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30.03.2011

16:02 Uhr

Gleichberechtigung in Unternehmen

Schröder gewinnt Dax-Konzerne für flexible Frauenquote

Familienministerin Kristina Schröder hat einen wichtigen Etappensieg errungen: Die Personalvorstände der Dax-Konzerne haben sich verpflichtet, sich selbst eine Quote für Frauen in Führungspositionen zu setzen.

Im Angesicht der Fotografen: Kristina Schröder und Ursula von der Leyen. Quelle: Reuters

Im Angesicht der Fotografen: Kristina Schröder und Ursula von der Leyen.

BerlinDie 30 DAX-Unternehmen haben sich zu Zielvorgaben und Transparenz beim Erreichen einer höheren Frauenquote in ihren Führungsgremien verpflichtet. In der am Mittwoch nach einem Spitzengespräch mit den zuständigen Kabinettsmitgliedern veröffentlichten gemeinsamen Erklärung der Personalvorstände der Konzerne werden allerdings noch keine konkreten Ziele genannt - abgesehen davon, dass sich jedes Unternehmen noch in diesem Jahr auf eine selbst definierte Quote festlegen will.

Damit hat sich Familienministerin Kristina Schröder (CDU) mit ihrem Konzept für eine Frauenquote weitgehend durchgesetzt. Sie präsentierte bei dem Spitzentreffen ihren Stufenplan, der diese für jedes Unternehmen unterschiedliche „Flexi-Quote“ vorsieht, aber auch Sanktionen, falls sich der Anteil der Frauen in Führungsgremien nicht bis 2013 verdreifacht habe. Schröder zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis des Gesprächs, auch wenn BMW-Personalvorstand Harald Krüger betonte, die Wirtschaftsvertreter hätten den Stufenplan „nicht in allen Stufen bestätigt“.

Ministerin Schröder zur Frauenquote: „Ich will der Wirtschaft bis 2013 Zeit geben“

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Familienministerin Schröder will mehr Frauen in den Führungsetagen deutscher Unternehmen. Deshalb trifft sie sich heute mit den Personalchefs der Dax-Konzerne. Im Interview spricht die 33-Jährige über ihre Pläne.

„Wir werden nicht eine Quote haben, sondern wir werden in diesem Jahr 30 Zielvorgaben der 30 Dax-Unternehmen erfahren“, sagte Schröder. Sie sei sehr froh über dieses Ergebnis. Die Bundesregierung gebe der Wirtschaft damit noch befristet Zeit für „substanzielle Verbesserungen“. Falls dies nicht gelinge, komme die von ihr vorgeschlagene „gesetzliche Pflicht zur Selbstverpflichtung“.

Telekom-Personalchef Thomas Sattelberger sagte, die Dax-Konzerne stellten sich der Verantwortung, in gravierend anderer Weise als bislang auf eine Erhöhung des Frauenanteils in allen Führungsebenen hinzuarbeiten. Noch in diesem Jahr würden „30 unternehmensspezifische Bekenntnisse“ vorgelegt, in denen deutlich werde, was die Unternehmen in welchem Zeitraum mit Blick auf die Frauenförderung anstrebten. Den Firmen sei bewusst, dass der Gesetzgeber eingreifen werde, wenn die Firmen ihre Selbstverpflichtungen nicht einhielten.

BMW-Personalchef Harald Krüger machte deutlich, dass die Firmen das von Schröder vorgelegte Modell einer gesetzlichen Verpflichtung zu einer Selbstverpflichtung nicht in allen Punkten mittragen. „Wir sind uns einig, dass wir massiv nachlegen wollen bei der Förderung von Frauen in Führungspositionen über alle Ebenen“, bekräftigte er aber.

Familienministerin Kristina Schroeder (links) und Arbeitsministerin Ursula von der Leyen vor dem Spitzengespräch mit den Vorständen der 30 Dax-Konzerne. Quelle: Reuters

Familienministerin Kristina Schroeder (links) und Arbeitsministerin Ursula von der Leyen vor dem Spitzengespräch mit den Vorständen der 30 Dax-Konzerne.

Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) rückte von ihrer Festlegung auf eine starre gesetzliche Quote ab, mit der sie sich schon innerhalb der Bundesregierung zunehmend isoliert hatte. Sie hatte noch kurz vor dem Treffen ihre Forderung nach einer verbindlichen Quote von mindestens 30 Prozent Frauen in Führungspositionen der DAX-30-Unternehmen öffentlich bekräftigt.

Das Treffen sei mit „Licht und Schatten“ zu Ende gegangen, sagte von der Leyen. Den Schatten machte sie vor allem in der mangelnden Unterlegung der gemeinsamen Erklärung mit Zahlen, Strategien und Zielen aus.

„Wir lassen nicht locker“, erklärte Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP). Es gebe derzeit keinen Konsens in der Bundesregierung. Auch sie rückte von dem Stufenplan ab und forderte, der Druck auf die Unternehmen müsse weitergehen.

Kritik kam von dn Gewerkschaften und der Opposition. DGB-Vize Ingrid Sehrbrock erklärte, Schröders Stufenplan sei viel zu zögerlich. „Es ist höchste Zeit für eine gesetzliche Frauenquote anstatt freiwilliger Selbstverpflichtungen.“

SPD-Chef Sigmar Gabriel kritisierte Kanzlerin Angela Merkel: „Frau Merkel fällt den Frauen in den Rücken. Statt endlich für eine verbindliche Quote und einen Rechtsanspruch auf gleichen Lohn zu sorgen, setzt sie weiter auf freiwillige Vereinbarungen. Das ist so, als wolle man mit Gänsen über Weihnachten diskutieren.“

Kommentare (7)

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RuinDerDemokratie

30.03.2011, 15:51 Uhr

Was sind das bloß alles für Planwirtschaftliche Ideen,
durch einen Haufen unfähiger Quotenweiber ausgebrütet,
die nicht vom Fach,
dumm daher quatschend, ohne Ergebnisverantwortung,
die CDU nicht mehr wählbar,
die FDP ein Haufen Dilettatnten,

Will usn Merkel die SED Planwirtschaft aufdrücken,
illoyal gegenüber NATO und
allen, die die Demokratie verteidigen ?

Osterwelle

30.03.2011, 15:56 Uhr

Es ist eine legitime Forderung. Nicht alle lassen sich sofort umsetzen. Z.B. Ich wollte schon immer mehr Männer in den Entbindungsstationen sehen, dafür gibt es jedoch kein Lobby, bei keiner Partei. Also müssen wir noch warten. Liebe Frau Schröder ich gebe euch noch zehn Jahre Zeit, aber dann will ich Ergebnisse sehen. Tja, wenn man nichts sinnvolleres schafft, dann eben das. Oder träume ich?

Veritas

30.03.2011, 15:59 Uhr

Da fällt einem wirklich nichts mehr ein. Diese Regierung, die für ihre der Wirtschaft zugewandte Politik und den damit verbundenen deutschen Wohlstand gewählt wurde, trägt zunehmend sozialistisch-feministische Züge. Es ist wirklich ekelerregend!!

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