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29.01.2004

15:24 Uhr

Gewerkschaft will ihre Kampfkraft beweisen

IG Metall kündigt mehr Warnstreiks an

Nach Ablauf der Friedenspflicht in der Metall- und Elektroindustrie hat die IG Metall ihre Gangart im Tarifkonflikt mit ersten Warnstreiks verschärft. Bundesweit legten nach Gewerkschaftsangaben mehr als 16 000 Beschäftigte in über 50 Betrieben vor allem im traditionellen Pilotbezirk Baden-Württemberg, aber auch in Rheinland-Pfalz, Bayern, Hessen, Niedersachsen und Berlin die Arbeit für kurze Zeit nieder. Am Freitag sollen die Warnstreiks ausgeweitet werden. IG-Metall-Chef Jürgen Peters unterstrich die Kampffähigkeit der Gewerkschaft. Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser kritisierte die Warnstreiks.

HB STUTTGART. Man werde sich mit allen Mitteln gegen eine Rückkehr zur 40-Stunden-Woche zur Wehr setzen, teilte der IG-Metall-Verhandlungsführer in Baden-Württemberg Jörg Hofmann mit. Dagegen unterstrich der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Bernd Gottschalk, die Notwendigkeit von Öffnungsklauseln bei den Tarifen.

Die Arbeitgeber fordern Öffnungsklauseln, mit denen die wöchentliche Arbeitszeit auf Betriebsebene auf bis zu 40 Stunden verlängert werden kann. Dies soll auch ohne Lohnausgleich für die Mehrarbeit möglich sein. Außerdem hat der Arbeitgeberverband Lohnerhöhungen in zwei Stufen von je 1,2 % bei einer Laufzeit von 27 Monaten angeboten. Die IG Metall fordert dagegen für die 3,4 Mill. Beschäftigten der Branche vier Prozent mehr Lohn und Gehalt. Darüber hinaus geht es für die Gewerkschaft darum, ihre Kampfkraft nach dem gescheiterten Streik für die 35-Stunden-Woche in Ostdeutschland zu beweisen.

Im größten deutschen Mercedes-Werk in Sindelfingen bei Stuttgart traten um 0.30 Uhr nach IG-Metall-Angaben alle 1000 Beschäftigten der Nachtschicht für eine Stunde in den Ausstand. Sie zogen bei eisigen Temperaturen mit Fackeln über das Werksgelände. Im Mannheimer Mercedes-Werk beteiligten sich den Angaben zufolge rund 4000 Beschäftigte an einer Kundgebung. Auch im Raum Hamburg legten die Nachtschichten bei Mercedes, Airbus und Still nach Gewerkschaftsangaben zeitweise die Arbeit nieder. Für den Nachmittag hatte die Gewerkschaft zu Warnstreiks bei Opel in Eisenach und beim Druckmaschinenbauer MAN Roland in Mainhausen aufgerufen.

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