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14.01.2011

10:49 Uhr

Gewerkschaften

Mitgliederzahlen erholen sich

VonDietrich Creutzburg

DGB-Chef Sommer kann wieder jubeln: Nach dem jahrelangen Negativtrend erholen sich die Mitgliederzahlen der Gewerkschaften wieder. Drei Verbände verzeichnen satte Zuwächse. Nur einen echten Verlierer gibt es: Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi.

DGB-Chef Sommer: An der Spitze von 6,2 Mio. Mitgliedern. dpa

DGB-Chef Sommer: An der Spitze von 6,2 Mio. Mitgliedern.

BERLIN. Die ganz große Jubelbotschaft blieb DGB-Chef Michael Sommer gestern noch versagt: Alles in allem haben die acht Gewerkschaften seines Dachverbands auch 2010 mehr Mitglieder verloren als gewonnen. Und zwar etwa 60 000 bis 80 000, teilte Sommer nach ersten Hochrechnungen mit. Doch hat sich der jahrelange Negativtrend damit stark abgeschwächt. Insgesamt seien nun knapp 6,2 Millionen Arbeitnehmer beim DGB.

Und es gibt weitere Lichtblicke: Einige Gewerkschaften erzielen bereits wieder echte Zuwächse. Vorneweg läuft die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) – sie gewann 2010 nach eigenen Angaben gut 2 000 Mitglieder und knackte damit die Marke von 260 000. Auch die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) wächst wieder: Sie legte um 976 auf 205 646 Mitglieder zu.

Einen nominal starken Zuwachs verzeichnet auch die Gewerkschaft Transnet, die seit Herbst als Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) firmiert. Grund ist hier aber allein ihre Fusion mit der Gewerkschaft GDBA, die bisher zum Beamtenbund zählte. Die EVG wies im November 240 000 Mitglieder aus, 20 000 mehr als zuvor Transnet.

Auf der Verliererseite steht Verdi, deren Mitgliederzahl um zwei Prozent auf knapp 2,1 Millionen sank. Zahlen der IG Metall, die vor Jahresfrist 2,26 Millionen Mitglieder hatte, liegen noch nicht vor. Sie war am härtesten von der Krise betroffen, hätte nach der DGB-Rechnung aber besser abgeschnitten als Verdi.

Dass sich der Mitgliedertrend stabilisiert, zeigt auch eine neue Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Danach waren 2008 gut 17 Prozent der jungen Arbeitnehmer bis 30 in einer Gewerkschaft. Das sind deutlich mehr als in der Altersklasse von 30 bis 39 – und auch mehr als bei den Jüngeren von vor zehn Jahren. Trotzdem leiden die Gewerkschaften noch unter Demografie-Problemen: Die höchsten Organisationsgrade haben nach wie vor ältere Beschäftigte, die bald in Rente gehen.

Kommentare (1)

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Margrit Steer

14.01.2011, 14:56 Uhr

Ver.die ist auch die schlechteste Gewerkschaft.Dieser grüne bsirske ist eine Katastrophe und die stellvertr. Vorstzende Möhning-Rahne ist nun wirklich das Letzte
ich hatte das "Vergnügen" mit dieser Gewerkschaft als ich Hilfe brauchte.
Aber dem Mitarbeiter helfen? Aber nein doch, damit wäre doch die neue Ernennung in den Verwaltungsrat der Firma gefährdet gewesen.
ich bin, wie so viele, auch ausgetreten.

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