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08.01.2010

10:14 Uhr

Gewerkschaftsbund

7,50 Euro sind nicht genug

VonDietrich Creutzburg

Der deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) fordert einen Mindestlohn von über 7,50 Euro - wie hoch genau die Grenze angehoben werden soll, ist offen. Auch wenn die Regierung von dem Vorschlag nicht begeistert sein dürfte, könnte der DGB die Politik damit ziemlich unter Druck setzen.

Michael Sommer: Der DGB-Chef fordert einen Mindestlohn von über 7,50 Euro pro Stunde. Reuters

Michael Sommer: Der DGB-Chef fordert einen Mindestlohn von über 7,50 Euro pro Stunde.

BERLIN. Die Zielmarke von 7,50 Euro hat sich in der Debatte über Mindestlöhne etabliert, etliche wissenschaftliche Studien haben sich daran abgearbeitet. Nun aber soll die Zahl nach dem Willen ihrer Urheber ins Reich der Vergangenheit rücken: Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) plant eine Lohnerhöhung – auch wenn diese mangels politischer Unterstützung zunächst nur auf dem Papier stehen wird.

Mehr als vier Jahre nach dem Start der gewerkschaftlichen Mindestlohnkampagne „tut eine Anpassung not“, sagte DGB-Chef Michael Sommer gestern auf seiner Neujahrspressekonferenz. Wie stark die Zielmarke angehoben werden soll, sei noch offen. Sommer verwies indes darauf, dass es in anderen EU-Ländern bereits Mindestlöhne im Bereich von neun Euro pro Stunde gebe. Die konkrete Zahl soll auf dem DGB-Bundeskongress im Mai beschlossen werden.

Auch wenn die schwarz-gelbe Bundesregierung noch weniger an die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns denkt als zuvor die Große Koalition, könnte ein solcher Beschluss zumindest indirekte Folgen haben. Beispielsweise hat die Gewerkschaft Verdi in etlichen Branchen die Marschroute ausgegeben, dass sie generell keine Tarifverträge mehr mit Stundenlöhnen unter 7,50 Euro unterschreibt. Eine geplante Vereinbarung für das Wach- und Sicherheitsgewerbe war daran 2008 in letzter Minute gescheitert. Eine Anhebung der Zielmarke für den gesetzlichen Mindestlohn könnte daher ähnliche Probleme künftig noch verschärfen.

Kommentare (5)

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Aufklärung08

11.01.2010, 16:02 Uhr

Auch 10 Euro/Stunde (bei Vollzeit!) reichen kaum zum Leben: in einer Großstadt würde allein die Miete die Hälfte" auffressen". Hier zeigen sich die Folgen der miserablen Entwicklung der Löhne in DE während der letzten 10 -15 Jahren.

Ganz im Gegensatzt zur Entwicklung der Unternehmenseinkommen und Vermögen.

Auch eine Form des "Ausgleichs"... .

Hofmann,M

11.01.2010, 16:15 Uhr

@Aufklärung08
Nicht die Löhne sind das Problem in einer Großstadt sondern die Lebenshaltungskosten.

Aufklärung08

12.01.2010, 13:23 Uhr

@Hofmann

Lebenshaltunsgkosten sind letztlich Einkommen von anderen, wussten Sie das nicht? Das Problem ist die Verteilungsunrechtigkeit der Einkommen und Vermögen.

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