Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.01.2010

15:41 Uhr

Gesundheitspolitik

Weber soll Krankenversicherung umbauen

VonPeter Thelen

Christian Weber, seines Zeichens Vizedirektor des Verbandes der Privaten Krankenversicherung (PKV), soll von Rösler zum Abteilungsleiter für Grundsatzfragen im Gesundheitsministerium gemacht werden. Besonders bei der Opposition ruft diese Entscheidung heftige Reaktionen hervor.

Christian Weber arbeitet seit den 80er-Jahren – abgesehen von kurzen Perioden – für die PKV. Pressebild

Christian Weber arbeitet seit den 80er-Jahren – abgesehen von kurzen Perioden – für die PKV.

BERLIN. Für die Opposition ist es ein gefundenes Fressen. Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) will den Vizedirektor des Verbands der Privaten Krankenversicherung (PKV), Christian Weber, zum neuen Leiter der Abteilung für Grundsatzfragen in seinem Ministerium machen. Der 53-Jährige arbeitet seit den 80er-Jahren – abgesehen von einem kurzen Gastspiel in der FDP-Fraktion und bei der Rhönklinik – für die PKV. Nun soll er an der von Rösler angekündigten schrittweisen Umstellung der beitragsfinanzierten Krankenversicherung auf Prämien mitarbeiten.

„Da sieht man doch, wer Rösler wirklich am Herzen liegt. Es sind die privaten Versicherungen und ihre acht Millionen Mitglieder und nicht die 80 Millionen gesetzlich Versicherten“, kommentierte die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Carola Reimann, die Entscheidung. Im PKV-Verband dagegen versteht man die Aufregung nicht. Der Weggang Webers sei ein harter Verlust für den Verband, hieß es dort. Im neuen Job werde er aber sicher nicht Lobbyarbeit machen, sondern vor allem seine Expertise einbringen.

Über die verfügt der studierte Volkswirt in der Tat. So hat er seit 2005 das wissenschaftliche Institut der PKV aufgebaut. Damit ist er einer der wenigen ausgewiesenen Gesundheitsexperten, über die die FDP überhaupt verfügt. Dies dürfte der Hauptgrund dafür sein, dass Röslers Wahl auf ihn viel. Fachlich ähnlich gut aufgestellt ist nur die langjährige FDP-Gesundheitsreferentin Birgit Naase. Ihr traute Rösler den Führungsjob wohl nicht zu. Doch soll sie als Unterabteilungsleiterin die Regierungskommission für die Reform koordinieren. Weber und Naase dürften damit ein ähnlich schlagkräftiges Gespann werden wie Ulla Schmidts Abteilungsleiter Ulrich Tilly und Franz Knieps bei der letzten Gesundheitsreform. Beide haben inzwischen Jobs in der Privatwirtschaft.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×