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11.12.2011

13:09 Uhr

Gesundheitspolitik

Praxisgebühr könnte häufiger fällig werden

Ein Geldschein bei jedem Arztbesuch - dieses Szenario wird laut einem Medienbericht derzeit im Gesundheitsministerium durchgespielt. Doch wie die Reform der umstrittenen Praxisgebühr konkret aussehen soll, ist unklar.

Die ungeliebte Praxisgebühr hält die Deutschen nicht vom Arztbesuch ab - das Gesundheitsministerium plant nun Änderungen. dpa

Die ungeliebte Praxisgebühr hält die Deutschen nicht vom Arztbesuch ab - das Gesundheitsministerium plant nun Änderungen.

BerlinWeil die Deutschen im internationalen Vergleich häufig zum Arzt gehen, wollen einige Koalitionspolitiker schon im kommenden Jahr über Änderungen bei der Praxisgebühr entscheiden. Überlegungen, eine Praxisgebühr pro Arztbesuch zu erheben, kommen aber nicht aus dem Gesundheitsministerium, wie ein Sprecher von Minister Daniel Bahr (FDP) am Samstag zu einem Bericht der „Bild“-Zeitung sagte.

Union und FDP hatten bei ihrem Regierungsantritt vor zwei Jahren im Koalitionsvertrag vereinbart, über eine Reform der Praxisgebühr zu sprechen. Die „Bild“-Zeitung berichtete nun unter Berufung auf Koalitionskreise, Bahr wolle ab Frühjahr 2012 Alternativen zur derzeitigen Ausgestaltung prüfen. Eine Möglichkeit sei auch die Einführung einer Praxisgebühr bei jedem Arztbesuch. Bahrs Sprecher betonte indes, in der Koalition sei über die Reform der Gebühr noch nicht gesprochen worden.

Derzeit müssen alle gesetzlich versicherten Patienten ab 18 Jahren eine Praxisgebühr von zehn Euro bezahlen, wenn sie das erste Mal in einem Quartal zu einem Arzt, Zahnarzt oder Psychotherapeuten gehen. Die Gebühr soll die Patienten auch von überflüssigen Arztbesuchen abhalten.

Der FDP-Bundestagsabgeordnete und Gesundheitsexperte Lars Lindemann sagte „Bild“, die jetzige Praxisgebühr habe „keinerlei steuernde Funktion“. Deshalb müssten 2012 Alternativen geprüft werden. Der CSU-Bundestagsabgeordnete Johannes Singhammer sagte dem Blatt, „der Effekt, die Zahl der Arztbesuche zu dämpfen“, sei mit der jetzigen Gebühr nicht erreicht worden. Deshalb werde eine „unbürokratischere, bessere Lösung“ geprüft.

Der Duisburger Gesundheitsökonom Jürgen Wasem sagte der „Bild“-Zeitung, fünf Euro pro Besuch machten „mehr Sinn als die jetzige Gebühr“. Der Kieler Sozialexperte Thomas Drabinski brachte sogar eine Selbstbeteiligung an den Behandlungskosten von bis zu zehn Prozent ins Gespräch. Das seien in der Regel fünf bis zehn Euro pro Arzttermin. Auch der Chef der Techniker Krankenkasse, Norbert Klusen, sagte, „als Steuerungsinstrument für weniger Arztbesuche ist die Praxisgebühr gescheitert“. Sie spüle aber immerhin jährlich rund 2,8 Milliarden Euro ins Gesundheitssystem.

Kommentare (8)

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11.12.2011, 13:27 Uhr

Auch wieder so eine Schnapsidee dieser Chaostruppe FDP. Da stelle ich mit verlaub die Frage, wer hat dem Bahr eigentlich ins Hirn geschissen? Kann der Typ nicht begreifen, dass niemand wirklich gerne zum Arzt geht? Jeder Mensch ist doch lieber gesund als bei Arzt rum zu sitzen.
Ja, und zu allem Überfluss will der jetzt auch noch im Auftrag der Apotheker den Medikamentenhandel im Internet verbieten. Welcher Betrag ist denn da wieder als "Spende" geflossen? oder welche Versprechungen wurden dem gemacht wenn er demnächst nicht mehr im Bundestag sitzen wird?
Das ganze stinkt. Das stinkt so wie die Hotelsteuer nach dem Baron von Fink seine Spende abgeliefert hatte.

Account gelöscht!

11.12.2011, 13:53 Uhr

Die Titelgeschichte des Stern sagt uns, dass gerade mal 1/3 der Zahnärzte akzeptable Arbeit leisten. Die FDP fordert demnach, dass der Patient, der wegen 'Reklamationen und schlechter Arbeit' häufiger zum Arzt muß auch noch für den Pfusch zusätzlich zahlt.

Gerade von liberaler Politik sollte man erwarten dürfen, dass sie das Preis-Leistungverhältnis für den Kunden verbessert.

Die FDP hat nix verstanden und die aktuelle Kindergartentruppe wird die Latte von Westerwelle noch tiefer hängen.

Contra

11.12.2011, 14:06 Uhr

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Der UDU (früher CDU )Gesundheitsexperte SPAHN will hier GM Bahr (FDP)in die Parade fahren .

Dieser Vorschlag kommt garantiert von diesem Falken ,der
Bahr wegen der Pflegereform für nicht kompetent hält u.
dementsprechend Öl ins Feuer gießen möchte .

Der Vorschlag ist natürlich stark überzogen in der
Realität .

Wo sollen die Kranken das Geld noch hernehmen , wenn sie doch am Tropf der kargen Rente oder Sklavenlöhne hängen .

Für Bankster u. Bankrotteure wird das Geld zum Fenster
rausgeschmissen u. die Kranken sollen die Zocker
finanziell unterstützen .

Was ist das für ein abstruses System .

Reiche immer reicher - arme Kranke ins Loch .

Das ist die wahre Realität !

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