten und nach diesen Kriterien schlagen die Studenten dann diese Fachrichtungen ein.
Und die Medizin. Zentren die ja so an DDR-Polikliniken erinnern sind der größte Unsinn.
Die Ärzte in diesen Zentren betrachten ihre Praxen nur als Gelddruck-Maschine, eine gute behandlung findet nicht statt.
Wenn ich mir vorstelle, dass einer dieser CDU-Experten dann diesr Spahn ist, da kann einem nur noch schlecht werden.
Von nichts Ahnung aber davon dann sehr viel

W. Fischer

16.01.2011, 15:18 Uhr

ich gebe meinen Vorkommentatoren recht, nur wie will der Wähler es ändern?
Wen keine Alternativen vorhanden sind?
Danke

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