Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

18.05.2011

10:55 Uhr

Griechenland-Krise

Friedrich Merz fordert europäischen Finanzausgleich

VonAxel Schrinner

Ex-Unionsfraktionschef Merz mischt sich bei einer Unternehmer-Veranstaltung in die Griechenland-Debatte - mit Seitenhieben für die Kanzlerin und Ratschlägen zur Europapolitik.

Der ehemalige stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Friedrich Merz. Quelle: dapd

Der ehemalige stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Friedrich Merz.

IserlohnSo ganz loslassen kann Friedrich Merz eben doch nicht. Der frühere Unionsfraktionschef Merz und heutige Wirtschaftsanwalt hat für umfassende Hilfen für die Peripherie-Staaten Europas geworben. "Wir brauchen einen europäischen Finanzausgleich", sagte Merz auf einer Veranstaltung in Iserlohn vor Unternehmern. "Griechenland braucht nicht in erster Linie Geld, sondern vor allem eine wettbewerbsfähige Volkswirtschaft." Die deutsche Wirtschaft profitiere vom Euro und vom Binnenmarkt - "und nun werden wir einen Teil dessen, was wir verdient haben, zurückgeben müssen".

Der Finanzexperte Merz hatte sich 2009 aus der Politik zurückgezogen - nicht zuletzt aus Frust über Kanzlerin Angela Merkel, die ihn einst als Fraktionschef ausgebootet hatte. Merz gilt als Wirtschafts- und Finanzexperte mit angebotsorientierter Gesinnung. "Schade, dass so jemand aus der Politik den Rücken gekehrt hat", sagte einer der knapp hundert anwesenden Mittelständler auf der Veranstaltung des lokalen Wirtschaftsbündnisses "Sauerland Initiativ".

Und so ganz kann Merz seinen Groll gegen Kanzlerin nicht verbergen. "Es war vollkommenen richtig, dass die Kanzlerin eine Initiative für mehr Wettbewerbsfähigkeit in Europa verabredet hat", doziert der überzeugte Europäer Merz. "Aber", intoniert er und macht eine kleine Pause. "Es war ein Fehler, die kleinen Staaten außen vor zu lassen, und so etwas an einem französischen Strand auszuhandeln. Die Kunst in Europa besteht darin, alle anderen Staaten mitzunehmen" - Merkel hatte sich im Oktober mit Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy überraschend auf eine gemeinsame Position zur Reform des Stabilitätspakts und der Einführung eines "Pakts für den Euro" und damit vor allem kleinere EU-Staaten desavouiert.

Indirekt kritisierte Merz auch die zögerliche Haltung der Bundesregierung bei der Umsetzung der verschiedenen Rettungsschirme für den Euro. "Ich habe zwar so meine Zweifel, ob die Hilfspakete funktionieren", sagte Merz. Aber man dürfe nicht "neben jede Regierungsvorlage eine TED-Umfrage legen" - die Bundesregierung hatte die Entscheidung über Griechenlandhilfen im vergangenen Jahr bis nach der wichtigen Landtagswahl in NRW verzögert und damit nach Ansicht mancher Experten die Marktspekulationen gegen Griechenland sogar noch befeuert. Die Politik müsse manchmal auch unpopuläre Entscheidungen treffen. Beide Volksparteien seien derzeit offenbar mehr mit sich selbst als mit den großen gesellschaftspolitischen Fragen beschäftigt.

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Tilly

18.05.2011, 11:33 Uhr

O Gott, der Merz ist ja schlimmer als die Merkel. Der soll mal in der Versenkung bleiben. Solche Clowns und Clone sitzen genug im Bundestag!

ProErwin

19.05.2011, 01:23 Uhr

Merz also auch nur Teil des Problems, gut zu wissen.

No-Comment

22.06.2012, 15:36 Uhr

Während die Regierungen in der Krise jeden Cent zusammenkratzen, haben die Menschen in Deutschland erstmals mehr als zehn Billionen Euro Vermögen in Form von Geld und Immobilien angehäuft. Das entspricht den Staatsschulden aller 27 EU-Mitglieder. Und manche Schätze sind da nicht mal eingerechnet.
Berlin - Es erscheint auf den ersten Blick unglaublich. Können die Deutschen wirklich so viel Vermögen angehäuft haben, wie die 27 EU-Staaten insgesamt an Staatsschulden? Das jedenfalls hat der Bundesverband Deutscher Banken heute behauptet - und verweist auf eine verblüffende Statistik.
Danach haben die Menschen in Deutschland tatsächlich mittlerweile erstmals mehr als zehn Billionen Euro Vermögen angehäuft, und das entspräche in der Tat den Staatsschulden aller 27 EU-Mitglieder zusammen.
http://www.manager-magazin.de/finanzen/artikel/0,2828,815440,00.html

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×