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31.12.2012

15:47 Uhr

Gesundheitspolitik

Ärztekammer beklagt schlechte Deutschkenntnisse

Wir vertrauen Ärzten unser Leben an – doch diese können laut Günther Jonitz oftmals nicht gut Deutsch. Der Präsident der Berliner Ärztekammer beschuldigt die Politik, gute deutsche Ärzte vergrault zu haben.

Ein Arzt hält ein Stethoskop in Händen. Folge des Ärztemangels ist, dass zu viele Ärzte schlecht Deutsch sprechen. dpa

Ein Arzt hält ein Stethoskop in Händen. Folge des Ärztemangels ist, dass zu viele Ärzte schlecht Deutsch sprechen.

BerlinDer Präsident der Berliner Ärztekammer, Günther Jonitz, beklagt die schlechten Deutschkenntnisse vieler Mediziner in Krankenhäusern. Es häuften sich Beschwerden von Patienten, die sich mit ihrem Arzt nicht mehr verständigen können, sagte Jonitz an Silvester im Deutschlandradio Kultur. Und Chefärzte berichteten, dass sie sich nur noch mit einem Drittel ihrer Mitarbeiter auf Deutsch unterhalten könnten.

Diese Verständigungsprobleme belasten laut Jonitz die Arzt-Patienten-Beziehung und seien eine der Hauptursachen dafür, wenn in der Behandlung etwas schief laufe. Auch würden die Ärzte, die gut und fließend Deutsch könnten, mehr und mehr von der unmittelbaren Patientenversorgung abgezogen, um Arztbriefe oder Berichte zu schreiben. „Die Risiken insgesamt steigen“, mahnte der Berliner Ärztekammerpräsident.

Ursache dieser Entwicklung sei die Ökonomisierung des Gesundheitswesens, sagte Jonitz. So lege eine „richtig miese Gesundheitspolitik“ zu viel Wert auf Zahlen und wirtschaftliche Erträge und vergesse die Menschen im System.

Dies würden sich deutsche Ärzte und Krankenschwestern mittlerweile jedoch nicht mehr bieten lassen: „Wer kann, geht weg, geht in andere Länder und arbeitet dort, wo er als Arzt oder als Krankenschwester angesehen ist - in der Schweiz, in Skandinavien, in England, in Frankreich, in Holland - und diese Lücken werden dann gestopft mit den Ärzten, die aus den Ländern kommen, wo es noch schlimmer ist.“

Er forderte die Politik auf, Arbeitsbedingungen für Ärzte und Krankenschwestern in Deutschland attraktiver zu gestalten.

Von

dapd

Kommentare (11)

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kraehendienst

31.12.2012, 16:16 Uhr

Dieser Zerfall liegt daran, dass Ärzte genauso mit Smartphone herumtippseln, abkürzeln auf Toilettenniveau ähhh...WC herunter wie alle anderen DUMMIES auf der Straße, die einem die Füsse zutrampeln nur um ihrer Sucht, ihrer Droge Smartphone jede wache Sekunde widmen zu können.

RMartin

31.12.2012, 16:47 Uhr

Aus Kostengründen treiben wir unsere gut ausgebildeten deutschen Ärzte und Pflegekräfte ins Ausland (z.B. Schweiz), wo sie natürlich gerne aufgenommen werden, man spart sich ja die Ausbildung. Deutschland importiert im Gegenzug das Billigpersonal aus dem Osten oder aus Entwicklungsländern und leistet sich darüber hinaus die milliardenschwere Rettung von Pleiteländern. Man kann über unsere Politdilletanten nur noch den Kopf schütteln.

Prekariat

31.12.2012, 16:50 Uhr

Die Leute sind aber auch in keinster Weise flexibel. Mit der eingesparten Praxisgebühr kann sich doch jetzt jeder einen elektronischen Übersetzer (Translator) kaufen.

Die 2-Klassen-Medizin zeigt sich auch darin, dass der Privilegierte einen deutschsprachigen Arzt bekommt und das Prekariat muss hoffen, dass der Arzt wenigstens die Hälfte versteht. Ansonsten kann es tödlich enden, was aber beim Prekariat noch nie jemand gestört hat. In den neuen Bundesländern vertreiben die osteuropäischen Ärzte dann auch gleich die Medikamente aus Ungarn, Polen, etc.

So lang eben nur die arbeitende Bevölkerung von ihrem Lohn Sozialabgaben zahlen muss und auf Dividenden und Kapitaleinkünfte nichts zu entrichten ist, wird sich nicht viel ändern. Warum muss z.B. Stefan Quandt (BMW) auf die 2012er Dividende in Höhe von 241 Millionen EUR keine Sozialabgaben entrichten? Dieser Mann hätte immer noch gut 6 Milliarden EUR in Form seiner über 100 Millionen BMW-Aktien und weiterer Firmenbeteiligungen?

Als alleiniger Besitzer der pharmalogischen Firma Heel profitiert Herr Quandt allerdings von den stark steigenden Arzeneimittelpreisen.

Und so fließen die Gelder stetig von unten nach oben, bis die ersten Patienten auf Grund ihrer fehlenden Ungarisch-Kenntnisse direkt in den Praxen sterben.

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