Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

25.09.2012

12:29 Uhr

GfK-Konsumklima

Verbraucher sorgen sich um ihre Kaufkraft

Die Angst um ihre Finanzen lässt die Deutschen nicht los. Vor allem die steigenden Preise und die höhere Arbeitslosigkeit beunruhigen die Konsumenten. Das GfK-Barometer für das Konsumklima verharrt auf niedrigem Niveau.

Sorge wächst, Kaufkraft sinkt (noch nicht)

Video: Sorge wächst, Kaufkraft sinkt (noch nicht)

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

BerlinDie Verbraucher sorgen sich wegen steigender Preise und höherer Arbeitslosigkeit um ihre Finanzen. Sie schätzten ihre Einkommensaussichten im September so schlecht ein wie seit über zwei Jahren nicht mehr, wie die am Dienstag vorgelegte Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) unter 2000 Deutschen ergab. „Die Verbraucher fürchten um ihre Kaufkraft“, sagte GfK-Expere Rolf Bürkl. Das für Oktober berechnete Barometer für das Konsumklima verharrte deshalb bei 5,9 Punkten, obwohl die Rezessionsangst abgenommen hat und die Bereitschaft zu größeren Anschaffungen stabil geblieben ist.

„Die Verunsicherung der Verbraucher im Hinblick auf ihre finanziellen Möglichkeiten hat in den vergangenen Wochen zugenommen“, sagte Bürkl. „Ursache dafür ist zum einen die leicht gestiegene Arbeitslosigkeit.“ Im August war die Arbeitslosenzahl überraschend deutlich um 29.000 gestiegen.

Seither haben große Unternehmen wie die Deutsche Bank einen Stellenabbau angekündigt oder wie im Fall Opel Kurzarbeit für Tausende Beschäftigte veranlasst. „Hinzu kommen die erneuten Rekordstände bei den Benzinpreisen“, sagte Bürkl. Das trieb die Teuerungsrate im August auf 2,1 Prozent nach oben. Sie liegt damit wieder über der Zwei-Prozent-Marke, bis zu der die Europäische Zentralbank (EZB) von stabilen Preisen spricht.

Dass die Bereitschaft zu größeren Einkäufen trotzdem unverändert geblieben ist, liegt an der geringen Sparneigung. „Die Verbraucher tendieren nach wie vor dazu, ihre finanziellen Mittel in werthaltige Anschaffungen - wie beispielsweise Immobilien - zu investieren als diese auf der Bank zu deponieren“, sagte Bürkl. Dort gibt es derzeit nur Mini-Zinsen.

Konjunkturprognosen der vergangenen Monate

DIHK

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) geht von einem Wachstum von 0,3 Prozent aus. Bislang waren 0,7 Prozent erwartet worden. "Der Aufschwung in Deutschland ist vorerst verschoben", sagte Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben. "Die Unternehmen schätzen ihre Lage deutlich schlechter ein als zu Beginn des Jahres." Für 2014 geht das DIHK von einem Wachstum von mehr als einem Prozent aus.

BDI

Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Ulrich Grillo, rechnet mit robustem Wachstum von bis zu 0,8 Prozent. Er ist damit weit optimistischer als die Bundesregierung.

Bundesregierung

Die Bundesregierung geht für 2013 von einem Wachstum von 0,4 Prozent aus.

Sachverständigenrat

Genau wie die Bundesregierung rechneten auch die "fünf Weisen" aus dem Sachverständigenrat zuletzt mit einem Wachstum von 0,8 Prozent. Wegen des starken Einbruchs im vierten Quartal 2012 haben sie den Wert jedoch auf 0,3 Prozent mehr als halbiert.

RWI

Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung rechnet für 2013 mit einem Wachstum von 0,3 Prozent. Im Vergleich zur Herbstprognose wurde die Schätzung um 0,7 Punkte zurückgenommen.

Internationaler Währungsfonds

Der Internationale Währungsfonds (IWF) sagt für 2013 ein Plus von 0,3 Prozent voraus. Im Oktober 2012 war er für 2013 noch von einem Wachstum von 0,9 Prozent ausgegangen.

EU-Kommission

Zum Lager der Optimisten gehört die EU-Kommission. Für Deutschland erwartet sie 2013 ein Wachstum von 0,5 Prozent. Das ist besser als die Erwartung für den Euroraum. Hier rechnet sie sogar mit einem Rückgang von 0,3 Prozent. Grund für die langsame Entwicklung sind die schlechte Binnennachfrage einiger Länder und große konjunkturelle Unterschiede zwischen den EU-Mitgliedstaaten.

Bundesbank

Die Deutsche Bundesbank rechnet in ihrem Monatsbericht vom Dezember für 2013 mit einem Wachstum von 0,4 Prozent. 2014 soll dies auf 1,9 Prozent steigen.

DIW

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) rechnet für 2013 mit einem Wachstum von 0,7 Prozent. Damit hat es seine Erwartungen nach unten korrigiert. Zuvor war es von einem Plus von 0,9 Prozent ausgegangen. Für 2014 rechnet das DIW mit einem Wachstum von 1,6 Prozent.

Ifo-Institut

Das Münchner Ifo-Institut geht für 2013 von einem Wachstum von 0,7 Prozent aus. Die Spanne der Schätzung reicht von minus 0,6 bis plus 2,0 Prozent.

Die Konjunkturaussichten schätzten die Verbraucher nach zuvor drei Rückgängen in Folge wieder etwas weniger skeptisch ein. „Ob dieser positive Trend anhält, lässt sich derzeit jedoch nicht genau abschätzen“, sagte Bürkl. Es zeichne sich ein langsameres Wirtschaftswachstum ab.

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

MIRO

25.09.2012, 13:10 Uhr

...Denk ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht ! ( frei nach Berthold Brecht ).
Wie schön, daß die Deutschen endlich langsam aufwachen um zu erkennen, was die Politik mit ihrem unsäglichen EURO
aus unserem Land gemacht haben.
Betrachtet man sich heute Deutschland und den Rest Europas
kann ich nur sagen; " Bonjour Tristesse " .
Eine Schande was aus unserem Land geworden ist.gez.walterwerner.artists.de

claus

25.09.2012, 13:33 Uhr

Höhere Mieten, höhere Stromkosten, höhere Benzinkosten, Erhöhung der Kosten für Bahn und Bus, höheres Porto und Packetkosten, kaum noch Zinsen und und und- mehr Geld für die gleiche Leistung woher soll da noch Kaufkraft kommen ?
Die Quittung wird noch kommen. Stellen wir uns auf eine harte Zeit ein oder wählen wir die das verzapft haben ab.

Republikaner

25.09.2012, 13:34 Uhr

...kein einziger mir bekannter Politiker schert sich um die Kaufkraft. Deswegen geht im nächsten Wahlkampf nicht um mehr Kindertagestätten sondern um:
1. Austritt GR oder alternativ Austritt D aus diesem Irrenhaus
2. Verschleuderung der Steuerzahlergelder in Richtung Europa
3. Altersarmut
4. Bewußte Verschlechterung des Geldwertes
5. Hemmungslose Verschuldung Deutschlands
6. Völlige Verantwortungslosigkeit der herrschenden Parteien
7. Ständiges Täuschen und Belügen der Wähler
8. keine Steuererhöhungen für diesen Mist-Euro!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×