Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.01.2012

14:42 Uhr

Gewerkschaftsbund

DGB fordert steigende Reallöhne im Jahr 2012

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) fordert steigende Reallöhne, um die Binnennachfrage anzukurbeln. So könne die Wirtschaft stabilisiert werden, sagt DGB-Chef Michael Sommer. Von Konjunktureinbrüchen geht er nicht aus.

DGB-Chef Michael Sommer setzt auf steigende Reallöhne zur Stabilisierung der Wirtschaft. dpa

DGB-Chef Michael Sommer setzt auf steigende Reallöhne zur Stabilisierung der Wirtschaft.

BerlinDer Deutsche Gewerkschaftsbund fordert deutliche Gehaltssteigerungen in diesem Jahr. Die Binnennachfrage könne mit steigenden Reallöhnen einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung der Wirtschaft leisten, sagte DGB-Chef Michael Sommer am Mittwoch in Berlin. Zwar schwächele die Konjunktur etwas, aber in der Industrie sei die Lage nicht nur stabil, sondern weise ausgesprochen nach oben. „Deswegen gehen wir davon aus, dass es zu den oftmals prophezeiten Einbrüchen nicht kommt“, sagte Sommer.

Im DGB sind die einzelnen Gewerkschaften für die Tarifpolitik zuständig. Die IG Metall etwa will ihre Forderung für die im Frühjahr startenden Tarifverhandlungen im Februar festlegen. Die für die deutsche Schlüsselbranche zuständige Gewerkschaft hatte zuletzt im Dezember die Erwartungen an einen hohen Lohnzuwachs gedämpft. Damals nannte der einflussreiche Bezirk Baden-Württemberg eine Erhöhung von mindestens 3,4 Prozent. Bei den Mitarbeitern seien die aber Erwartungen höher.

Derzeit laufen die Tarifverhandlungen für die Mitarbeiter der Deutschen Post. Die Post habe der Gewerkschaft ein Angebot unterbreitet und sei zuversichtlich, eine Einigung erzielen zu können, sagte ein Sprecher des Bonner Konzerns am Mittwoch. Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt. Die Gewerkschaft Verdi hatte für die rund 130.000 Tarifbeschäftigten sieben Prozent mehr Lohn gefordert. Sie erhielten zuletzt Ende 2009 eine Lohnerhöhung von drei Prozent. Darauf folgten Nullrunden. Die Post verzichtete im Gegenzug auf betriebsbedingte Kündigungen und eine längere Arbeitszeit.

DGB-Chef Sommer bekräftigte die Forderung seines Verbandes nach einem allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde. Zwar fehle ihm bei der schwarz-gelben Regierung der Glaube an eine entsprechende Regelung. Doch spätestens nach der nächsten Bundestagswahl werde der Mindestlohn im Gesetzblatt stehen. „Da bin ich absolut sicher“, sagte Sommer. Mit einem Mindestlohn in der Leiharbeitsbranche sei es nicht getan.

Von diesem Jahr an gelten bereits für etwa vier Millionen Beschäftigte in Deutschland branchenspezifische Mindestlöhne. Als elfte Branche ist die Zeitarbeit mit etwa 900.000 Beschäftigten dazugekommen.

Von

rtr

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

11.01.2012, 14:58 Uhr

Kein Thema. Vorher müssen wir nur noch die Berechnung der Inflation ändern.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×