Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

23.12.2015

06:44 Uhr

Gesundheitskosten

DIHK stellt Lohnfortzahlung bei Krankheit in Frage

Will die Politik die Kosten für die Krankenkassen paritätisch auf Arbeitgeber und Arbeitnehmer aufteilen, muss sie mit massivem Gegenwind aus der Wirtschaft rechnen. Die stellt nun bereits die Lohnfortzahlung in Frage.

Sechs Wochen zahlt der Arbeitgeber im Krankheitsfall. Das könnte nun auf den Prüfstand kommen. imago stock&peopleIMAGO

Krank zur Arbeit?

Sechs Wochen zahlt der Arbeitgeber im Krankheitsfall. Das könnte nun auf den Prüfstand kommen.

DüsseldorfIn der Debatte um die Finanzierung der Krankenkassenbeiträge hat der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) die Finanzierung der Lohnfortzahlung für Arbeitnehmer im Krankheitsfall durch die Arbeitgeber infrage gestellt.

„Wenn die Politik die paritätische Finanzierung wieder einführen und den Arbeitgeberbeitrag erhöhen will, müssten wir auch über die paritätische Finanzierung der Lohnfortzahlung reden“, sagte DIHK-Präsident Eric Schweitzer der „Rheinischen Post“. Es werde „immer außer Acht gelassen, dass die Arbeitgeber die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall für die ersten sechs Wochen ganz allein übernehmen“.

Erhöhung der Beiträge: DAK wird 2016 die teuerste Krankenkasse

Erhöhung der Beiträge

Premium DAK wird 2016 die teuerste Krankenkasse

Die DAK wird im kommenden Jahr die teuerste Krankenkasse sein: Der Zusatzbeitrag steigt, es drohen dadurch neue Mitgliederverluste. Auch die größte gesetzliche Krankenkasse Deutschlands hebt ihren Beitragssatz an.

„Hier geht es um 51 Milliarden Euro pro Jahr – das ist ein Vielfaches von dem, was die Arbeitnehmer insgesamt für Zusatzbeiträge in der Krankenversicherung aufbringen müssen", sagte Schweitzer weiter. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hatte für Januar eine Bundesratsinitiative zur paritätischen Finanzierung der Krankenkassenbeiträge durch Arbeitnehmer und Arbeitgeber angekündigt.

Zusatzbeiträge Krankenversicherer 2016

Knappschaft

Beitrag bleibt gleich

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2018: 1,3 Prozent
Gesamtbeitrag 2018: 15,9 Prozent

AOK Niedersachsen

Beitrag bleibt gleich

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2018: 0,8 Prozent
Gesamtbeitrag 2018: 15,4 Prozent

AOK Nordwest

Beitrag sinkt

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2018: 0,9 Prozent
Gesamtbeitrag 2018: 15,5 Prozent

AOK Rheinland/Hamburg

Beitrag bleibt gleich

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2018: 1,4 Prozent
Gesamtbeitrag 2018: 16,0 Prozent

AOK Plus

Beitrag bleibt gleich

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2018: 0,6 Prozent
Gesamtbeitrag 2018: 15,2 Prozent

IKK Classic

Beitrag sinkt

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2018: 1,2 Prozent
Gesamtbeitrag 2018: 15,8 Prozent

AOK Baden-Württemberg

Beitrag bleibt gleich

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2018: 1,0 Prozent
Gesamtbeitrag 2018: 15,6 Prozent

AOK Bayern

Beitrag bleibt gleich

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2018: 1,1 Prozent
Gesamtbeitrag 2018: 15,7 Prozent

DAK

Beitrag bleibt gleich

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2018: 1,5 Prozent
Gesamtbeitrag 2018: 16,1 Prozent

Barmer GEK

Beitrag bleibt gleich

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2018: 1,1 Prozent
Gesamtbeitrag 2018: 15,7 Prozent

Techniker Krankenkasse

Beitrag sinkt

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2018: 0,9 Prozent
Gesamtbeitrag 2018: 15,5 Prozent

Quelle

www.krankenkassen.net

Der gesetzlich festgelegte Kassenbeitrag liegt bei 14,6 Prozent des monatlichen Bruttoeinkommens, wovon beide Seiten je die Hälfte zahlen. Da der Anteil der Arbeitgeber aber eingefroren ist, müssen die Versicherten zusätzlichen Mehrbedarf der Kassen allein tragen. Dafür erheben die Kassen einen Zusatzbeitrag, dessen Höhe sie selbst festlegen können. Zuletzt kündigten mehrere Kassen an, den Beitrag ab Januar teils deutlich anzuheben.

Von

afp

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×