Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

23.02.2013

03:49 Uhr

Gleichstellung

Union deutet Umdenken bei Homo-Ehe an

Die Union will offenbar ihren Widerstand gegen die Homo-Ehe aufgeben. Nach der Adoptionsentscheidung des Bundesverfassungsgerichts müsse die Union beweglicher werden. Nur „wie wir das genau machen“ sei offen.

Macht die Union den Weg zur kompletten Gleichstellung frei? dpa

Macht die Union den Weg zur kompletten Gleichstellung frei?

BerlinNach der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zum Adoptionsrecht für homosexuelle Paare zeichnet sich in der Union ein Kurswechsel ab. Der Parlamentarische Geschäftsführer der CDU/CSU-Fraktion, Michael Grosse-Brömer, sagte der „Süddeutschen Zeitung“, die Union müsse „in Sachen Gleichstellung beweglicher werden“.

Angesichts der klaren Tendenzen in der Karlsruher Rechtsprechung sollte die Union jetzt „möglichst rasch handeln“ und die „erforderliche verfassungsrechtliche Gleichstellung“ eingetragener Lebenspartnerschaften mit Ehepaaren auch umsetzen. „Wie wir das genau machen, prüfen wir jetzt innerhalb der Fraktion und dann in der Koalition.“

Nationalversammlung: Frankreich sagt Ja zur Homo-Ehe

Nationalversammlung

Frankreich sagt Ja zur Homo-Ehe

Die französische Nationalversammlung hat mit deutlicher Mehrheit der Einführung der umstrittenen Homo-Ehe zugestimmt. Es ist ein großer Erfolg für Justizministerin Taubira.

Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) sagte der Zeitung, sie begrüße es, „wenn sich die Union einer modernen Gesellschaftspolitik öffnet“. Ihr Ministerium habe einen fertigen Gesetzentwurf zum vollständigen Adoptionsrecht in der Schublade.

Dieser Entwurf stellt, als Reaktion auf das jüngste Urteil des Bundesverfassungsgerichts, Ehe und Lebenspartnerschaft im Adoptionsrecht vollkommen gleich. Darüber hinaus sieht der Entwurf vor, in allen möglichen Gesetzen Ehe und Homo-Ehe gleichzustellen. Die Wörter „Ehegatte/Ehegatten“ sollen jeweils durch „oder Lebenspartner“ ergänzt.

Vor CDU-Parteitag: Merkel gegen Gleichbehandlung homosexueller Paare

Vor CDU-Parteitag

Merkel gegen Gleich-stellung Homosexueller

Trotz prominenter Unterstützer ist nicht sicher, ob Sie ihre Position durchdrücken kann.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich bislang im Einklang mit der Mehrheit ihrer Partei gegen eine steuerliche Gleichstellung homosexueller Paare mit verheirateten Männern und Frauen gestellt. Zuvor war die Partei bereits bei der Atomkraft und der Wehrpflicht von alten Grundüberzeugungen abgerückt.

Sollte die Unionsfraktion sich tatsächlich zu dem Kurswechsel durchringen, wäre der Weg zur völligen Gleichstellung der Homo-Ehe frei. Diese fehlt vor allem noch beim Ehegattensplitting und beim Adoptionsrecht. Sowohl die Oppositionsfraktionen als auch der Koalitionspartner FDP fordern schon seit Langem eine Gleichbehandlung.

Kommentare (19)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

OnlyHuman

23.02.2013, 05:20 Uhr

Mutter Natur läßt jegliche Experimente (Evolution) zu. Was scheitert stirbt aus, ob nun in Pflanzen- oder Tierwelt. Nur wir homo sapiens sapiens vermuten zu wissen und maßen uns in unserer Arroganz an, der Natur in ihrer Vielfalt durch Gesetze und Verordnungen Herrscher sein zu können.

Was spricht gegen Kindererziehung von Mutter und Oma oder von Vater und Opa?

Lieber ein geliebtes Kind in einer homosexuellen oder lesbischen Gemeinschaft, als durch kaputte heterosexuelle Ehen, Partnerschaften, durch das Jugendamt in Erziehungsanstalten oder auch wegen des Geldes in Pflegefamilien zu landen. Pflegekinder sind diesem Staat ja wesentlich mehr wert als Erziehung eigener Kinder (Durch monatliche Zahlungen zum Eigenheim mit Garten?) - andere Geschichte.

Andere Zeiten, andere Sitten, jedenfalls bei uns, sogenannter Krönung der Schöpfung.

Im Übrigen ist dieses alte Weib gegen ein Ehegatten-Splitting, welches zur Ehe anregt, allerdings Gescheiterte vor noch größere bürokratische Aufgaben stellt, nur um dem Beamtentum die Existenz zu sichern.

Danke für Ihre Aufmerksamkeit zu einer persönlichen Meinung.

Das unbotmnäßige Ekelpaket.

Oliver42

23.02.2013, 07:19 Uhr

Die CDU um Frau Merkel sollte endlich der Haltung unseres höchsten Gerichtes nachgeben. Mittlerweile erfolgte das sechste Grundsatzurteil zur Gleichstellung zugunsten verpartnerter Paare und irgendwann sollte es auch der letzte CDU-Parlamentarier begreifen, dass das Verfassungsgericht die Gleichstellung für homosexuelle, vepartnerte Paare befürwortet.

In unserem Staate gilt Artikel 3 Grundgesetz, wonach alle (!) Bürger unseres Staates die gleichen Rechte haben. Homosexuelle Paare, die zum Standesamt gehen, übernehmen die gleichen Pflichtenwiee heterosexuelle verheiratete Paare, da haben sie auch die gleichen Rechte verdient.

Alle anderen Parteien im Bundestag wissen dies, und auch innerhalb der CDU gibt es mittlerweile eine starke Gruppe, die diese Gleichstellung ebenso befürwortet. Die CDU sollte nicht länger dieses Thema blockieren, denn es sowieso schon echt beschämend für unsere Demokratie, dass bei diesem Thema ein Urteil nach dem nächsten Urteil aus Karlsruhe kommt und der Bundestag einfach diese Haltung aus Karlsruhe bisher nicht nachkommt.

Alle Menschen in unserem Staat haben die gleichen Rechte und das gilt auch für homosexuelle Menschen in unserem Lande.

Account gelöscht!

23.02.2013, 08:20 Uhr

Und 'sie' bewegt sich doch!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×