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05.07.2015

12:36 Uhr

Griechenland-Krise

Weidmann warnt wegen Bundesbank-Gewinns

Finanzminister Schäuble beteuert, dass die Griechenland-Krise keinen Druck auf den Bundeshaushalt ausübt – Bundesbank-Präsident Weidmann sieht das anders. Überweisungen der Notenbank nach Berlin drohen auszufallen.

Kabinettssitzung am 1. Juli: Der Bundesbank-Präsident warnt vor einem ausbleibenden Gewinn seiner Institution. Reuters

Finanzminister Wolfgang Schäuble (l.) und Bundesbank-Präsident Jens Weidmann

Kabinettssitzung am 1. Juli: Der Bundesbank-Präsident warnt vor einem ausbleibenden Gewinn seiner Institution.

Berlin/FrankfurtEin Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone dürfte in den kommenden Jahren Milliardenlöcher in die Haushaltsplanung von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) reißen. Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hat in der Kabinettsitzung am vergangenen Mittwoch vor den Folgen eines Grexit für den Bundesbank-Gewinn und damit auch den Haushalt gewarnt, erfuhr das Handelsblatt aus Regierungskreisen (Montagausgabe).

Die Bundesregierung müsse sich darauf einstellen, dass die Bundesbank in den kommenden Jahren nicht wie üblich einen Gewinn an Schäuble überweisen könne, sagte Weidmann nach Angaben aus Teilnehmerkreisen. Als Grund soll Weidmann die hohen Kosten eines möglichen griechischen Euro-Austritts genannt haben.

Bisher hat der Finanzminister einen Bundesbank-Gewinn von jährlich 2,5 Milliarden einkalkuliert. Die Bundesbank hat zwar bereits Rückstellungen von zuletzt 14,4 Milliarden Euro für die Risiken der Euro-Krise gebildet. Doch diese würden wohl nicht ausreichen im Falle eines Grexits.

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Die Rückstellungen waren vor allem dafür gedacht, mögliche Verluste aus Anleihekäufen der EZB auszugleichen. Noch immer hält sie griechische Staatspapiere im Wert von 20 Milliarden Euro. Fallen diese aus, macht sie entsprechende Verluste. Das trifft auch die Bundesbank, die mit knapp einem Viertel an den Gewinnen und Verlusten der EZB beteiligt ist.

Im Falle eines Euro-Austritts drohten jedoch noch viel größere Verluste. So hat Griechenland Verbindlichkeiten im internen Verrechnungssystem der Euro-Notenbanken Target von rund 110 Milliarden Euro. Einen Teil der Summe müsste die EZB wohl abschreiben. Ähnlich wäre dies bei den von der Bank of Greece ausgegeben Euro-Banknoten in Höhe von etwa 50 Milliarden Euro.

Kommentare (2)

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Herr Esboern Schmidt

06.07.2015, 09:26 Uhr

Beim Deutschen Arbeiter bleiben auch die Lohnerhöhungen in voller Höhe aus, da unser Finanzminister 80% der Erhöhung abkassiert, da muß er halt mal erleben, wie es ist, wenn nichts in seine Schwarzgeldkasse kommt.

Herr Manfred Zimmer

06.07.2015, 10:14 Uhr

Bekanntlich sind die Dümmsten die Tapfersten, weil sie die Gefahr erst garnicht erkennen.

Bekanntlich wählen wir Bürger die Tapfersten als unsere Politiker.

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