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20.05.2011

11:53 Uhr

"Grenzen von 1967"

Obamas Nahost-Rede sorgt für Aufruhr

Israels Rechte und die radikal-islamische Hamas schäumen vor Wut. Die Palästinenserführung ist sprachlos. Dabei hat US-Präsident Barack Obama in seiner Nahost-Grundsatzrede nur laut ausgesprochen, was längst gängige Politik ist.

Für viel Wirbel sorgte Obamas Grundsatzrede besonders in Israel. Quelle: dapd

Für viel Wirbel sorgte Obamas Grundsatzrede besonders in Israel.

Tel Aviv/RamallahMit seiner Friedensvision für den Nahen Osten hat US-Präsident Barack Obama voll ins Wespennest gestochen. Selten zuvor haben Israel und die Palästinenser eine Rede eines US-Präsidenten so kontrovers diskutiert. Dabei hat Obama nur laut ausgesprochen, was längst gängige Politik ist.  

Das Wahrheitselixier löst einen tiefen Schock aus. Israels Siedler schäumen vor Wut und werfen Obama vor, er habe einen Plan der Palästinenser für die Zerstörung Israels übernommen. Die im Gazastreifen herrschende Hamas-Organisation verbittet sich Lektionen in Sachen Demokratie. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas ruft Dringlichkeitssitzungen aller Führungsgremien ein. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu steigt nur Stunden vor einem geplanten Gespräch mit dem US-Präsident auf die Barrikaden.

„Jede Seite konzentriert sich nur auf jene Teile (der Rede), die ihr nicht gefallen, und schiebt diese als Grund vor, um alles abzulehnen“, sagt der Politikwissenschaftler Eitan Gilboa von Bar-Ilan-Universität.  

Was ist passiert? „Obama hat es gewagt, die Worte ‚Grenzen von 1967' auszusprechen, und das wird ihm nicht verziehen“, erklärt die Tageszeitung „Haaretz“. Ein Kommentator der Tageszeitung „Maariv“ spricht sogar von einem organisierten Hinterhalt für Netanjahu.  

„Die Grenzen von Israel und Palästina sollten auf den Linien von 1967 basieren, mit einem Austausch, auf den sich beide Seiten verständigen, so dass für beide Staaten sichere und anerkannte Grenzen etabliert werden“, sagte Obama. Ähnlich hatte das US-Außenministerin Hillary Clinton bereits 2009 formuliert.  

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