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15.03.2006

08:32 Uhr

Gesundheitspolitik

Krankenkasse warnt vor massiver Beitragserhöhung

Neue Hiobsbotschaft für die Versicherten: Den Mitgliedern der gesetzlichen Krankenkassen droht nach Einschätzung der Techniker Krankenkasse (TK) ein deutlicher Beitragsschub.

Die gesetzlichen Krankenkassen haben 2005 mit schwarzen Zahlen abgeschlossen, dohen aber trotzdem mit Beitragserhöhungen. Foto: dpa dpa

Die gesetzlichen Krankenkassen haben 2005 mit schwarzen Zahlen abgeschlossen, dohen aber trotzdem mit Beitragserhöhungen. Foto: dpa

HB BERLIN. „Wenn die Bundesregierung nicht gegensteuert, werden Beitragserhöhungen im kommenden Jahr unvermeidlich sein“, sagte TK-Chef Norbert Klusen der „Berliner Zeitung“. „Die beschlossenen Maßnahmen führen bei den gesetzlichen Krankenkassen zu Mehrbelastungen in Höhe von fast vier Milliarden Euro, die wir aus eigener Kraft nicht ausgleichen können.“ Rechnerisch führe das zu einem Beitragsschub von durchschnittlich 0,4 Prozentpunkten.

Die neuen Belastungen resultierten vor allem aus der Kürzung von Bundeszuschüssen und steigenden Ausgaben, erläuterte Klusen. „Allein das schrittweise Zurückfahren des Bundeszuschusses schlägt im nächsten Jahr mit 2,7 Milliarden Euro negativ zu Buche.“ Außerdem lasse die Erhöhung der Mehrwertsteuer die Arzneimittel-Kosten „um 700 bis 800 Millionen Euro wachsen“.

Erst vor kurzem hatte das Bundesgesundheitsministerium verkündet, dass die gesetzlichen Krankenkassen im vergangenen Jahr einen Überschuss von 1,8 Milliarden Euro erzielt haben. Klusen sagte, dieser Überschuss werde bald verpuffen. "Wie gering dieser Betrag eigentlich ist, kann man schon daran sehen, dass die gesetzliche Krankenversicherung wöchentlich Ausgaben von fast 2,8 Milliarden Euro hat", sagte er.

Gleichzeitig machen sich die Rentenkassen für eine Ausweitung der Versicherungspflicht auf Selbstständige stark. "Was wir brauchen ist eine Absicherung für alle Erwerbstätigen", sagte der Präsident der Deutschen Rentenversicherung Bund, Herbert Rische, ebenfalls der "Berliner Zeitung". Dort sollten nicht nur Arbeitnehmer versichert sein, sondern auch Selbstständige, die zurzeit nicht ausreichend abgesichert sind.

Die Rentenversicherung müsse so umgestaltet werden, dass sie der sich verändernden Arbeitswelt Rechnung trage, betonte Rische. "Es wird in Zukunft immer weniger Erwerbsbiografien geben, in denen jemand als Lehrling in einem Betrieb beginnt und dort bleibt, bis er in Rente geht. Wir werden viel mehr Wechsel haben - zwischen einzelnen Betrieben, aber auch zwischen abhängiger Beschäftigung und Selbstständigkeit", sagte Rische.

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