Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

27.02.2015

15:02 Uhr

Goldreserven im Ausland

Bundesbank dreht Aufklärungsfilm gegen Gold-Legenden

VonKevin Knitterscheidt

Ein Großteil der deutschen Goldreserven lagert im Ausland. Weil der Schatz so schwer zugänglich ist, zweifeln manche gar daran, dass es ihn überhaupt gibt. Die Bundesbank will mit einem Video nun mit Legenden aufräumen.

Rund 31 Prozent der Goldreserven der Bundesbank lagern aktuell in Frankfurt. Diese undatierte Aufnahme gewährt einen Blick in die Tresorräume der Bundesbank. Bis 2020 soll der Anteil des im Inland gelagerten Goldes auf etwa 50 Prozent steigen. Der Rest verbleibt bei den Zentralbanken in London und New York. dpa

Die Goldreserven der Bundesbank

Rund 31 Prozent der Goldreserven der Bundesbank lagern aktuell in Frankfurt. Diese undatierte Aufnahme gewährt einen Blick in die Tresorräume der Bundesbank. Bis 2020 soll der Anteil des im Inland gelagerten Goldes auf etwa 50 Prozent steigen. Der Rest verbleibt bei den Zentralbanken in London und New York.

DüsseldorfUm diesen sagenumwobenen Schatz ranken sich Geheimnisse, Mythen und Verschwörungstheorien: Die Goldreserven der Bundesbank, den „Goldschatz der Deutschen“. Weil ein Großteil davon im Ausland lagert, behaupten manche sogar, es gebe ihn überhaupt nicht mehr. Mit einem Video will die Bundesbank nun das Gegenteil beweisen.

„Wir haben ein eher nüchternes Verhältnis zum Gold“, sagt darin Bundesbankpräsident Jens Weidmann. In dem achtminütigen Film, den die Bundesbank am Donnerstag auf ihrer Website veröffentlichte, erklären Weidmann und seine Kollegen, wie Deutschland zum zweitgrößten Goldschatz der Welt kam – und wo er in Zukunft lagern soll.

Denn der mit 45 Prozent größte Teil davon liegt nicht etwa in der Drachenhöhle aus der Nibelungensage, sondern rund 25 Meter unter der Erde von Manhattan: im Tresor der Federal Reserve Bank in New York. Der Rest teilt sich auf die Zentralbanken in London (13 Prozent) und Paris (11 Prozent) auf. Nur knapp ein Drittel entfällt auf die Bundesbank in Frankfurt.

Während des deutschen Wirtschaftswunders in den Fünfziger- und Sechzigerjahren waren die Reserven entstanden. Zum Ende des Bretton-Woods-Systems Anfang der Siebziger Jahre hatte die Exportnation Deutschland auf diese Weise mehr als 3000 Tonnen Gold als Außenhandelsüberschuss angesammelt. „Seitdem ist der deutsche Goldschatz relativ konstant geblieben“, erklärt Bundesbankvorstand Joachim Nagel in dem Video.

Weil die Außenbestände nicht regelmäßig überprüft werden, zweifelt sogar mancher Bundestagsabgeordnete an der Existenz des Goldes. Im Jahr 2012 verweigerten die Bank of England und die Banque de France den CDU-Abgeordneten Philipp Mißfelder und Marco Wanderwitz eine Besichtigung der Bestände. Skeptiker dürfte das nur beflügelt haben.

Im Januar 2013 gab die Bundesbank dann bekannt, etwa 700 Tonnen, also rund ein Fünftel des Gesamtbestandes, nach Frankfurt holen zu wollen. Knapp über die Hälfte davon stammt aus Paris: Weil Frankreich und Deutschland mittlerweile in gleicher Währung handeln, braucht dort kein Gold mehr als Reservewährung für Wechselkursturbulenzen vorgehalten werden.

Den Rest holen sich die Bundesbanker aus New York. Ab 2020 soll so die Hälfte des deutschen Goldes auch wirklich in Deutschland gelagert werden.

Rund 70 Prozent ihrer Währungsreserven hält die Bundesbank in Gold vor. Insgesamt besitzen die Deutschen heute etwa 3400 Tonnen Gold im Wert von über 116 Milliarden Euro. Das sind fast 1500 Euro pro Einwohner.

„Es ist das Gold der Deutschen und wir haben die Verantwortung, damit vernünftig umzugehen“, sagt Vorstandsmitglied Carl-Ludwig Thiele am Ende des Videos. „Und diesem Auftrag kommen wir nach.“ Zur Not auch mit Videobeweis.

Kommentare (8)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Franz Paul

27.02.2015, 16:15 Uhr

Was nicht alles so machbar ist mit Computergrafik...........

Herr Thomas Ungläubig

27.02.2015, 16:25 Uhr

Bitte nicht, das glaubt euch eh keiner. Da ist sicher jeder Videospiel glaubwürdiger;–))

Herr Thomas Melber

27.02.2015, 16:28 Uhr

Wenn man dort schon dreht könnte man ja auch Proben ziehen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×