Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

26.09.2011

02:57 Uhr

Gesundheitspolitik

Mit sanftem Druck zum Organspender

In Deutschland fehlen Organspenden. Die Politik geht davon aus, dass oft zwar der Wille da ist, aber der Spenderausweis fehlt. Um das zu ändern, will Gesundheitsminister Daniel Bahr die Krankenkassen einspannen.

Hinter der Erklärungslösung für Organspenden steht auch der Gesundheitsminister. dpa

Hinter der Erklärungslösung für Organspenden steht auch der Gesundheitsminister.

BerlinAngesichts des enormen Mangels an gespendeten Organen will Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) die gesetzlich Krankenversicherten nach ihrer Spendebereitschaft befragen lassen.

Die Krankenkassen sollen dazu verpflichtet werden, ihre Mitglieder bei der bevorstehenden Ausgabe der elektronischen Gesundheitskarte über die Organspende zu informieren und zu einer Erklärung über die Spendenbereitschaft aufzufordern. Das sieht ein Vorschlag des Ministers für eine Änderung des Transplantationsgesetzes vor, wie die „Frankfurter Rundschau“ (Montag) berichtete und das Bundesgesundheitsministerium der dpa bestätigte.

Die Antwort der Versicherten soll in einem Organspendeausweis dokumentiert werden, den die Kassen zur Verfügung stellen sollen. Die Versicherten können dabei einer Organspende zustimmen, sie ablehnen oder erklären, dass sie sich zunächst nicht entscheiden möchten. Die Kassen werden zudem verpflichtet, qualifizierte Ansprechpartner für Fragen der Versicherten zur Verfügung zu stellen.

Von rund 12 000 Patienten, die auf ein Spenderorgan warten, sterben jährlich etwa 3000. Viele Menschen sind bereit zu einer Spende nach ihrem Tod, aber haben keinen Spenderausweis ausgefüllt. Das stellt insbesondere die Angehörigen im Ernstfall vor das Problem, den Willen ihres gerade verstorbenen Familienmitglieds im Krankenhaus zu erklären, sofern sie ihn kennen.

Die Bundesärztekammer war zuletzt von der Forderung nach einer Erklärungspflicht für die Organspende abgerückt; dies sei mit dem Grundgesetz kaum vereinbar. Im Bundestag werben die Fraktionschefs von Union und SPD, Volker Kauder und Frank-Walter Steinmeier, derzeit ebenfalls dafür, Bürger stärker zu einer Entscheidung zu bewegen.

Von

dpa

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Lloretta

26.09.2011, 07:05 Uhr

Es gibt auch einen Mangel an Gold.Muss dann demnächst auch der Gold-Spende-Ausweis ausgefüllt werden?Frechheit.

Lucas

26.09.2011, 08:29 Uhr

@ Lloretta: Macht Gold gesund?

MaWo

26.09.2011, 08:39 Uhr

Hallo,
es sollen die Krankenkassen der Pflichtversicherten eingespannt werden.
Was ist mit den Krankenkassen der privat Versicherten?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×