Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.06.2013

20:58 Uhr

Gewerkschaft

GEW fordert 40 Milliarden Euro mehr für Bildung

Gute Bildung ist teuer. Im Bundestagswahljahr macht die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft eine Rechnung auf, die ihresgleichen sucht: Sie fordert, die Bildungsausgaben pro Jahr um 40 Milliarden Euro zu erhöhen.

Schüler in einer Klasse in Schleswig-Holstein: Die GEW fordert mehr Geld für Bildung. dpa

Schüler in einer Klasse in Schleswig-Holstein: Die GEW fordert mehr Geld für Bildung.

DüsseldorfDie Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert, jährlich 40 Milliarden Euro zusätzlich in Bildung zu investieren. Das Geld sei nötig, um von der Politik selbst formulierte Aufgaben wie Ganztagsschulen, kleinere Klassen und gemeinsames Lernen mit Behinderten umzusetzen, sagte der scheidende GEW-Bundesvorsitzende Ulrich Thöne am Mittwoch beim Gewerkschaftskongress in Düsseldorf. Mehrausgaben für bessere Bildung könnten aus Steuererhöhungen für Reiche zweckgebunden in die Bildung fließen.

Quer durch alle Schulformen habe Deutschland im europäischen Vergleich mit durchschnittlich 17 Schülern pro Lehrer die schlechteste Unterrichtssituation, kritisierte der Gewerkschafter. Frankreich habe nur etwa 14 Schüler pro Lehrer, die Niederlande im Schnitt 16. „Wenn die Bundesrepublik den Anschluss an das europäische Spitzenniveau schaffen will, müssen die öffentlichen Ausgaben für Bildung auf sieben Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigen“, forderte Thöne. Bislang seien es nur 5,3 Prozent.

Das Steuerkonzept der GEW hat große Schnittmengen mit den Kernforderungen von SPD und Grünen. Eine Parteien-Empfehlung zur Bundestagswahl werde die rund eine Viertelmillion Mitglieder starke Gewerkschaft aber nicht abgeben, sagte Thöne. Bis zum Sonntag werden Spitzenpolitiker aller im Bundestag vertretenen Parteien vor den rund 430 Delegierten reden.

Chancen durch Veränderung der Schulstruktur

Verlängerung der Grundschule

33 Prozent der Lehrer und 27 Prozent der Eltern meinen mit einer Verlängerung der Grundschule auf sechs Jahre kann man benachteiligte Kinder am besten fördern.

Quelle: Allensbach

Einzelunterricht in der Schule

26 Prozent der Lehrer und 33 Prozent der Eltern meinen, der Einzelunterricht in der Schule verbessere die Situation der Kinder.

Bildung von Klassen mit ähnlich leistungsstarken Schülern

Die Bildung von Klassen mit ähnlich leistungsstarken Schülern ist für 21 Prozent der Lehrer und 40 Prozent der Eltern maßgeblich für eine verbesserte Förderung.

Abschaffung des mehrgliedrigen Schulsystems

21 Prozent sowohl der Lehrer als auch Eltern meinen, die Abschaffung des mehrgliedrigen Schulsystems ist die beste Lösung.

Abschaffung der Noten

Lediglich sieben Prozent der Lehrer und acht Prozent der Eltern würden die Abschaffung der Noten als eine verbessere Förderung benachteiligter Kinder betrachten.

Abschaffung des Sitzenbleibens

Zehn Prozent der Lehrer und zwölf Prozent der Eltern denken, die Abschaffung des Sitzenbleibens ist am besten.

Ein weiteres Thema des Gewerkschaftskongresses ist der bislang vergebliche Kampf um eine bundeseinheitliche Bezahlung und einen Tarifvertrag für die rund 200.000 angestellten Lehrer in Deutschland. Thöne äußerte sich skeptisch, „den tariflosen Zustand in kurzer Zeit überwinden zu können“.

Auch bei der Forderung nach einem Streikrecht für Beamte warnte Thöne vor übertriebenen Erwartungen. „Das kann man beschließen - was umsetzbar ist, steht auf einem anderen Blatt Papier.“ Die GEW hatte nach Angaben ihres Sprechers bereits im vergangenen Jahr Klage gegen das Streikverbot für Beamte beim Bundesverfassungsgericht eingereicht.

Am Abend wählten die Delegierten die Lehrerin Marlis Tepe zur neuen Vorsitzenden. Die 59-Jährige erhielt 52,4 Prozent der Delegiertenstimmen, wie ein Sprecher mitteilte. Gegenkandidat Norbert Hocke erhielt 42,5 Prozent, der Rest enthielt sich. Tepe steht damit für die nächsten vier Jahre an der Spitze der Bildungsgewerkschaft, die nach eigenen Angaben rund 266.500 Mitglieder zählt. Thöne war nach acht Jahren an der Spitze nicht mehr angetreten.

Von

dpa

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

GEWsofortVerbieten

13.06.2013, 21:50 Uhr

GEW ist eine (...)Beamtenlobby. Wer von Schulen eine Ahnung hat, weiss, daß Bildung und individuelle Förderung junger Menschen niemals durch GEW-Aktivisten erfolgt, im Gegenteil. Jede Privatschule ist besser aufgestellt, als die (...) staatlichen Lee(h)rbetriebe...(...)

Auch in der BRD herrscht wie in der Türkei eine skrupellose Beamten- Diktatur. Das Volk hat schon lange nichts mehr zu sagen. Immer mehr Staatsbedienstete regieren über die Köpfe der Bevölkerung hinweg. Die Verschwendung der den Bürgern mit weit überhöhter Staatsquote von 52% abgepressten Steuergelder durch diese Beamtendiktatur ist allgegenwärtig:

--EURO-Hawk- Drohne,
--FH BER,
--Stuttgart 21,
--GEW-Beamte,
--Stadtschloss Berlin,
--Diätenerhöhungen,
--Aufblähung von Planstellen für überflüssige Politiker und Beamte,
--kontraproduktive Parallelverwaltungen in EU / Bund / Land / Kreis / Stadt / Gemeinde,
--unwirksamer und chaotischer Hochwasserschutz (heute im ZDF analysiert)
--Politgeschwätz in allen Medien zu belanglosen Scheinthemen
--Zerreden der Reformbedarfe im Parlament: Steuerreform / Strukturreform / Rentenreform
--etc. etc. etc…..

Diese Beamtendiktatur hat eine Eigendynamik, die auf die Ausplünderung des Volkes mit immer höheren Steuern und Abgaben zur Wahrung von Eigeninteressen ausgerichtet ist. Eine Staatsquote von über 50% zur zügellosen Selbstbedienung ist nunmehr das Resultat.

Und die AfD ist doch längst von Beamten unterwandert, der Oberbeamte ist Lucke. Ebenso wie die PIRATEN, deren Chef ein Oberbeamter aus dem BW- Ministerium ist.

Durch Wahlen werden wir diese Beamtendiktatur nie los. Wir müssen uns schon die Mühe machen, die sich damals die tapferen Bürger in der DDR gemacht haben, um ihr politisches Erpressungssystem zu überwinden: Methode Montags- Demos wie in der Ex- DDR.

Ab jetzt REGELTERMIN jeden MONTAG in BERLIN am PARISER PLATZ – neben dem Brandenburger Tor – ab 16 Uhr. Und jetzt rasch über Twitter und Facebook verbreiten

Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

RDA

13.06.2013, 22:58 Uhr

Na dann soll die GEW mal die Reduzierung von Beamtenpensionen auf das Niveau der Rentenversicherung fordern. Ach ja, die Pension enthält ja einen Betriebsrentenanteil...dann eben die gesetzliche Rente + max 400 Euro Betriebsrentenzuschlag. Das spart dem Staat 19 Mrd. Euro jährlich, die man in Zukunftsinvestitionen wie Bildung und Infrastruktur investieren kann.

PiepPiepPiepAngelahHatEuchLieb

13.06.2013, 23:48 Uhr

In Deutschland, das Land der Klingeltöne, was braucht es noch mehr Bildung als Daumen und vielleicht Zeigefinger und ab und an auch den Mittelfinger. Geht doch, denn geht nicht, gibts nicht.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×