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06.04.2017

12:38 Uhr

Gewerkschaft alarmiert

Verdi fürchtet Altersarmut bei Beschäftigten im Handel

Der Handel ist eine der größten Branchen der deutschen Wirtschaft mit rund 5,1 Millionen Mitarbeitern. Doch genau bei dieser Sparte warnt die Gewerkschaft Verdi vor drohender Arbeitslosigkeit bei vielen Beschäftigten.

Mitverantwortlich für das steigende Risiko von Altersarmut bei Beschäftigten im Handel sei die Tarifflucht von immer mehr Handelsunternehmen, sagt Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. Reuters

Verdi

Mitverantwortlich für das steigende Risiko von Altersarmut bei Beschäftigten im Handel sei die Tarifflucht von immer mehr Handelsunternehmen, sagt Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger.

DüsseldorfDie Gewerkschaft Verdi warnt vor drohender Altersarmut bei vielen Beschäftigten im Handel. In keiner anderen Branche sei das Armutsrisiko am Ende des Berufslebens so groß, sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger in Düsseldorf. Besonders betroffen seien Frauen. Der Handel ist einer der größten Branchen der deutschen Wirtschaft und beschäftigt rund 5,1 Millionen Mitarbeiter.

Mitverantwortlich für die Entwicklung sei die Tarifflucht von immer mehr Handelsunternehmen, sagte die Gewerkschafterin am Mittwochabend. Allein zwischen 2010 und 2014 sank der Anteil der Beschäftigten im Einzelhandel, die nach einem Tarifvertrag bezahlt werden, laut Verdi von 41 auf 30 Prozent. Im Groß- und Außenhandel profitiert sogar nur noch jeder Fünfte von einem Tarifvertrag.

Diese Erosion der Tarifbindung führe zu Niedriglöhnen in großen Teilen des Handels, sagte Nutzenberger. Außerdem seien geringfügige Beschäftigungsverhältnisse weit verbreitet. Verdi fordert deshalb eine Rückkehr zu allgemeinverbindlichen Tarifverträgen, die Entgelt und Arbeitsbedingungen für die gesamte Branche festschreiben.

Derartige Vereinbarungen hatte es bis zum Ende der 1990er Jahre gegeben. Allgemeinverbindlichkeit müssten Gewerkschaft und Arbeitgeber allerdings gemeinsam beim Bundesarbeitsminister beantragen.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Herr Old Harold

06.04.2017, 13:47 Uhr

Guten Morgen, liebe Gewerkschaft !

Der weltweit größte Einzelhändler amazon hat sich bei den Herstellern die Meistbegünstigungsklausel ausbedungen.

Das bedeutet, kein Einzelhändler darf vom Hersteller billiger beliefert werden, als amazon.

Und das spricht sich bei den Kunden langsam herum, und sorgt für ein Sterben von Deutschlands Einzelhandel.

Wer dennoch überleben will, muss bei den Löhnen sparen.

Bei den Steuern kann nur amzon sparen, die ihre Firmenzentrale einfach nach Luxemburg, Irland, oder Madeira verlegen.

Wenn Ihr wirklich etwas für Eure Mitglieder tun wollt, setzt da den politischen Hebel bei Rot/Rot/Grün an, oder haltet ganz einfach den Mund !

Herr Wolfgang Trantow

07.04.2017, 10:37 Uhr

Sind es nicht die Gewerkschaften, die die Niedrigstlöhne wollen, bzw. zustimmen und als Ausgleich die Boni für Manager ohne Haftung wollen??

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