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20.07.2017

19:16 Uhr

Gewaltausbruch in Schorndorf

Wenn aus 100 Krawallmachern 1000 gemacht werden

Schorndorfs Bürgermeister Matthias Klopfer fordert nach den Gewaltausbrüchen eine Aufarbeitung der Vorfälle. Auch kritisierte er eine fehlerhafte Pressemitteilung der Polizei, die auf 1000 Randalierer schließen ließ.

„Wir sind nicht Klein-Köln und sind nicht Klein-Hamburg“, so der Oberbürgermeister von Schorndorf. dpa

Matthias Klopfer

„Wir sind nicht Klein-Köln und sind nicht Klein-Hamburg“, so der Oberbürgermeister von Schorndorf.

SchorndorfDer Oberbürgermeister von Schorndorf, Matthias Klopfer (SPD), will nach dem Gewaltausbruch rund um das Volksfest am Wochenende den Vorfall genau aufarbeiten lassen. Es müsse einen kritischen Blick nach hinten geben, was nicht gut gelaufen sei, sagte Klopfer am Donnerstag. „Wir sind nicht Klein-Köln und sind nicht Klein-Hamburg.“ Die sexuellen Belästigungen von Frauen und auch die Gewalt gegen Polizeibeamte seien keine Bagatelldelikte. Klopfer kritisierte die erste Pressemitteilung der Polizei zu dem Thema. Man hätte aus professioneller Sicht ahnen können, was aus dieser Pressemitteilung folge. Über Schorndorf war bundesweit berichtet worden.

Der Polizeipräsident von Aalen, Roland Eisele, sagte, er bedauere ausdrücklich, dass die Pressemitteilung falsch interpretiert und falsch verstanden worden sei. So hatte die Deutsche Presse-Agentur berichtet, in der Nacht zum Sonntag hätten sich laut Polizei 1000 junge Leute im Schlosspark versammelt und randaliert. Diese hohe Zahl an Randalierern hatte die Polizei so aber nie genannt. In einer Pressemitteilung hatte es wörtlich geheißen: „Im Schlosspark versammelten sich in der Nacht zum Sonntag, zwischen 20.00 Uhr und 03.00 Uhr ungefähr bis zu 1.000 Jugendliche und Junge Erwachsene. Bei einem großen Teil handelte es sich wohl um Personen mit Migrationshintergrund. Hierbei kam es zu zahlreichen Flaschenwürfe gegen andere Festteilnehmer, Einsatzkräften und die Fassade vom Schorndorfer Schloss.“ Am Donnerstag berichtigte die dpa diesen Fehler.

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Polizeipräsident Eisele appellierte an die Medien, Gründlichkeit vor Schnelligkeit walten zu lassen und im Zweifel bei der Quelle nachzufragen. Er lehne aber nicht jede Verantwortung für den Hype ab, sagte Eisele. Auch die Polizei werde künftig genau überlegen, was sie wie schreibe.

In der Nacht zum Sonntag stand nach jüngsten Angaben der Polizei eine Gruppe von etwa 100 Jugendlichen und jungen Erwachsenen den Beamten feindselig gegenüber. Insgesamt seien während des Volksfestes 53 Straftaten zur Anzeige gebracht worden. Es habe neun Anzeigen wegen Sexualdelikten gegeben, bei drei Fällen habe sich der Anfangsverdacht jedoch nicht erhärtet. Es gibt Ermittlungen in vier Fällen gegen Unbekannt sowie in zwei Fällen gegen bekannte Tatverdächtige wegen sexueller Belästigung.

Oberbürgermeister Klopfer sagte, es habe sogar besorgte Anrufe von Eltern aus der amerikanischen Partnerstadt gegeben, deren Kinder hier zum Schüleraustausch gewesen seien. Es sei nachgefragt worden, ob die Kinder nach Hause fliegen müssten. „Das ist eine Situation, die kein Oberbürgermeister haben will.“

Von

dpa

Kommentare (3)

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Herr Günther Schemutat

21.07.2017, 10:28 Uhr

Das hier wieder beschwichtigt wird durch SPD und SPD Oberbürgermeister , überrascht mich nicht. Auch steht die ganze Bundesweite SPD hinter ROT/GRÜN in Hamburg und versucht ihr Klientel schwarzer Block zu schützen . Auch hier beginnt man die Taten zu verniedlichen . Warum also nicht in tiefster Provinz , wo Polizisten
sicherlich nicht bis 3 zählen ( hallo ..ihr 2 habt ihr noch einen mitgebracht) können.. nach dem Oberbürgermeister und seiner Meinung.

Herr Peer Kabus

21.07.2017, 11:33 Uhr

Überschrift und Inhalt sind Anlass, den Begriff „Pressefreiheit“ zeitgemäß zu definieren.

Es ist – leider nicht nur beim HB – Standard, dass sich die Presse die „Freiheit“ nimmt, unvollständig, verzerrend und bis zum Gegenteil verdrehend ausgesuchte Bestandteile aus Infos als wahre „Nachrichten“ darzustellen und so willige Beiträge dazu leistet, unangenehme Wahrheiten zu unterdrücken. Und wenn das nicht geht, zu beschönigen, zu verharmlosen und eine in solchen Fällen wie Schorndorf und Hamburg es dem „Elite-Pack“ zu ermöglichen, jede Verantwortung von sich zu weisen und diese als perfide Methode der Polizei zuzuweisen.

Herr Peer Kabus

21.07.2017, 11:55 Uhr

So bleibt es Kommentatoren vorbehalten, im Rahmen derer Möglichkeiten zur Wahrheitsfindung beizutragen.

„Man hätte aus professioneller Sicht ahnen können, was aus dieser Pressemitteilung folge.“

Heißt im Klartext nichts anderes, als das es dem (Be)Klopfer lieber gewesen wäre, es wäre nichts negatives über die inzwischen bundesweit übliche Gewalt von geretteten „Schutzsuchenden“ öffentlich geworden.

Immerhin haben es die Städte Böblingen & Reutlingen es irgendwie geschafft, nicht wie Schorndorf bundesweit in die Schlagzeilen zu geraten.

Erstaunlich, wenn man sowohl die räumliche Nähe der 3 Städte bedenkt – aber vor Allem die Tatsache, dass diese versoffenen, meiner Meinung nach leider nicht abgesoffenen gewalttätigen „Geretteten“ zeitgleich in Aktion traten.

Die „Freiheit“ der bundesweiten Presse bestand darin, aus zeitlichem Zusammentreffen und räumlicher Nähe der Straftaten von „Schutzsuchenden“ absolut keinen Zusammenhang zu sehen.

Zur Ergänzung der Sachlage in Schorndorf wegen fehlender Information in diesem der heutigen „Pressefreiheit“ entsprechenden Artikel folgende Wiedergabe eines Artikels aus Epochtimes:

„Zwei rivalisierende Gruppen zweier Nationalitäten, die sich polizeibekannt seit Monaten
Streitereien liefern, sind im Sog der SchoWo im Schlosspark aufgeschlagen und nach
exzessivem Alkoholkonsum gegeneinander geraten.“

Es handelte sich dabei um 2 Gruppen von je 20 – 30 Migranten.

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